David Schwarz

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David Schwarz (um 1890)
Luftschiff von David Schwarz

David Schwarz (* 7. Dezember 1850 in Keszthely; † 13. Januar 1897 in Wien) war ein Luftfahrtpionier. Er schuf das erste Metallluftschiff.

Leben[Bearbeiten]

David Schwarz wurde als Sohn jüdischer Eltern in Keszthely im Königreich Ungarn geboren. Im Jahr 1880 heiratete er Melanie Kaufmann, die Tochter eines jüdischen Gasthauseigentümers. In Agram/Zagreb betrieb er 1890-1891 eine Mehlagentur. Seine Tochter war die Opern- und Operettensängerin Vera Schwarz.

Schwarz soll nur die Elementarschule besucht und eine kaufmännische Lehre in Županja absolviert haben. Eine spezielle technische Ausbildung hatte er nicht, er beschäftigte sich jedoch intensiv autodidaktisch mit Technik und entwickelte so beispielsweise diverse Verbesserungen für Holzschneidemaschinen.

Die Idee[Bearbeiten]

Erst in den 1880er-Jahren begann sich Schwarz mit Luftschiffen zu befassen. Anlass war sein Aufenthalt in einer Blockhütte in Kroatien zu Beginn des Winters. Er überwachte dort die Holzfällarbeiten in einem neu gekauften Forst. Als die Arbeiten länger als geplant dauerten, ließ sich Schwarz von seiner Frau aus Agram zum abendlichen Zeitvertreib Literatur schicken. Da ihm Charles Dickens und Victor Hugo nicht zusagten, wie aus einem Brief seiner Frau zu entnehmen ist, sandte sie ihm ein Werk von Aristoteles und ein Lehrbuch zur Mechanik. Wodurch Schwarz schließlich angeregt wurde, ein eigenes Luftschiff zu bauen, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Von nun an verfolgte er jedoch diesen Gedanken intensiv weiter. Das Holzgeschäft litt darunter und er erntete, wie viele andere Luftfahrtpioniere auch, viel Spott für sein Projekt. Seine Frau Melanie unterstützte ihn jedoch nach Kräften. Bereits zu dieser Zeit beschäftigte sich Schwarz mit der Verwendung von Aluminium für die Konstruktion, einem damals neuen Werkstoff.

In Russland[Bearbeiten]

Nachdem David Schwarz die Konstruktion seines Ganzmetallluftschiffes ausgearbeitet hatte, bot er seine Unterlagen in Wien dem Kriegsminister von Österreich-Ungarn an. Die Idee stieß auf Interesse, jedoch war niemand bereit, finanzielle Mittel für dieses Vorhaben zur Verfügung zu stellen.

Der russische Militärattaché in Wien, Oberst Sujew, empfahl Schwarz, dessen Luftschiffkonzept in St. Petersburg vorzustellen. Nach Verhandlungen mit dem russischen Kriegsministerium begann Schwarz im Jahr 1892 erste Aluminiumteile des geplanten Luftschiffs, die von Carl Berg in seiner Fabrik in Deutschland hergestellt wurden, nach Russland zu verschicken. Ab dem Jahr 1893 wurde das Luftschiff dann in zweijähriger Konstruktionsarbeit nach den Ideen von Schwarz konstruiert. Im Vozdukhoplavatelny Park, einem militärischen Testgelände, war hierfür eigens eine Luftschiffhalle errichtet worden. Im Herbst 1894 stellte sich heraus, dass die Entwicklungskosten drastisch überschritten wurden. Ursprünglich sollte das Vorhaben 1.500 Rubel kosten. Letztendlich verschlang die Konstruktion jedoch 100.000 Rubel. Nach diesem Rückschlag gab das russische Militär im Oktober 1894 das Luftschiffprojekt auf.[1]

Innerhalb der Literatur ist umstritten, ob das Luftschiff seinen Erstflug absolvierte, bevor das Projekt beendet worden war. Schwarz und später auch seine Witwe behaupteten, dass dort auch Probefahrten gemacht wurden, was jedoch nie belegt werden konnte. Die Fachwelt geht von Problemen bei der Füllung des Auftriebskörpers aus, wobei offen ist, ob die Gasqualität mangelhaft war oder konstruktive Probleme auftraten. Die Umstände der Rückkehr von Schwarz sind ebenfalls ungeklärt, jedoch wird von einer überhasteten Abreise aus Russland berichtet.

Luftschiffhalle St. Petersburg 1893

Zurück in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland gewann Schwarz, der nach einem Aluminiumverarbeiter gesucht hatte, den Industriellen Carl Berg für seine Idee, der bereits einige Erfahrungen in der Verarbeitung und Weiterentwicklung des noch neuen Werkstoffes Aluminium hatte und später auch Konstruktionsteile für Zeppelins erstes Luftschiff liefern sollte. Berg war zum damaligen Zeitpunkt einer von zwei Aluminiumfabrikanten in Deutschland. Mit seiner finanziellen und technischen Hilfe wurde das Luftschiff schließlich fertig projektiert und gebaut.

1895 wurde auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin mit dem Bau begonnen. Die preußische Luftschiffer-Abteilung stellte dafür ihr Gelände und zeitweilig auch Personal zur Verfügung. Die Teile wurden im Werk von Carl Berg in Eveking/Westfalen produziert und in Berlin unter der Anleitung von Schwarz zusammengesetzt.

Schwarz erlebte den erfolgreichen Jungfernflug seines Schiffes jedoch nicht mehr. Er war in den Jahren 1892 bis 1896 viel auf Reisen, was ihn wohl körperlich strapaziert hatte, außerdem war er nikotinsüchtig. Er brach am 13. Januar 1897 in Wien auf der Straße vor dem Restaurant „Zur Linde“ zusammen und verstarb wenige Minuten später in einem Hausflur an Herzversagen. Historische Quellen sprechen von einem Blutsturz. Kurz zuvor hatte er die Nachricht erhalten, dass sein Luftschiff zur Füllung mit Gas bereit wäre.

Die jüdische Gemeinde der Stadt Wien ehrte David Schwarz durch ein Ehrenbegräbnis und mit einem Grabmal auf dem Zentralfriedhof.

Nach dem Tod von Schwarz[Bearbeiten]

Seine Frau Melanie, die als energische und kluge Frau beschrieben wird, hatte danach große Schwierigkeiten, das vielversprechende Projekt zu Ende zu bringen. Insbesondere verweigerte das Militär die Zusammenarbeit, weil es eine „jüdische Sache“ sei, so dass sich zunächst kein Pilot für den Testflug finden ließ. Schließlich konnte sie Ernst Jagels dafür gewinnen. (Zitat?)

Das Schwarzsche Luftschiff[Bearbeiten]

Das Schwarzsche Luftschiff war das erste Ganzmetallluftschiff der Welt. Außer dem US-amerikanischen ZMC-2 aus den 1930ern erhob sich bis in die Gegenwart kein weiteres Schiff dieser Konstruktionsweise in die Luft. Die Idee war jedoch nicht neu, schon Georg Baumgarten hat sie in einem seiner Patente "patentiert".

Das Schiff bestand aus einem festen Auftriebskörper mit innerem Gerüst, an dem die Gondel fest angebracht war. Beides stellten bis dahin nicht gekannte Merkmale eines Luftschiffes dar. Die Länge des Auftriebskörpers betrug 38,32 m. Die Hülle bestand aus 0,18 bis 0,20 Millimeter dicken Aluminiumblechbahnen, die luftdicht gefalzt und genietet, sowie über die innere Aluminium-Konstruktion gespannt waren. Der Auftriebskörper hatte einen Zylinder mit 12 m Durchmesser und 24,32 m Länge als Hauptelement. An der einen Seite war er durch ein 3 m hohes Halbkugelelement abgeschlossen, der Bug bestand aus einem 11 m langen Kegel. Er war in 13 Segmente (Gaszellen) eingeteilt, die je eine eigene Füllöffnung unten besaßen.

Das innere Gerüst war ebenfalls 24,32 m lang, 8 m breit und bestand aus zwei Längsgitterträgern mit zwei parallelen Zwischenträgern und zehn Querträgern (alle in einer Ebene) Die Träger bestanden aus 200-mm-Gittern und waren aus 20x20x2-mm-Winkeln gebaut worden. Die Gondel hing an vier Gitterträgern, die an zwei Querträgern des Hauptrahmens befestigt waren, etwa 4,4 m unter dem Auftriebskörper. Sie war durch weitere Träger verspannt. Der Antrieb bestand aus einem 16-PS-Daimler-Motor, aus damaliger Sicht ein Hochleistungstriebwerk. Es trieb über Riemen zwei außenliegende Propeller mit je 2 m Durchmesser und einen Propeller am Ende der Gondel mit 2,6 Metern Durchmesser an. Der Motor war weiterhin über ein Winkelgetriebe mit einem 2-m-Propeller unter dem Gondelboden verbunden, der für vertikalen Schub sorgen sollte.

Fertigstellung des Schiffes[Bearbeiten]

Das Schiff wurde nach Verzögerungen erstmals am 9. Oktober 1896 mit Gas befüllt, jedoch war das Ergebnis nicht zufriedenstellend, da das von den Vereinigten Chemischen Fabriken aus Leopoldshall (bei Staßfurt) gelieferte Wasserstoffgas nicht die benötigte Qualität aufwies und daher nicht genug Auftrieb erzeugte. Man hatte mit 1,15 kg/m³ gerechnet. Gas ausreichender Qualität konnte erst ab dem 13. Januar 1897 geliefert werden, dem Todestag von Schwarz.

Die erste Fahrt[Bearbeiten]

Am 3. November 1897 erhob sich dann in Tempelhof b. Berlin das erste Mal ein Starrluftschiff in die Lüfte. Es erreichte eine Höhe von 400 m. Es musste allerdings notlanden, da die Treibriemen von den Motoren sprangen und somit die Steuerung ausfiel. Dabei ging es zu Bruch. Der Pilot erlitt nur leichte Verletzungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Braun: Aufstieg und Niedergang der Luftschifffahrt - Eine wirtschaftshistorische Analyse. eurotrans-Verlag, Regensburg 2007, ISBN 3936400229, S. 177 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Dieter Seifert: Schwarz, David. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 805 f. (Digitalisat).
  • Ch. Mentschl: Schwarz David. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2803-7, S. 429 f. (Direktlinks auf S. 429, S. 430).
  • Carl Berg: David Schwarz, Carl Berg, Graf Zeppelin: Ein Beitrag zur Geschichte der Zeppelin-Luftschiffahrt in Deutschland; Eigenverl.; München 1926
  • Cvi Rotem: David Schwarz, Tragödie des Erfinders; Manuskript 1983
  • Eckhard Trox(Hrsg.): Der Traum vom Fliegen. Carl Berg und die Luftschiffidee von Lüdenscheid bis Lakehurst. (Forschungen zur Geschichte Preußens im südlichen Westfalen, Bd. 4). Lüdenscheid, 2000
  • G. Bresonik, David Schwarz - Carl Berg - Graf Zeppelin, Ein Beitrag zur Frühgeschichte des Starrluftschiffes, in: Zeppelin und Frankreich. Szenen einer Hassliebe (Hrsg. W. Meighörner), Friedrichshafen 1998, 42-57

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dávid Schwarz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien