David Garrett

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David Garrett
David Garrett
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Virtuoso
  DE 32 30.11.2007 (43 Wo.)
  AT 51 18.04.2008 (2 Wo.)
  CH 96 01.06.2008 (1 Wo.)
  UK 17 05.04.2008 (3 Wo.)
Encore
  DE 7 07.11.2008 (114 Wo.)
  AT 8 07.11.2008 (60 Wo.)
  CH 31 09.11.2008 (31 Wo.)
David Garrett
  US 116 20.06.2009 (6 Wo.)
David Garrett Live – In Concert & in Private
  DE 28 23.10.2009 (25 Wo.)
Classic Romance
  DE 4 20.11.2009 (49 Wo.)
  AT 12 20.11.2009 (17 Wo.)
  CH 21 22.11.2009 (18 Wo.)
Rock Symphonies
  DE 1 08.10.2010 (69 Wo.)
  AT 3 08.10.2010 (35 Wo.)
  CH 4 10.10.2010 (30 Wo.)
  UK 21 09.04.2011 (4 Wo.)
  US 41 07.08.2010 (7 Wo.)
David Garrett: Rock Symphonies – Open Air Live
  DE 11 08.10.2010 (17 Wo.)
Legacy
  DE 6 18.11.2011 (19 Wo.)
  AT 8 18.11.2011 (… Wo.)
  CH 18 20.11.2011 (… Wo.)
Music
  DE 2 26.10.2012 (50 Wo.)
  AT 3 26.10.2012 (… Wo.)
  CH 7 28.10.2012 (… Wo.)
14
  DE 65 05.04.2013 (… Wo.)
  AT 34 05.04.2013 (… Wo.)
Garrett vs. Paganini
  DE 8 08.11.2013 (11 Wo.)
  AT 5 08.11.2013 (… Wo.)
  CH 19 10.11.2013 (… Wo.)
Singles[1]
Smooth Criminal
  CH 36 22.11.2009 (3 Wo.)
He's a Pirate
  CH 50 22.11.2009 (3 Wo.)
Viva La Vida
  DE 85 02.11.2012 (1 Wo.)
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David Garrett (* 4. September 1980 oder 1981[2] als David Christian Bongartz[3] in Aachen) ist ein deutscher Violinist.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend, Erstkarriere in der Klassik[Bearbeiten]

Garrett wurde als mittleres der drei Kinder des deutschen Juristen und Geigenauktionators Georg Paul Bongartz und der US-amerikanischen Primaballerina Dove-Marie Garrett geboren. Er bekam im Alter von drei Jahren seine erste Violine.[4] Ersten Geigenunterricht erteilte ihm sein Vater, der nebenberuflich als Geigenlehrer arbeitete. Im Alter von fünf Jahren gewann Garrett einen Preis im Wettbewerb Jugend musiziert. Als er acht Jahre alt war, entschieden die Eltern, den Jungen unter dem Namen der Mutter auftreten zu lassen, da Garrett geläufiger klang als Bongartz.[5] Mit zwölf erhielt er einen ersten Plattenvertrag und stand im Alter von 13 Jahren bereits exklusiv bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag. Zusammen mit Claudio Abbado spielte er Mozart-Violinkonzerte ein. Als „größten Violinisten seiner Generation“ bezeichnete ihn Yehudi Menuhin. Garrett gibt an, jeden Tag acht Stunden Geige geübt zu haben.[6] Von 1990 bis 1991 wurde Garrett von Zakhar Bron unterrichtet. Ab 1992 war er Schüler von Ida Haendel.

Nach dem Abitur am Aachener Einhard-Gymnasium schrieb sich Garrett seinen Eltern zuliebe am Royal College of Music im nahen London ein, obwohl er eigentlich nach New York wollte. Er musste aber bald die Schule verlassen, da er die Vorlesungen nie besuchte, und zog mit 19 Jahren zu seinem Bruder, der damals in New York lebte und dort studierte.[7][8] Garrett sagte in einem Interview: „Mir wurde immer alles aufoktroyiert: Was ich spielen sollte, wo ich auftreten sollte, was ich in Interviews sagen und nicht sagen sollte.“[9]

Zweitkarriere, Crossover-Musik[Bearbeiten]

In den folgenden Jahren versuchte er sich trotz Widerständen als Musiker neu zu etablieren. Als sein nunmehr eigener Karrieremanager dachte er sich das Konzept für ein Crossover-Album aus, das er zusammen mit dem Londoner Plattenlabel Decca produzierte. Das Album aber wurde nie veröffentlicht, da die Plattenfirma nicht überzeugt war, dass das funktionieren würde. Den Durchbruch in Deutschland schaffte er 2006 mit dem Berliner Konzertveranstalter DEAG, der stark auf den Event-Charakter klassischer Konzerte setzt und Garretts Cross-Over-Projekt übernahm. Ein neues Image wurde für ihn geschneidert, das des Geigenrebellen.[10] 2014 wird sein Crossover-Projekt mit einer Tour quer durch Deutschland [11] fortgesetzt.

2009 entwarf er eine T-Shirt-Kollektion für das Modehaus s.Oliver und 2010 kam ein eigenes Parfum mit passendem Duschgel namens Rock Symphonies heraus.[12]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

In der Presse wurde er als ein besonders schrilles Beispiel für einen genialischen Geiger, der trotzdem scheitert,[13] als Fernsehgeiger, Jörg Pilawa der klassischen Musik,[14] David „André Rieu 2.0“ Garrett[15] oder David Hasselhoff der Klassik[16] bezeichnet, seine Musik wird unter anderem auch als Softpornopopklassikjunkfood kritisiert,[17] Lametta-Rock die mit Kunst [...] nichts zu tun habe[18]. Garrett weist die Kritik regelmäßig als „Musik-Snobismus“ zurück und betont seinen Anspruch, mit seinem Mix aus U- und E-Musik Bevölkerungsschichten erreichen zu wollen, die der Klassik sonst fernblieben.[19]

Erfolge[Bearbeiten]

Von Ende Mai 2008 bis April 2010 war er im Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Geiger der Welt eingetragen. Bei einem Auftritt in der britischen Fernsehshow Blue Peter spielte Garrett den Hummelflug von Rimski-Korsakow fehlerfrei in nur 66,56 Sekunden, das sind 13 Noten pro Sekunde. Seinen eigenen Rekord unterbot er am 20. Dezember 2008 bei der Guinness-World-Records-Show um 1,3 Sekunden mit einer Zeit von 65,26 Sekunden. Am 7. April 2010 wurde er von Ben Lee geschlagen: Lee benötigte 64,21 Sekunden für dasselbe Stück.[20] 2008-2009 war Garrett Botschafter der Unesco.

Am 17. Oktober 2010 wurde Garrett in Essen der Echo Klassik, der renommierte Musikpreis der Deutschen Phono-Akademie, für seinen Spitzenplatz im Plattenverkauf als Bestseller des Jahres verliehen.[21] Nur wenige Monate später erhielt er bei der 20. Echo-Musikverleihung am 24. März 2011 zwei Echos, einen in der Kategorie Erfolgreichste Musik-DVD-Produktion (national) und den anderen in der Kategorie Künstler Rock/Pop (national).

Instrumente[Bearbeiten]

Garrett spielt auf mehreren wertvollen Geigen, so ist eines seiner Instrumente eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1772. Weiterhin besitzt er zwei Violinen von Antonio Stradivari: ein Instrument von 1718 und die so genannte Busch Stradivari von 1716, die früher im Besitz von Adolf Busch war.[22][23][24]

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Im September 2012 spielte Garrett die Hauptrolle als Niccolò Paganini in Bernard Roses Literaturverfilmung Der Teufelsgeiger.[25]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bambi (Auszeichnung)
    • 2013: Kategorie Klassik
  • ECHO
    • 2011: für Erfolgreichste Musik-DVD-Produktion (national)
    • 2011: für Künstler Rock/Pop (national)
    • 2013: für "Künstler Rock/Pop (national)"
  • ECHO Klassik
    • 2008: für Klassik ohne Grenzen
    • 2010: als Bestseller des Jahres für sein Album Classic Romance[26]
    • 2012 als Bestseller des Jahres für sein Album Legacy[27]
  • 2x Platin-Schallplatte
    • 2010: für das Album Encore (+ Gold)[28]
    • 2011: für das Album Rock Symphonies[28]
  • Platin-Schallplatte
    • 2010: für die DVD: In Concert & in Private (+Gold)[29]
    • 2010: für die DVD: Rock Symphonies – Open Air[30]
    • 2011: für das Album Virtuoso (+Gold)[28]
    • 2013: für das Album Music (+Gold)[28]
    • 2013: für das Album Legacy in Deutschland[28] und Österreich[31]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

David Garrett und Band am 15. Januar 2010 in Köln
  • 1995: Mozart: Violinkonzerte KV 218 und 271a, Sonate für Klavier und Violine B-Dur KV 454
  • 1995: Violin Sonata
  • 1997: Paganini Caprices
  • 1997: Tchaikovsky, Conus: Violin Concertos (VÖ 2001)
  • 2002: Pure Classics
  • 2007: Free
  • 2007: Virtuoso
  • 2008: Encore
  • 2009: The Fascination of David Garrett
  • 2009: David Garrett
  • 2009: Classic Romance
  • 2010: Rock Symphonies
  • 2011: Legacy
  • 2012: Music
  • 2013: 14
  • 2013: Garrett vs. Paganini

Live-DVDs[Bearbeiten]

  • 2009: David Garrett Live – In Concert & in Private (VÖ 9. Oktober 2009, DEAG Music/Warner)
  • 2010: David Garrett: Rock Symphonies – Open Air Live (erschien am 1. Oktober 2010, Warner Music Group Germany)
  • 2012: David Garrett: Music – Live in Concert 2012 (VÖ 26. Oktober 2012, Universal Music)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
  2. Johannes Rothenbaum: David Garrett: Die exklusive Biografie. 1. Auflage. mvg Verlag, München 2013, ISBN 978-3-86882-478-0, S. 12. „Die Frage, wann alles begann, wird von Fans des Virtuosen heiß diskutiert. Dass David Garrett am 4. September Geburtstag hat, ist unter seinen Anhängern unbestritten, das Jahr, in dem er das Licht der Welt erblickte, sorgt allerdings für Kontroversen. Während die einen steif und fest behaupten, Garrett sei 1980 geboren worden, legen sich andere mit gleicher Vehemenz auf das Jahr 1981 fest. Garrett selbst trug in der Vergangenheit wenig zur Aufklärung bei. Vielmehr gab er in Interviews gelegentlich 1981 an, bestätigte andererseits aber auf Nachfrage 1980 als sein Geburtsjahr.“
  3. Todesanzeige von Garrets Großmutter - abgerufen am 16. März 2013
  4. http://www.radiobremen.de/fernsehen/produktionen/david-garrett102.html - abgerufen am 11. März 2013
  5. http://www.kultiversum.de/Musik-Partituren/WUNDERVIEW-4-Jetzt-kommt-der-Sahnenachschlag.html - abgerufen am 10. März 2013
  6. Carolin Pirich: Auf beiden Saiten. In: Die Zeit, Nr. 6, 31. Januar 2013. Hier S. 3 der Onlineausgabe vom 9. Februar 2013, abgerufen am 22. März 2013.
  7. http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/27757120/david-garrett-als-kind-immer-traurigkeit-gespuert - abgerufen am 11. März 2013.
  8. http://www.stern.de/kultur/musik/2-interview-mit-star-violinist-david-garrett-pullern-am-broadway-618018.html - abgerufen am 11. März 2013
  9. Kai Luehrs-Kaiser: Durch den Dreck gegangen. In: Die Welt, 9. Februar 2008, abgerufen am 22. Dezember 2012
  10. Aus der alten Marke "Wunderkind" wurde die neue Marke "Geigenrebell". Zeit Online, abgerufen am 11. März 2013.
  11. David Garrett Tour 2014 / Tickets Vorverkauf. Vorverkaufstarts.de, abgerufen am 17. Oktober 2013.
  12. ROCK SYMPHONIES: Star-Geiger David Garrett bringt seine erste Duftlinie auf den Markt. Online-Magazin COSMOTY.de, abgerufen am 12. März 2013.
  13. http://www.sueddeutsche.de/kultur/geiger-david-garrett-von-der-tragik-eines-ehemaligen-wunderknaben-1.1192623
  14. http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/david-garrett-der-fernsehzaubergeiger-vom-dienst-11534219.html - abgerufen am 11. März 2013
  15. http://www.jolie.de/bildergalerien/anziehen-ausziehen-nicole-kidman-ist-my-fair-lady-2119931.html - abgerufen am 11. März 2013
  16. http://www.zeit.de/kultur/2010-01/david-garrett-joshua-bell/seite-2 - abgerufen am 12. März 2013
  17. http://www.zeit.de/2013/06/Geiger-David-Garrett - abgerufen am 11. März 2013
  18. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.konzert-lametta-rock-mit-david-garrett.84477136-f8a6-4db6-8e6d-ce722cb3e6f9.html - abgerufen am 11. März 2013
  19. http://www.zeit.de/online/2009/02/david-garrett-interview - abgerufen am 11. März 2013
  20. Ben Lee from FUSE Break Official Violin World Speed Record in: prlog.org vom 7. August 2010, abgerufen am 25. Oktober 2010
  21. http://www.news.de/medien/855066051/teatime-mit-lady-gaga/1/ Promi-News auf news.de
  22. Experience: I crushed my £1m violin, The Guardian, 16. April 2011
  23. Busch Stradivari Nachweis
  24. Beschreibung der Busch Stradivari aus der Bongartzwebseite
  25. David Garrett spielt Teufelsgeiger Paganini - Die Welt
  26. http://www.david-garrett.com/de/2010/07/20/david-is-awarded-with-the-echo-classic-2010/
  27. David Garrett erhält einen ECHO Klassik für den „Bestseller des Jahres“. Website echoklassik.de, 30. Juli 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  28. a b c d e f http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/
  29. http://www.musikindustrie.de/no_cache/gold_platin_datenbank/
  30. http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/#topSearch
  31. http://www.ifpi.at/?section=goldplatin
  32. http://www.ifpi.at/?section=goldplatin
  33. http://www.david-garrett.com/de/2011/04/05/david-receives-the-order-of-merit-of-north-rhine-westphalia/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Garrett – Sammlung von Bildern