De Groene Amsterdammer

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De Groene Amsterdammer ist eine niederländische politische Wochenzeitschrift. Sie erscheint donnerstags. Die verkaufte Auflage betrug im ersten Quartal 2008 12.636 Exemplare.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zeitschrift erschien am 1. Juni 1877 erstmals unter dem Namen "De Amsterdammer - weekblad voor Handel, Industrie en Kunst". Zielgruppe war das intellektuelle liberale Bürgertum. Am 14. März 1925 erhielt sie ihren heutigen Namen. Während der deutschen Invasion im Zweiten Weltkrieg wurde das Erscheinen für einen Monat unterbrochen, erst am 8. Juni 1940 kam wieder eine mit ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Artikeln gefüllte Ausgabe heraus. Mit der vorläufig letzten Ausgabe vom 12. Oktober 1940 wurde De Groene Amsterdammer freiwillig eingestellt.

Die erste Nachkriegsausgabe vom 16. Juni 1945 leitete den Neustart ein. Im Januar 1949 kam es beinahe zu einer Fusion mit dem gleichgesinnten Magazin Vrij Nederland. Nach einem Streit zwischen den beiden Eigentümern des Blattes, Rients Dijkstra und Theo Moussault, nahm letzterer Kontakt mit dem Chefredakteur von Vrij Nederland, Henk van Randwijk auf, ein von Dijkstra eingeleitetes Schnellverfahren und der Widerstand der Redaktion von De Groene Amsterdammer gegen van Randwijk als Chefredakteur vereitelten jedoch diese Pläne. Die Auflage von De Groene Amsterdammer fiel von da an bis 1975 stetig, Vrij Nederland konnte sich jahrelang nur durch Unterstützung seitens der Zeitung Het Parool und dem Verlag "Arbeiderspers" halten.

1994 ging De Groene Amsterdammer online und war damit einer der Pioniere in den Niederlanden. Die Ausgaben von 1877 bis 1940 wurden komplett digitalisiert und können kostenlos als Faksimile aufgerufen werden.

Bisherige Chefredakteure[Bearbeiten]

vor dem Zweiten Weltkrieg   nach dem Zweiten Weltkrieg
Johannes de Koo 1877–1894 Rients Dijkstra 1945–1970
kein Chefredakteur 1894–1897 kein Chefredakteur 1970–1985
Johannes de Koo 1897–1907 Martin van Amerongen 1985–1997
Henri Pierre Leonard Wiessing 1907–1914 Gerard van Westerloo 1997–1998
kein Chefredakteur 1914–1920 Martin van Amerongen 1999–2002
Gerhard Wilhelm Kernkamp 1920–1929 Hubert Smeets 2003–2007
A.C. Josephus Jitta 1929–1936 Xandra Schutte 2008–
kein Chefredakteur 1936–1940
zeitweise Einstellung 1940–1945

Auflagenentwicklung[Bearbeiten]

1882 hatte das Blatt eine Auflage von 4.000 Exemplaren, 1939 waren 12.000 Exemplare erreicht. Die Nachkriegsauflage war mit 40.000 bedeutend höher (1946), fiel aber bis 1975 kontinuierlich, seitdem pendelt sie um einen Wert von 15.000.

Verkaufte Auflage seit der Ermittlung durch das "Oplage Instituut"
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Auflage 13.487 13.303 12.820 14.274 14.621 14.414 13.868 13.016 12.856

De Groene Amsterdammer heute[Bearbeiten]

De Groene Amsterdammer wendet sich an ein linksliberales intellektuelles Publikum und deckt mit den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport ein Themenspektrum ab, das dem von Tageszeitungen entspricht. Das Blatt hatte über die Jahre hinweg zahlreiche prominente Mitarbeiter und Autoren, darunter Frederik van Eeden, Loe de Jong, Simon Vestdijk, Willemijn Posthumus-van der Goot, Anton Levien Constandse und Geert Mak. Der Zeichner Opland war von 1947 bis kurz vor seinem Tod 2001 für De Groene Amsterdammer tätig.

Im Gegensatz zu den überregionalen Tageszeitungen des Landes gehört De Groene Amsterdammer nicht zu einem Konzern und betont ihre Unabhängigkeit. Die Redaktion besteht aus 14 Mitarbeitern.

Kurioses, Erwähnenswertes[Bearbeiten]

  • In der Ausgabe vom 10. März 1999 fanden sich Benito Mussolini, Augusto Pinochet und Josef Stalin als Chefredakteure im Impressum wieder. Der Layouter wollte damit offensichtlich gegen die Abschaffung der redaktionellen Selbstverwaltung protestieren.
  • Zur Feier des 125-jährigen Bestehens erschien De Groene Amsterdammer im Mai 2002 für eine Woche täglich.

Quellen[Bearbeiten]

  • Jan van de Plasse: Kroniek van de Nederlandse dagblad- en opiniepers / samengesteld door Jan van de Plasse. Red. Wim Verbei, Otto Cramwinckel Uitgever, Amsterdam 2005, ISBN 90-75727-77-1. (niederländisch; frühere Ausgabe: Jan van de Plasse, Kroniek van de Nederlandse dagbladpers, Cramwinckel, Amsterdam 1999, ISBN 90-75727-25-9)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Het Online Instituut (niederl./teilweise engl.)

Weblinks[Bearbeiten]