David Halperin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

David M. Halperin (* 2. April 1952) ist Professor für englische Literatur an der University of Michigan in Ann Arbor, USA, und an der School of Sociology an der University of New South Wales, Sydney, Australien.

Arbeit[Bearbeiten]

Halperin arbeitet vornehmlich auf dem Gebiet der historischen Rekonstruktion („Genealogie“) der modernen Homosexualität. Insbesondere fokussiert er auf die Formen von Sexualität in der Antike. Sein queertheoretischer Ansatz ist beeinflusst von George Chauncey, Eve Kosofsky Sedgwick und Michel Foucault.

How to do the History of Male Homosexuality?[Bearbeiten]

Halperin begreift die moderne Homosexualität – sowohl im Sinne eines diskursiven Gegenstands wie auch als sexuelle Subjektivität – als das Ergebnis eines jahrhundertelangen Sedimentationsprozesses, in den im Falle der männlichen Homosexualität im Wesentlichen folgende traditionelle Paradigmata von männlicher Homosozialität und Geschlechtsrolle eingeflossen sind:

  1. Effemination (Verweiblichung, tendenzielle Annahme weiblicher Eigenschaften)
  2. Päderastie/Sodomie (sexueller Verkehr von gesellschaftlich höher gestellten Männern mit niedriger gestellten Männern)
  3. Freundschaft (intensive platonische Beziehung zweier Männer)
  4. Inversion (grundlegende Verkehrung der Geschlechterrolle)

Die Beschreibung dieser Phänomene in historischen Texten ist nach Halperin nicht mit dem modernen Konzept der Homosexualität zu verwechseln, auch wenn sich mitunter große Ähnlichkeiten feststellen lassen. Er wendet sich gegen essentialistische Auffassungen einer epochenübergreifenden (Homo-)Sexualität und kritisiert Autor/innen, die diesen Ansatz verfolgen.

Werke[Bearbeiten]

  • Zeitschrift: GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies, (Mitherausgeber)

Übersetzungen ins Deutsche:

Weblinks[Bearbeiten]