David Miscavige

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David Miscavige

David Miscavige (* 30. April 1960 in Philadelphia, PA, USA) ist ein US-amerikanischer Scientologe. Er ist seit seinem 26. Lebensjahr in der Führungsspitze der Scientology-Kirche. Derzeit ist er Vorstandsvorsitzender des Religious Technology Center (RTC) – die Organisation, 1982 gegründet, verwaltet die Urheber- und Markenrechte sowie die Anwendung der Schriften und Techniken von Scientology.

Leben[Bearbeiten]

Miscavige wurde von seinen Eltern Ron und Loretta zunächst katholisch erzogen, der Vater nahm jedoch auch Scientology-Kurse in Anspruch. Als sein Sohn, der an Asthma und Allergien litt, einen Anfall hatte, nahm er ihn mit zu einem Scientologen. Nach einem 45-minütigen Auditing verschwand das Asthma angeblich für drei Jahre.

Danach begann die ganze Familie, sich mit Scientology zu beschäftigen und zog dafür nach England. Dort, in East Grinstead, befanden sich die höherrangigen Ausbildungsstätten. Als Zwölfjähriger auditierte David bereits selbst Erwachsene und zog später wieder nach Clearwater (Florida), einem der Zentren der Organisation. Mit 16 Jahren gab er die Schule auf, um sich ganz Scientology zu widmen. Es folgte ein steiler Aufstieg, teilweise noch unter Förderung von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. Nach dessen Tod setzte sich Miscavige in internen Machtkämpfen durch und strukturierte die Organisation grundlegend um.

Er hat drei Geschwister, darunter eine Zwillingsschwester. Er ist verheiratet und wohnt auf der Gold Base, einer Scientology-Wohnanlage in der Nähe von Hemet. Seine Nichte ist die Scientology-Aussteigerin und -Kritikerin Jenna Miscavige Hill.

David Miscavige war Trauzeuge bei der Hochzeit von Tom Cruise und Katie Holmes am 18. November 2006.[1]

Anschuldigungen über Gewalttätigkeit[Bearbeiten]

David Miscavige wird von vielen hochrangigen Aussteigern der Scientology-Organisation unabhängig voneinander beschuldigt, seine Untergebenen regelmäßig sowohl psychisch als auch körperlich zu misshandeln.[2] So sagt Stacy Young, die lange Zeit im Internationalen Management unter David Miscavige arbeitete:

„Seine Bösartigkeit und seine Grausamkeit gegenüber Angestellten und Mitgliedern war schlimmer, als alles was ich je in meinem Leben erlebt habe. […] Er liebte es einfach seine Untergebenen herabzusetzen.“[3]

Neben weiteren Personen wird diese Darstellung laut der St. Petersburg Times auch vom früheren Pressesprecher von Scientology und Chef des Office of Special Affairs, Mike Rinder, bestätigt:

„Scientologys internationales Management war von körperlicher Gewalt durchdrungen. Miscavige gab den Ton an, mit regelmäßigen Angriffen auf seine Untergebenen. Rinder sagt, das Oberhaupt griff ihn etwa 50 mal an.“[2]

Miscavige soll an vielen weiteren hochrangigen Mitgliedern Gewalttaten verübt haben, was von diesen jedoch vehement bestritten wird:

„Acht Stunden später, als die Reporter sich fertig machten, um zu gehen, brachte der Sprecher der Kirche, Tommy Davis, neun ranghohe Mitglieder des Management Teams herein. Sie standen Schulter an Schulter vor dem Ausgang und bestanden darauf gehört zu werden. Marc Yager, Guillaume Lesevre, Ray Mithoff, Mark Ingber, alle sagten, Miscavige hätte sie niemals geschlagen. […] Greg Wilhere, sagte brüllend: ‚Mr. Miscavige hat nie jemanden geschlagen oder missbraucht. Und das weiß ich besser als sonst irgendjemand, weil ich mehr an seiner Seite war als Rinder, Rathbun und der Rest von ihnen.‘“[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Miscavige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Märchenhochzeit hinter Burgtoren. Tagesspiegel, 19. November 2006
  2. a b  Joe Childs und Thomas C. Tobin: The Truth Rundown, Part 1. In: St. Petersburg Times. 20. Juni 2009, ISSN 1563-6291, S. 1 (http://www.tampabay.com/news/article1012148.ece).
  3. Inside the Cult ITV, The Big Story, 13. Juli 1995, 5:50min
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJoe Childs, Thomas C. Tobin: Scientology’s response to church defectors: ‘Total lies’. St. Petersburg Times, 20. Juni 2009, abgerufen am 22. Juni 2009 (englisch).