Kempen (Region)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von De Kempen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
De Kempen (Belgien und Niederlande)
Naturschutzgebiet "de Teut" in die Kempische Gemeinde Zonhoven

Die Kempen (auch Kempenland, wln. Campine) sind eine flache Sand- und Heidelandschaft in den belgischen Provinzen Antwerpen und Limburg und im Süden der niederländischen Provinz Nordbrabant.

Das Gebiet erstreckt sich von der Stadt Lier, 20 km östlich von Antwerpen, südwestlich von Eindhoven und westlich von Maaseik. Die Hauptstadt der Kempen ist Turnhout.

Die Römer gaben diesem sandigen Grenzbezirk an der Maas den Namen Campina (Felder), daher stammt die heutige niederländische Bezeichnung Kempen.

Metallindustrie und Bergbau[Bearbeiten]

Wegen der Sandgrunde war De Kempen bis ins 19. Jahrhundert ein armes agrarisches Gebiet, in dem sich Landwirtschaft kaum lohnte. Größere Städte fehlten.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich verschiedene Metallfabriken in der dünn bevölkerten Gegend an. Obwohl es sich dabei um stark verunreinigende Zinkfabriken wie in Lommel, Balen, Overpelt, Olen und Budel handelte, außerdem eine Arsenikfabrik in Bocholt, war man froh über die vielen neuen Arbeitsplätze. Die Verunreinigung wirkt an diesen Orten bis heute nach. So ist es verboten, eigenes Grundwasser zu trinken.

1901 wurde im Limburger Steinkohlerevier (niederländisch Kempens steenkoolbekken) Steinkohle entdeckt. Im Kempenland war zeitweilig eines der fünf belgischen Kohlenreviere.[1] Mitte der 1960er Jahre förderten die sechs dortigen Zechen pro Jahr 10 Millionen Tonen Kohle (zum Vergleich: die 36 Zechen im französischen Sprachgebiet (Wallonie) förderten etwa gleich viel).[2]

Eindhoven entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung und eines anhaltenden Bevölkerungswachstums maßgeblich durch das Wachstum der Firma Philips zu einer Großstadt.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel 9/1959: Das Ende der Schonzeit
  2. Die Zeit 16/1966: Schwarzes Gold glänzt nicht mehr