David Sarnoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
David Sarnoff (1922)

David Sarnoff (weißruss. Даві́д Сарно́ў, russ. Дави́д Сарно́в; * 27. Februar 1891 in Uzlyany; † 12. Dezember 1971) war ein US-amerikanischer Unternehmer und Pionier des kommerziellen Rundfunks. Er gründete die National Broadcasting Company (NBC) und leitete jahrzehntelang die Radio Corporation of America (RCA).[1]

Das „Sarnoff-Gesetz“ besagt, dass der Wert einer Rundfunkanstalt sich proportional zur Zahl der Zuschauer entwickelt.

Leben[Bearbeiten]

David Sarnoff wanderte mit Eltern und Geschwistern von Weißrussland in die Vereinigten Staaten aus.[2] In New York arbeitete er zunächst als Botenjunge für eine Telegraphen-Firma, doch als diese ihm verweigerte, unbezahlten Urlaub für Rosh Hashanah zu nehmen, wechselte Sarnoff im September 1906 zu Marconi.

Dort machte Sarnoff Karriere. Er studierte Technik und Geschäftsmodelle der elektronischen Kommunikation sowohl im Arbeitsalltag als auch in Bibliotheken. Sarnoff arbeitete auch in Marconi-Stationen auf Schiffen und auf Nantucket.[3] In der New Yorker Filiale des Kaufhauses Wanamaker übertrug Sarnoff Musik mit einem Sender von Henry Joseph Round.

Nach dieser Vorführung schlug er dem AT&T-Vorsitzenden Edward J. Nally 1915 oder 1916 vor, eine "Radio Music Box" für den „Amateur"-Markt zu entwickeln. Als die General Electric Company American Marconi übernahm und zur Radio Corporation of America umwandelte, half Sarnoff bei der Übertragung des Schwergewichts-Boxkampfes zwischen Jack Dempsey und Georges Carpentier im Juli 1921. Etwa 300.000 Zuhörer verfolgten den Kampf im Radio, und die Nachfrage nach Radio-Empfängern für Zuhause wuchs.[4]

1930 wurde Sarnoff Präsident der RCA. Bei der 1939 New York World's Fair führte Sarnoff die erste regelmäßige Fernsehsendung ein. Anfang der 1950er Jahre setzte Sarnoff das Farbfernseh-System von NBC gegen das der Konkurrenz CBS durch.

Familie[Bearbeiten]

Am 4. Juli 1917 heiratete Sarnoff die Nachbarstochter Lizette Hermant, Tochter französischer Einwanderer, die sich ebenfalls in der Bronx niedergelassen hatten.[1] Die Ehe hielt 54 Jahre, bis zu seinem Tod.[2] Ihr entstammen drei Söhne: Robert W. Sarnoff,[5] Edward Sarnoff und Thomas W. Sarnoff. Robert beerbte seinem Vater 1971 als RCA-Vorsitzender; der jüngste Sohn, Thomas, wurde Vorsitzender von NBC West Coast.

Sein Cousin Eugene Lyons schrieb eine Biografie über Sarnoff.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d "Mrs. David Sarnoff dies at 79; Widow of Broadcasting Pioneer," New York Times, 10. Januar 1974.
  2. a b Museum of Broadcast Communications
  3. a b Radio Hall of Fame
  4. "Big Dream, Small Screen," The American Experience television series. (1997)
  5. Kleinfeld, N.R. "Robert Sarnoff, 78, RCA Chairman, Dies," New York Times. February 24, 1997.
  6. NAB Hall of Fame. In: National Association of Broadcasters. Archiviert vom Original am 5. Juni 2009. Abgerufen am 3. Mai 2008.