David Cay Johnston

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David Cay Johnston (* 24. Dezember 1948) ist ein investigativer Journalist und Autor für Wirtschaftsthemen. Er war unter anderem für die Los Angeles Times und die New York Times tätig. Als Journalist enthüllte er unter anderem einen Spionageskandal beim Los Angeles Police Department. 2001 hat er für die Enthüllung von verdeckten Steuerschlupflöchern und Steuerungleichheiten in den USA den Pulitzer-Preis für Beat Reporting erhalten.

Lebensstationen[Bearbeiten]

Im Jahre 1968 begann Johnston seine Tätigkeit als Journalist bei den San Jose Mercury News. 1973 verließ er die Zeitung und nahm eine Stelle als investigativer Reporter bei der Detroit Free Press an und arbeitete anschließend von 1976 bis 1988 für die Los Angeles Times. Von 1988 bis 1995 war Johnston für The Philadelphia Inquirer tätig, bevor er im Februar 1995 zur The New York Times wechselte. Seit April 2008 ist er unter anderem als freier Autor für verschiedene Zeitungen und Radioprogramme tätig.

Eine Besonderheit von Johnston ist, dass er bereits früh Journalist wurde und kein Studium abgeschlossen hat (er besuchte nebenbei zur Journalistentätigkeit allerdings mehrere höherklassige Kurse an verschiedenen Universitäten), aber trotzdem zu einem renommierten Steuerexperten wurde. Er lehrt an der Syracuse University[1] und hat seit 2008 eine Kolumne bei Tax Analysts, einer gemeinnützigen Organisation, die weltweit über Steuern und Steuerpolitik informiert.

Berichte und Sachbücher[Bearbeiten]

2000 und 2003 war Johnston wegen seiner Berichte Finalist für den Pulitzer-Preis. 2001 erhielt er für die Enthüllung von verdeckten Steuerschlupflöchern und Steuerungleichheiten den Pulitzer-Preis für Beat Reporting.[2] Seine Enthüllungen sorgten für das Erliegen von mehreren Steuerhinterziehungsmethoden.[3]

Weitere bekannte Reportagen von Johnston umfassen unter anderem die Enthüllung eines Spionageskandals beim Los Angeles Police Department und die Enthüllung, dass der Energiekonzern Enron keine Steuern zahlte.[1] Außerdem enthüllte er den Missbrauch von Spendengeldern bei der Hilfsorganisation United Way of America und deckte eine Täterschaft in einem Mordfall in Los Angeles auf, wodurch ein zuvor zu Unrecht Angeklagter freigesprochen wurde.[4]

Johnston ist Kritiker des Troubled Asset Relief Program, des ursprünglich 700 Millionen US-Dollar teuren Bail-outs der US-Regierung für Finanzinstitute infolge der Finanzkrise ab 2007. Er ist insbesondere ein Kritiker der medialen Berichterstattung der US-Medien über diesen Bail-out.[5][6]

Johnston ist auch Autor mehrerer Sachbücher. Sein erstes Buch "Temples of Chance: How America Inc. Bought Out Murder Inc. to Win Control of the Casino Business" aus den 1980ern analysierte wie über Junk-Bonds finanziert einige Unternehmen die Kontrolle über die Kasino-Geschäfte erlangten und diskutiert die vorhandene Korruption im Kasino-Geschäft. Weitere Bücher behandelten unter anderem die Themengebiete Lobbyismus bei Behörden, Staatshilfen an Unternehmen und Steuerpolitik. 2004 erhielt er für "Perfectly Legal" (Ende 2003 veröffentlicht) den Investigative Reporters and Editors Award für das Buch des Jahres 2003.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Syracuse University faculty profile
  2. Pulitzer Prize for Beat Reporting
  3. 9 Things The Rich Don't Want You To Know About Taxes, Willamette Week, 13. April 2011
  4. Autorenporträt zum Buch "Perfectly Legal"
  5. Glenn Greenwald Salon Radio interview of David Cay Johnston, Salon, 1. Oktober, 2008
  6. Forty-Two: David Cay Johnston on the Bailout; 1. Oktober, 2008
  7. IRE Press Releases, 31. März, 2004

Weblinks[Bearbeiten]