David Foenkinos

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David Foenkinos (2011)

David Foenkinos (* 1974 in Paris) ist ein französischer Schriftsteller und Regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Foenkinos studierte an der Sorbonne Literatur und Musik mit Schwerpunkt Jazzgitarre und arbeitete danach zunächst als Gitarrenlehrer.

Seine frühen Romane (bis einschließlich Größter anzunehmender Glücksfall) zeichnen sich durch so rasante wie absurde Plots und einen reichlich ausgefallenen Stil aus. Die Art des Philosophierens über die Liebe, dem beherrschenden Thema in Foenkinos’ Romanen, ist erkennbar inspiriert von der in Die Schöne des Herrn von Albert Cohen, das Buch, das Foenkinos in nahezu all seinen Romanen erwähnt. In romantische Schwelgereien mischen sich urplötzlich böse und recht desillusionierende Töne, in denen das menschliche Liebesstreben als lächerlich erscheint.

Seit Unsere schönste Trennung wird das Skurrile und Groteske zunehmend abgelöst von einer melancholischen Grundhaltung und einer psychologisch fundierteren Figurenzeichnung. Die männlichen Hauptfiguren sind dabei stets im Geiste mit der Truffaut-Figur Antoine Doinel verwandt: Immer ein bisschen ungeschickt und unschlüssig, oftmals fehlen ihnen die Worte, dabei stets sympathisch, nebenbei führen sie ein erstaunlich munteres Sexualleben.

Zu den Wesensmerkmalen der Romane gehört auch das Spiel mit der Rekurrenz. Der treue Leser wird etwa das wiederholte Auftauchen zweier Polen, der Schweiz als Sehnsuchtsort oder das innige Verhältnis zur deutschen Sprache vor allem bei den weiblichen Hauptfiguren beobachten. Ein Stilelement, das sich durch alle Romane hindurchzieht, sind zudem die Fußnoten. Als Vorbilder und Einflüsse werden neben Albert Cohen oft Milan Kundera und Woody Allen genannt.

Nathalie küsst, nach Foenkinos’ eigenem Dafürhalten eine „moderne Mischung aus Dornröschen und Die Schöne und das Biest[1], gilt als sein bislang größter kommerzieller Erfolg. Das Buch verkaufte sich in Frankreich über eine Million Mal und wurde von Foenkinos selbst (zusammen mit seinem Bruder Stéphane) mit Audrey Tautou und François Damiens in den Hauptrollen verfilmt.

Seine Romane erscheinen in über zwanzig Sprachen.

2011 gab er sein Langfilm-Debüt als Regisseur und inszenierte zusammen mit Stéphane Foenkinos den Liebesfilm Nathalie küsst. Der Film beruht auf einem seiner eigenen Romane. 2006 hatte Foenkinos den Kurzfilm Une histoire de pieds gedreht.

Veröffentlichungen [Bearbeiten]

Romane:

  • Inversion de l'idiotie - De l'influence de deux Polonais. Ed. Gallimard 2002
  • Entre les oreilles. Ed. Gallimard 2002
  • Le potentiel érotique de ma femme. Ed. Gallimard 2004 (dt: Das erotische Potential meiner Frau. Ü: Moshe Kahn. München 2005. ISBN 3-406-53550-X)
  • En cas de bonheur. Ed. Flammarion 2005 (dt: Größter anzunehmender Glücksfall. München 2006. ISBN 3-406-55068-1)
  • Les coeurs autonomes. Ed. Grasset 2006
  • Qui se souvient de David Foenkinos? Ed. Gallimard 2007
  • Nos séparations. Ed. Gallimard 2008 (dt: Unsere schönste Trennung. München 2010. ISBN 978-3-406-59840-1)
  • La délicatesse. Ed. Gallimard 2009 (dt: Nathalie küsst. München 2011. ISBN 978-3-406-62162-8)
  • Lennon. Ed. Plon 2010
  • Les souvenirs. Ed. Gallimard 2011 (dt: Souvenirs. München 2012. ISBN 978-3-406-63947-0 )

Die deutschen Ausgaben sind im Verlag C. H. Beck erschienen, die Übersetzungen stammen (mit der angeführten Ausnahme) von Christian Kolb.

Comics (zusammen mit Benjamin Reiss):

  • Pourquoi tant d’amour? (2 Bde.) Ed. Emmanuel Proust 2004

Theaterstücke:

  • Célibataires. Ed. Flammarion 2008; Uraufführung 2008 am Pariser Studio des Champs-Élysées (Regie: Anouche Setbon, mit Catherine Jacob und Christian Charmetant)

Erzählungen:

  • Bernard. Ed. du Moteur 2010

Kinderbücher (zusammen mit Soledad Bravi):

  • Le petit garcon qui disait toujours non. Ed. Albin Michel Jeunesse 2011
  • Le saule pleureur de bonne humeur. Ed. Albin Michel Jeunesse 2012

Filme (zusammen mit Stéphane Foenkinos):

  • Une histoire de pieds. Kurzfilm. Frankreich 2006, Farbe, 12 min
  • La délicatesse. (dt: Nathalie küsst). Frankreich 2011, Farbe, 108 min

Auszeichnungen (Auswahl) [Bearbeiten]

  • Prix François-Mauriac für Inversion de l’idiotie (2001).
  • Stipendium der Fondation Hachette (2003).
  • Prix Roger-Nimier für Das erotische Potential meiner Frau (2004).
  • Prix Jean Giono für Qui se souvient de David Foenkinos? (2007).
  • Prix Conversation, Prix des Dunes, Prix des lecteurs du Télégramme de Brest für Nathalie küsst (2009).
  • 2 Nominierungen (bester Debütfilm, beste Drehbuchadaptation) für den französischen Filmpreis César für die Verfilmung von Nathalie küsst (2012).

Weblinks [Bearbeiten]