David Crosby

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David Crosby (2012)

David Crosby (* 14. August 1941 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Gitarrist, Sänger und Songwriter. Er war Gründungsmitglied der Byrds und von Crosby, Stills and Nash (and Young).

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Er wurde als Sohn von Aliph Van Cortland Whitehead und Floyd Crosby geboren. 1960 ließen sich seine Eltern scheiden.

David Crosby gehört mit Roger McGuinn und Gene Clark zu den Gründungsmitgliedern der Byrds. Von 1964 bis 1967 spielte er mit ihnen fünf Alben ein und entwickelte sich zum anspruchsvollen Songwriter in der Gruppe. Nach Streitereien wurde er jedoch gefeuert und gründete bald mit Stephen Stills von den Buffalo Springfield und Graham Nash von den Hollies die Supergroup Crosby, Stills & Nash. Das Debütalbum und der Nachfolger Déjà Vu, bei dem Neil Young die Band komplettierte, wurden große Hits und etablierten CSN&Y als eine der erfolgreichsten amerikanischen Formationen der 60er und 70er Jahre (u.a. Auftritt beim Woodstock-Festival). Bis heute haben Crosby, Stills and Nash (zum Teil mit Neil Young) über zehn LPs aufgenommen und touren auch noch gelegentlich zusammen. Crosby schrieb für die Gruppe u.a. "Guinnevere", "Almost Cut My Hair", "Long Time Gone", "Déjà Vu" und "Delta" sowie die Musik zum Klassiker "Wooden Ships".

David Crosby (1976)

Nach dem CSNY-Doppel-Livealbum 4 Way Street (1971) konzentrierten sich alle vier Mitglieder auf Soloprojekte, und Crosby veröffentlichte seine erste Soloplatte If I Could Only Remember My Name..., auf der neben Young und Nash auch Musiker von den Grateful Dead, Jefferson Airplane und Santana mitwirkten. Zwischen 1972 und 1977 nahm Crosby regelmäßig Alben mit Graham Nash als Duo auf (ein weiteres Crosby-Nash-Album erschien erst 2004) und veröffentlichte seit Ende der 80er weitere Soloalben.

David Crosby (1983)

In den 1980er-Jahren geriet Crosbys Karriere durch seine massiven Drogenprobleme zunehmend ins Stocken. Zwar holten ihn Stills und Nash 1982 noch einmal ins Studio, um das Album Daylight Again aufzunehmen, doch war Crosbys Beteiligung vor allem durch die drogenbedingten stimmlichen Probleme sehr eingeschränkt. Der Tiefpunkt kam 1985: Er hatte wegen eines Rauschgiftvergehens[1] 1985/86 fast ein Jahr im Gefängnis verbracht und kam damals frei, nachdem sein Urteil in einem Berufungsverfahren aufgehoben wurde. Nach einem erfolgreichen Entzug ging Crosby dann erneut mit Stills, Nash und Young ins Studio, um das Album American Dream aufzunehmen. Young, eigentlich seit langem mit den anderen drei zerstritten, hatte Crosby versprochen, er werde mit ihm und den anderen neues Material aufnehmen, sollte der Entzug gelingen. Das Album stieß bei Kritikern und Publikum überwiegend auf Beifall. Hiervon beflügelt, erschien 1989 schließlich Crosbys erstes Solo-Album seit 18 Jahren: Oh Yes, I Can.

Im selben Jahr arbeitete er auch erstmals mit Phil Collins zusammen und steuerte zu dessen Album ...But Seriously einige Vokalpartien bei. Crosby trat auch im Musikvideo zu Collins' Welthit That's Just The Way It Is auf. 1993 setzten beide ihre Zusammenarbeit fort: Für Crosbys Album Thousand Roads schrieben sie den Song Hero, den Collins auch produzierte. Die Singleauskopplung erreichte Platz 44 der Billboard Hot 100-Charts und war somit die zweiterfolgreichste Single in Crosbys Solo-Karriere (nur das 1972 im Duo mit Graham Nash veröffentlichte Stück Immigration Man war erfolgreicher und kam auf Platz 36).[2]

Mehrfach trat Crosby auch als Schauspieler in Erscheinung. Bekannteste seiner vier Kinofilm-Rollen ist wohl die des Tickles in Hook (1991). Etwas größere Rollen spielte er als Gastdarsteller in mehreren TV-Serien, etwa als Duke in Roseanne oder als zunächst trockener Alkoholiker Chester in Nachtschicht mit John, der bei seinem fünften und letzten Auftritt in der Serie rückfällig wird und unter Alkoholeinfluss bei einem Autounfall zu Tode kommt. Mit der Rolle, die er in den Jahren 1993 und 1994 verkörperte, spielte er auch auf seine eigenen Suchtprobleme an. Im November 1994 wurde eine Lebertransplantation erforderlich, die Crosby nach den vielen Jahren exzessiven Drogenkonsums das Leben rettete.[3]

David Crosby ist zweimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden: Als Mitglied der Byrds (1991) und von Crosby, Stills & Nash (1997) kam er zu dieser Ehre.[4] 2009 wurde er außerdem in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.[5]

David Crosby (2012)

Am 7. März 2004 wurde Crosby wenige Stunden nach einem umjubelten Live-Konzert wegen Waffen- und Marihuanabesitzes in einem Hotel am Times Square festgenommen und noch am selben Tag angeklagt. Weil er sich schuldig bekannte, illegal Waffen besessen zu haben, wurde er Anfang Juli 2004 nur zu einer Geldstrafe von 5.000 Dollar verurteilt. Crosby ist durch eine Samenspende der biologische Vater der beiden Kinder von Melissa Etheridge und Julie Cypher.

Diskografie[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

  • If I Could Only Remember My Name... (1971)
  • Oh Yes, I Can (1989)
  • Thousand Roads (1993)
  • It's All Coming Back To Me Now… (live) (1995)
  • Live (2000)
  • King Biscuit Flower Hour Presents (Live 1989 in Philadelphia) (2002)
  • Croz (2014)

Crosby-Nash[Bearbeiten]

  • Graham Nash / David Crosby (1972)
  • Wind On The Water (1975)
  • Whistling Down The Wire (1976)
  • Live (1977)
  • Another Stoney Evening (Live 1971) (1997)
  • Crosby-Nash (2004)

Crosby, Stills and Nash[Bearbeiten]

  • Crosby, Stills & Nash, 1969
  • CSN, 1977
  • Daylight Again, 1982
  • Allies, 1983
  • Live It Up, 1990
  • CSN (box set), 1991
  • After The Storm, 1994
  • Greatest Hits, 2005
  • Live in L.A. (Aufnahmen von 1982)
  • Demos, 2009
  • CSN 2012, 2012 (Live-Aufnahmen der US-Tour von April 2012)

Crosby, Stills, Nash and Young[Bearbeiten]

  • Déjà Vu, 1970
  • 4 Way Street, 1971
  • So Far, 1974
  • Replay, 1980
  • American Dream, 1988
  • Carry On, 1992
  • Looking Forward, 1999
  • Déjà Vu/LIVE, 2008

Crosby, Pevar, Raymond (CPR)[Bearbeiten]

  • CPR, 1998
  • Live at Cuesta College, 1998
  • Live at the Wiltern, 1999
  • Just Like Gravity, 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Crosby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Ich bin doch nicht CNN“, in: DER SPIEGEL 26/2008 vom 23. Juni 2008, Seite 160ff.
  2. Vgl. die Angaben bei allmusic.com
  3. Die Transplantation löste zahlreiche Diskussionen aus. Vgl. encyclopedia.com
  4. Webseite der Rock and Roll Hall of Fame rockhall.com
  5. Liste der Mitglieder der Songwriters Hall of Fame [1]