David Horowitz

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David Horowitz (2011)

David Joel Horowitz (* 10. Januar 1939 in New York City) ist ein US-amerikanischer konservativer Publizist und Aktivist. In den 1960er Jahren gehörte er zu den Protagonisten der Neuen Linken in den USA.

Leben[Bearbeiten]

Horowitz entstammt einer säkularisierten jüdischen Lehrerfamilie und wuchs im New Yorker Stadtbezirk Queens auf. Seine Eltern waren Mitglieder der Kommunistischen Partei der USA. Er studierte Englische Philologie an der Columbia University (Bachelor 1959) und Englische Literatur an der University of California, Berkeley (Master 1961).

Danach war er Mitarbeiter der Bertrand Russell Peace Foundation in London. In Großbritannien bewegte er sich in linksintellektuellen Kreisen; zu seinen Freunden zählte u. a. der britische marxistische Historiker Isaac Deutscher. 1968 wurde er Herausgeber der linken politischen Zeitschrift Ramparts[1] und knüpfte Kontakte zu Huey Newton, einem Gründungsmitglied der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung Black Panther Party. Nach der unaufgeklärten Ermordung einer Buchhalterin der Bewegung begann er sich von der politischen Linken zu distanzieren.

In den 1980er Jahren bekannte er sich über die politische Publizistik zum Konservatismus. 1988 baute er das Center for the Study of Popular Culture (heute: David Horowitz Freedom Center) auf, das sich gegen die politische Linke und den Antiamerikanismus wendet. 1992 gründete er mit seinem Weggefährten Peter Collier das Nachrichtenmagazin Heterodoxy. Darüber hinaus etablierte er das konservative Online-Magazin FrontPage Magazine. 2003 installierte er die Kampagne Students for Academic Freedom. 2004 gründete er die antisozialistische Plattform Discover the Networks, die der Beobachtung der Netzwerke der politischen Linken dient. In seinem Buch The Professors: The 101 Most Dangerous Academics in America von 2006 kritisierte er 101 Wissenschaftler für deren vermeintlich politisch motivierte, anstatt akademisch neutrale Arbeit. Außerdem stellte er eine Academic Bill of Rights auf. Sein Anliegen wurde 2005 im Repräsentantenhaus von Pennsylvania debattiert; die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für ein Select Committee on Student Academic Freedom.[2] Die Temple University in Philadelphia änderte 2006 nach Veröffentlichung von Berichten des Ausschusses daraufhin ihre Statuten in Richtung von Freiheitsrechten für Studenten.

Er ist Autor zahlreicher politischer und historischer Bücher, die zum Teil auch ins Deutsche übersetzt wurden. Unter seinen Werken sind Familiengeschichten der Rockefellers, Kennedys, Fords und Roosevelts. Außerdem schrieb er für Zeitschriften und hielt er Vorträge an über 300 Hochschulen. Er war Gast bei Talkshows und Nachrichtensendungen u.a. in den Programmen von ABC, CNBC, CNN, C-SPAN, Fox News und MSNBC.[3]

Horowitz ist verheiratet und hat vier Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Anatomie unserer Zeit. Kapitalismus und Sozialismus in Schmelztiegel. Europa Verlag, Wien 1964.
  • hrsg.: Marx and modern economics. MacGibbon & Kee, London 1968.
  • hrsg.: Strategien der Konterrevolution. März-Verlag, Darmstadt 1969.
  • Kalter Krieg. Hintergründe der US-Aussenpolitik von Yalta bis Vietnam. 2 Bände, Wagenbach, Berlin 1969.
  • Imperialismus und Revolution. Neue Fakten zur gegenwärtigen Geschichte. Wagenbach, Berlin 1970.
  • Big Business und Kalter Krieg. März-Verlag, Frankfurt am Main 1971.
  • mit Peter Collier: Die Rockefellers. Eine amerikanische Dynastie. Ullstein, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-550-07341-0.
  • mit Peter Collier: Die Kennedys. Ein amerikanisches Drama. Siedler, Berlin 1985, ISBN 3-88680-151-9.
  • The Fords: An American Epic. Summit Books/Simon & Schuster, New York 1987, ISBN 0-671-66951-6.
  • mit Peter Collier: The Roosevelts: An American Saga. Simon & Schuster, New York 1994, ISBN 0-684-80140-X.
  • Radical Son: A Generational Odyssey. The Free Press, New York 1997, ISBN 0-684-82793-X.
  • How to Beat the Democrats and Other Subversive Ideas. Spence Publishing, Dallas 2002, ISBN 1-890626-41-4.
  • Uncivil Wars: The Controversy over Reparations for Slavery. Encounter Books, New York 2002, ISBN 1-893554-44-9.
  • Left Illusions: An Intellectual Odyssey. Spence Publishing, Dallas 2003, ISBN 1-890626-51-1.
  • mit Peter Collier: The Anti-Chomsky Reader. Encounter Books, New York 2004, ISBN 1-893554-97-X.
  • The Professors: The 101 Most Dangerous Academics in America. Regnery Publishing, Washington, D.C., 2006, ISBN 0-89526-003-4.
  • Indoctrination U.: The Left’s War Against Academic Freedom. Encounter Books, New York 2007, ISBN 1-59403-190-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Horowitz, David Horowitz Freedom Center, abgerufen am 23. November 2013.
  2. Pennsylvania House of Representatives: Select Committee on Student Academic Freedom, FIRE, abgerufen am 23. November 2013.
  3. David Horowitz, Intercollegiate Studies Institute, abgerufen am 23. November 2013.