De Wilhelmus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

De Wilhelmus (Der Wilhelmus) ist die Hymne der Großherzöge von Luxemburg. Die Nationalhymne ist jedoch Ons Heemecht.

Geschichte[Bearbeiten]

De Wilhelmus (Der Wilhelmus) und die niederländische Nationalhymne Het Wilhelmus (Der Wilhelmus) haben einen gemeinsamen Ursprung. Der Text beider Hymnen war bis zur Neufassung des Textes von De Wilhelmus (Der Wilhelmus) 1915 identisch. Denn er bezog sich auf den König der Niederlande, der bis 1890 in Personalunion zugleich auch Großherzog von Luxemburg war und wie auch der heutige Großherzog von Luxemburg aus dem Hause Nassau stammt. Der heutige Großherzog von Luxemburg ist nach wie vor Großherzog von Luxemburg und Herzog von Nassau, stammt aber aus dem Hause Nassau-Weilburg.

Die Melodie des heutigen luxemburgischen De Wilhelmus (Der Wilhelmus) stammt von einer Melodie, die jedoch erst im „oude Geuzenlied“, das 1581 gedruckt wurde, belegt ist. Diese Melodie wurde 1883 zu Ehren eines Besuches von Wilhelm III., König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg, und seiner Frau Emma von Waldeck-Pyrmont von Philippe Manternach für seinen Marsch „Vive le Roi! Vive la Reine!“ (Es lebe der König! Es lebe die Königin!) benutzt. Einige Jahre später wurde die Melodie neben Ons Heemecht zur Begrüßung des Großherzogs Adolph I. verwendet. Der erste luxemburgische Text wurde jedoch erst 1915 von Wilhelm Goergen veröffentlicht, um an den Wiener Kongress 1815 zu erinnern. 1919 wurde die Hymne anlässlich der Hochzeit von Großherzogin Charlotte geschaffen und am 23. Januar 1920 uraufgeführt. Schließlich wurde die ursprünglich erste Strophe gestrichen. 1939 wurde eine leicht veränderte Textversion veröffentlicht, die sich jedoch nicht etablierte.

Heutiger Text von De Wilhelmus (Der Wilhelmus)[Bearbeiten]


Zwê Kinnekskanner, de' trei sech le'f,
ko'men ausenâner weit an de'f;
Zwê Kinnekskanner, de' trei sech le'f,
hunn och stëll gebiet datt Fridde ge'f:
Haut weisen si der ganzer Welt
en engem Feld
d'Goldlilje mat dem ro'de Kro'nele'w;
Haut dron s'a jongem Glëck Hand an Hand
d'Hoffnonk vun dem Letzeburger Land.

II
D'Wilhelmusweis voll Mutt, Krâft a Schwonk
fle'ßt durch d'Blutt ons we' e Feierdronk:
d'Wilhelmusweis voll Mutt, Krâft a Schwonk
mëcht âl Hierzer an âl Zeite jonk.
An op de Fielzen un der Our
de wei
en Tur
hieft himmelhe'ch eng sche'n Erënneronk.
Haut dre't e stolzt Geschlecht Hand an Hand
Nuem a Le'ft vum Letzeburger Land.

III
Mir hunn a schwe'rer Zeit Trei bekannt,
t'gong fir d'Freihét an et gong fir d'Land;
mir hunn a schwe'rer Zeit Trei bekannt,
d'E'er agesat zum Ennerpand.
A wann eng nei Gefôr en drêt,
mir si berêt,
mir halen nês mat Hierz a Wëlle stand;
Da stêt rem fro' a stolz Hand an Hand
Gro'ß a Kleng am Letzeburger Land.

IV
So' werden s'ëmmerzo' êneg gôn,
Fürst a Vollek Frêd we' Lêd mat drôn;
So' werden s'ëmmerzo' êneg gôn,
Ganz hir Pflicht ge'nt sech an d'Hémecht dôn;
E starke Stâm an âler Erd,
an duebel wert
mat freier Kro'n voll Saft a Sonn ze stôn.
O Herrgott, lêt du trei Hand an Hand
d'Kanner vun dem Letzeburger Land!
Aus all Gefôre lêt glëcklech durch
Blutt a Gêscht vum freie Letzeburg!

Ursprünglicher Text von De Wilhelmus (Der Wilhelmus) bis zu seiner Neufassung 1915[Bearbeiten]

Adriaen Thomasz Key: Wilhelm von Nassau-Dillenburg (um 1575)
Wilhelm I. (1555)
Wilhelm Alexander Paul Friedrich Ludwig von Oranien-Nassau, von 1849 bis 1890 König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg

Der ursprüngliche Text von De Wilhelmus (Der Wilhelmus) war bis zur Neufassung des Textes von De Wilhelmus (Der Wilhelmus) 1915 identisch mit der niederländischen Nationalhymne Het Wilhelmus (Der Wilhelmus), welche ein Akrostichon ist; das heißt, die Anfangsbuchstaben der fünfzehn Strophen ergeben den Namen Willem van Nazzov. Der Originaltext war deutsch (allerdings altertümlich). Die niederländische Fassung war eine Übersetzung des deutschen Originaltextes. [1]

Wilhelmus von Nassawe
bin ich von teutschem blut,
dem vaterland getrawe
bleib ich bis in den todt;
ein printze von Uranien
bin ich frey unverfehrt,
den könig von Hispanien
hab ich allzeit geehrt.

In Gottes forcht zu leben
hab ich allzeit betracht,
darum bin ich vertrieben,
umb land, und leut gebracht;
aber Gott soll mich regieren
als ein gut instrument
das ich mag widerkehren
wol in mein regiment.

Leid euch, mein untersassen,
die auffrecht sein von art,
Gott wird euch nicht verlassen,
all seit jhr nun beschwert;
wer from begert zu leben
der bitt Gott nacht und tag,
das er mir krafft wöll geben,
das ich euch helffen mag.

Leib und gut als zusammen
habe ich nit gespart,
mein brüder hoch mit name n
haben euch auch verwart;
Graff Adolff ist geblieben
in Friesland in der schlacht,
sein seel im ewigen leben
erwardt den jüngsten tag.

Edel und hochgeboren,
von keyserlichem stamm,
ein fürst des reichs erkoren,
als ein from christenman,
für gottes wort geprisen
hab ich frey unverzagt,
als ein held sonder forchten,
mein edel blut gewagt.

Mein schild und mein vertrawen
bistu, o Gott mein herr,
auff dich so will ich bawen,
verlas mich nimmer mehr;
das ich doch from mag bleiben,
dir dienen zu aller stund,
die tyranney vertreiben
die mir mein hertz durchwund.

Von allen, die mich beschweren,
und mein verfolger sein,
mein Gott, wölst doch bewaren
den trewen diener dein;
das sie mich nit verraschen
in ihrem bösen mut,
jr hende nit thun waschen
in mein unschüldigen blut.

Als David muste fliehen
vor Saulo dem tyrann,
so hab ich müssen weichen
mit manchem edelman;
aber Gott thet jhn erheben,
erlösen aus aller not,
ein königreich gegeben
in Israel, sehr gros.

Noch sawr werd ich empfangen
von Gott meim herren das süsz,
darnach so thut verlangen
mein fürstelich gemüt;
das ich doch möge sterben
mit ehren in dem feld,
ein ewigs reich erwerben
als ein getrewer heldt.

Nichts thut mich mehr erbarmen
in meinem widersput,
denn das man sicht verarme n'
des königs landen gut;
das euch die Spanier krencke n,
o edel Niderland gut,
wenn ich daran gedencken,
mein edel hertz das blut.

Als ein printz auffgesessen
mit meiner heereskrafft,
wol von dem feind vermessen
hab ich die schlacht verwacht;
der, bey Mastrich lag vergraben,
beförchtet mein gewalt,
mein reuter sach man traben
sehr mutig durch das feld.

So es der wil des herren
auf die zeit wer gewest,
het ich gern wöllen kehren
von euch dis schwere tempest;
aber der herr dort oben,
der alle ding regiert,
den man allzeit mus loben,
der hat es nit begert.

Sehr christlich war getrieben
mein fürstelich gemüt;
standhafftig ist geblieben
mein hertz in widerspüt;
den herrn hab ich gebeten,
aus meines hertzen grundt,
das er mein sach wöll richten,
mein unschuld machen kundt.

Urlaub, mein armen schaffen,
die sein in grosser not,
ewer hirt der sol nit schlaffen;
und, seid jr nun verstrewt,
zu Gott wölt euch begeben,
sein heilsam wort nempt an,
als fromme christen leben,
sol hie bald sein gethan.

Vor Gott wil ich bekennen
und seiner grossen macht,
das ich zu keinen zeiten
den könig hab veracht,
den das ich Gott den herren,
der höchsten majestet,
hab müssen obedieren
in der gerechtigkeit.

Wilhelmus van Nassouwe
ben ik, van Duitsen bloed,
den vaderland getrouwe
blijf ik tot in den dood.
Een Prinse van Oranje
ben ik, vrij, onverveerd,
den Koning van Hispanje
heb ik altijd geëerd.

In Godes vrees te leven
heb ik altijd betracht,
daarom ben ik verdreven,
om land, om luid’ gebracht.
Maar God zal mij regeren
als een goed instrument,
dat ik zal wederkeren
in mijnen regiment.

Lijdt u, mijn onderzaten
die oprecht zijt van aard,
God zal u niet verlaten,
al zijt gij nu bezwaard.
Die vroom begeert te leven,
bidt God nacht ende dag,
dat Hij mij kracht wil geven,
dat ik u helpen mag.

Lijf en goed al te samen
heb ik u niet verschoond,
mijn broeders hoog van namen
hebben 't u ook vertoond.
Graaf Adolf is gebleven
in Friesland in den slag,
zijn ziel in 't eeuwig leven
verwacht den jongsten dag.

Edel en hooggeboren,
van keizerlijken stam,
een vorst des rijks verkoren,
als een vroom christenman,
voor Godes woord geprezen,
heb ik, vrij onversaagd,
als een held zonder vrezen
mijn edel bloed gewaagd.

Mijn schild ende betrouwen
zijt Gij, o God mijn Heer,
op U zo wil ik bouwen,
verlaat mij nimmermeer.
Dat ik doch vroom mag blijven,
Uw dienaar t’aller stond,
de tirannie verdrijven
die mij mijn hart doorwondt.

Van al die mij bezwaren
en mijn vervolgers zijn,
mijn God, wil doch bewaren
den trouwen dienaar dijn,
dat zij mij niet verrassen
in hunnen bozen moed,
hun handen niet en wassen
in mijn onschuldig bloed.

Als David moeste vluchten
voor Sauel den tiran,
zo heb ik moeten zuchten
als menig edelman.
Maar God heeft hem verheven,
verlost uit alder nood,
een koninkrijk gegeven
in Israël zeer groot.

Na 't zuur zal ik ontvangen
van God mijn Heer dat zoet,
daarna zo doet verlangen
mijn vorstelijk gemoed:
dat is, dat ik mag sterven
met eren in dat veld,
een eeuwig rijk verwerven
als een getrouwen held.

Niet doet mij meer erbarmen
in mijnen wederspoed
dan dat men ziet verarmen
des Konings landen goed.
Dat u de Spanjaards krenken,
o edel Neerland zoet,
als ik daaraan gedenke,
mijn edel hart dat bloedt.

Als een prins opgezeten
met mijner heires-kracht,
van den tiran vermeten
heb ik den slag verwacht,
die, bij Maastricht begraven,
bevreesde mijn geweld;
mijn ruiters zag men draven
zeer moedig door dat veld.

Zo het den wil des Heren
op dien tijd had geweest,
had ik geern willen keren
van u dit zwaar tempeest.
Maar de Heer van hierboven,
die alle ding regeert,
die men altijd moet loven,
en heeft het niet begeerd.

Zeer christlijk was gedreven
mijn prinselijk gemoed,
standvastig is gebleven
mijn hart in tegenspoed.
Den Heer heb ik gebeden
uit mijnes harten grond,
dat Hij mijn zaak wil redden,
mijn onschuld maken kond.

Oorlof, mijn arme schapen
die zijt in groten nood,
uw herder zal niet slapen,
al zijt gij nu verstrooid.
Tot God wilt u begeven,
zijn heilzaam woord neemt aan,
als vrome christen leven,
't zal hier haast zijn gedaan.

Voor God wil ik belijden
en zijner groten macht,
dat ik tot genen tijden
den Koning heb veracht,
dan dat ik God den Heere,
der hoogsten Majesteit,
heb moeten obediëren
in der gerechtigheid.

Wilhelm von Nassau
bin ich, von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu
bleib’ ich bis in den Tod.
Ein Prinz von Oranien
bin ich, frei, unerschrocken,
den König von Spanien
hab’ ich allzeit geehrt.

In Gottes Furcht zu leben
hab' ich allzeit getracht't,
darum bin ich vertrieben,
um Land, um Leut' gebracht.
Aber Gott wird mich regieren
wie ein gutes Instrument,
dass ich werd' wiederkehren
in des meinen Regiment.

Leidet Ihr, meine Untertanen
die (ihr) aufrecht seid von Art,
Gott wird Euch nicht verlassen,
ob Ihr nun seid beschwert / belastet.
Der fromm begehrt zu leben,
bittet Gott Nacht und Tag,
dass Er mir Kraft soll geben,
dass ich Euch helfen darf.

Leib und Gut all' zusammen
hab' ich euch nicht verschont,
meine Brüder hohen Namens
haben's Euch auch schon gezeigt.
Graf Adolf ist geblieben,
in Friesland in der Schlacht,
seine Seel' im ewigen Leben
erwartet den Jüngsten Tag.

Edel und hochgeboren,
von kaiserlichem Stamm,
ein Fürst des Reichs erkoren,
als ein frommer Christenmann,
für Gottes Wort gepriesen,
hab' ich, frei unverzagt,
als ein Held ohne Furcht
mein edles Blut gewagt.

Mein Schild und mein Vertrauen
seid Ihr, o Gott mein Herr,
auf Euch so will ich bauen,
verlasst mich nimmermehr.
Dass ich doch fromm mag bleiben,
Euer Diener zu jeder Stund’,
die Tyrannei vertreiben
die mir mein Herz verwund’t.

Vor allen die mich belasten
und meine Verfolger sind,
mein Gott, wollest doch bewahren
den treuen Diener dein,
dass sie mich nicht überraschen
in ihrem bösen Mut,
ihre Hände nicht d'rin waschen
in meinem unschuldigen Blut.

Wie David musste flüchten
vor Saul dem Tyrann,
so hab' ich müssen schmachten
wie mancher Edelmann.
Aber Gott hat ihn erhoben,
erlöst aus aller Not,
ein Königreich gegeben,
in Israel sehr groß.

Nach dem Sauren werde ich empfangen
von Gott meinem Herrn das Süße,
danach so tut verlangen
mein fürstliches Gemüt.
Das ist, dass ich mag sterben
mit Ehren auf dem Feld,
ein ewig Reich erwerben
als ein getreuer Held.

Nichts tut mich mehr erbarmen
in meiner Widrigkeit
als das man sieht verarmen
des Königs Länder gut.
Dass Euch die Spanier kränken,
o edles Niederland süß,
wenn ich daran denke,
mein edles Herz das blutet.

Als ein Prinz aufgesessen
mit meiner Heereskraft,
von dem Tyrann vermessen
habe ich die Schlacht erwartet,
der, bei Maastricht (ist) begraben,
befürchtete meine Gewalt;
meine Reiter sah man traben
sehr mutig durch das Feld.

Wenn es der Wille des Herren
zu dieser Zeit gewesen wäre,
hätte ich gern wollen abkehren
von Euch diese schwere Härte/Prüfung.
Aber der Herr von hieroben,
der alle Ding' regiert,
den man allezeit muss loben,
der hat es nicht begehrt.

Sehr christlich war getrieben
mein prinzliches Gemüt,
standhaftig ist geblieben
mein Herz in Widrigkeit.
Den Herrn hab' ich gebeten,
aus meines Herzens Grund,
dass Er meine Sache möge retten,
meine Unschuld machen kund.

Verzeiht meine arme Schafe
die (ihr) seid in großer Not,
Euer Hirte wird nicht schlafen,
ob Ihr nun seid zerstreut.
Zu Gott sollt Euch begeben,
sein heilsam' Wort nehmt an,
als fromme Christen leben,
es wird hier schnell getan (vorüber) sein.

Vor Gott will ich bezeugen
und seiner großen Macht,
dass ich zu keinen Zeiten
den König hab' veracht't,
nur dass ich Gott dem Herrn,
der höchsten Majestät
hab' müssen gehorchen
in der Gerechtigkeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Hetzel: "Wilhelmus" und die Deutschen – Dissertation über die holländische Nationalhymne schockt die Nachbarn. In: Die Welt. 17. April 1996, abgerufen am 19. Juni 2014.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]