De Grasse (1940)

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Die De Grasse war ein französischer Leichter Kreuzer, der 1940, noch auf Stapel liegend, von der Wehrmacht erbeutet wurde und als deutscher Flugzeugträger fertiggestellt werden sollte. Sie war nach dem französischen Admiral Comte de Grasse benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die De Grasse war am 28. August 1939 in Lorient auf Stapel gelegt worden. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen während des Frankreichfeldzuges in Lorient im Juni 1940 wurde der Schiffsneubau als deutsche Kriegsbeute beschlagnahmt.

1942 wurden in der Kriegsmarine Überlegungen angestellt, wie man schnell an Flugzeugträger kommen könnte. Da ein brauchbarer halbfertiger Neubau schneller zu einem Träger fertiggestellt werden konnte als ein völliger Neubau, wurden entsprechende Neubauten gesucht und auch die De Grasse in die Planung aufgenommen, um sie als Flugzeugträger für die deutsche Flotte fertigzubauen. Entsprechende Baupläne wurden erstellt und am 3. Dezember 1942 der Befehl zum Umbau des Schiffes zum Flugzeugträger erteilt.

Mit dem Befehl von Adolf Hitler vom 26. Januar 1943, alle Großschiffbauten einzustellen, wurden Anfang Februar 1943 auch die kaum angelaufenen Baumaßnahmen an der De Grasse beendet.

Aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Größe hätte die De Grasse nur 23 Flugzeuge tragen können, sie wäre also ein Leichter Flugzeugträger geworden.

Flak-Kreuzer De Grasse

Im Mai 1945 endete die deutsche Besetzung von Lorient, und die Franzosen begannen den Weiterbau des Schiffes als Kreuzer. Am 11. September 1946 lief die De Grasse vom Stapel. Durch Mangel an Geld und moderner Technik konnte das Kriegsschiff erst am 3. September 1956 als Flak-Kreuzer in Dienst gestellt werden. 1974 wurde die De Grasse außer Dienst gestellt und 1976 verschrottet.

Literatur[Bearbeiten]

Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945 in 68 Bänden, Verlag Mittler & Sohn, Herford 1988–1996. ISBN 9783813206371.