David Held

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David Held (* 1951) ist ein britischer Politikwissenschaftler.

Zusammen mit Daniele Archibugi spielt er eine Schlüsselrolle in der Erforschung des Weltbürgertums. Außerdem ist er Experte auf dem Gebiet der Globalisierung.

Held war Professor für Politische Wissenschaften und Co-Director des Center for the Study of Global Governance an der London School of Economics (LSE) bis er seine Anstellung dort im Oktober 2011 kündigte.[1] Zuvor war die Hochschule für eine von Held maßgeblich geförderte Kooperation mit einer dem Regime des ehemaligen libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi nahestehenden Stiftung und den 2009 unter Betreuung Helds erworbenen, umstrittenen Doktorgrad dessen Sohnes Saif al-Islam al-Gaddafi in der Öffentlichkeit hart kritisiert worden. Eine eigens beauftragte Untersuchung der kontroversen Vorgänge durch den ehemaligen höchsten Richter von England und Wales, (Lord) Harry Woolf, wies unter anderem nach, dass Held die Annahme einer Schenkung in Höhe von 1,5 Millionen Pfund einer von internationalen Geschäftspartnern Libyens finanzierten Stiftung entgegen entschiedener Warnungen anerkannter Libyen-Experten durchgesetzt hatte.[2] Im Zuge der Affäre trat auch der Direktor der renommierten Hochschule, Howard Davies, von seinem Amt zurück. Kurz nach Helds Rücktrittserklärung bot ihm die Universität Durham den Vorsitz des ältesten College der Hochschule und die Leitung des Fachbereichs Politische Wissenschaften ab Januar 2012 an, was erhebliche öffentliche Kritik auslöste.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeevan Vasagar: Gaddafi donation to LSE may have come from bribes, inquiry finds in: The Guardian vom 30. November 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch)
  2. Harry Woolf: The Woolf Inquiry: An inquiry into the LSE’s links with Libya and lessons to be learned (188 Seiten; PDF; 4,6 MB) vom Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch)
  3. Birgitta vom Lehn: Plagiator aus Libyen: Sponsored by Saif al-Islam Gaddafi in: Frankfurter Rundschau vom 21. November 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Models of Democracy, 1987.
  • Introduction to Critical Theory: Horkheimer to Habermas, 1989.
  • Political Theory and the Modern State, 1989.
  • Democracy and the Global Order: From the Modern State to Cosmopolitan Governance, 1995.
  • Cosmopolitan Democracy. An Agenda for a New World Order.,mit Daniele Archibugi: Cambridge: Polity Press, 1995.
  • Global Transformations: Politics, Economics and Culture, 1999 (Mitverfasser).
  • Globalization/Anti-Globalization, 2002 (Mitverfasser).
  • Cosmopolitanism: A Defence, 2003.
  • Global Covenant: The Social Democratic Alternative to the Washington Consensus, 2004.
  • Soziale Demokratie im globalen Zeitalter, Suhrkamp 2007, ISBN 3-518-12504-4
  • Cultural Politics in a Global Age: Uncertainty, Solidarity, and Innovation, 2008, ISBN 1-85168-550-2
  • Cosmopolitanism: Ideals and Realities, 2010