Deadline (Computerspiel)

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Deadline ist ein Computerspiel der US-amerikanischen Firma Infocom aus dem Jahr 1982. Es gehört zum Genre der Textadventures (Interactive Fiction).

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung im Stil einer klassischen Kriminalgeschichte spielt in Connecticut. Der reiche Unternehmer Marshall Robner ist tot. Er wird in seiner Bibliothek gefunden, die Tür ist von innen verschlossen. Der Spieler, ein Polizeiermittler, soll den Mörder finden. Mit Unterstützung von Sgt. Duffy ermittelt er gegen sechs Verdächtige, die sich auf dem Anwesen Robners befinden.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Das Text-Adventure wird über Tastatur gesteuert. Englische Worte, Kurzsätze und komplexere Sätze werden dabei in einen Text-Parser eingegeben. Der Spieler beobachtet die sechs Verdächtigen, befragt sie und sammelt Beweismittel. Deadline ist innerhalb eines Zeitlimits zu lösen. In der Packungsbeilage befinden sich polizeiliche Vernehmungsprotokolle der Verdächtigen, ein Foto des Tatorts und andere Gegenstände mit Hinweisen zur Spiellösung.

Entwicklungs- und Produktionsdetails[Bearbeiten]

Deadline hat keine Grafik und keinen Sound. Technisch wurde das Spiel mit der Z-machine realisiert; die Umsetzung erfolgte für den C 64, DOS, Atari-8-Bit, Atari ST, Amiga, Schneider CPC, Mac OS und Apple II. Entwickler war Marc Blank.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren betonte eine Rezension im Literaturteil der New York Times den erzählerische Charakter des Text-Adventures ("Deadline, in fact, is more like a genre of fiction than a game.").[2] Ein Spielbericht in einer deutschen Computerzeitschrift hob die eigenständigen Aktionen der sechs Verdächtigen und den abwechslungsreichen Handlungsverlauf hervor.[3]

Eine Untersuchung zur Computerspielgeschichte und -theorie aus dem Jahr 2006 würdigte den ambitionierten Ansatz des Adventures. Die realitätsnahe Geschichte aus dem Krimi-Genre markiere einen klaren Bruch mit den vorher im Bereich der Interactive Fiction vorherrschenden Fantasy-Handlungen. Erstmals werde auch mehr Wert auf die Dialoge mit plastischen Nicht-Spieler-Charakteren, als auf die Lösung von Rätseln gelegt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Überblick zu Entwicklung und Produktion unter Deadline bei MobyGames (englisch).
  2. Vgl. Edward Rothstein: Reading and Writing: Participatory Novels. In: The New York Times Book Review vom 8. Mai 1983.
  3. Vgl. M.Kohlen/Heinrich Lenhardt: Witness/Suspect/Deadline. In: Happy Computer Sonderheft 3/1985.
  4. Vgl. Jimmy Maher: Let's Tell a Story Together. A History of Interactive Fiction. Senior Honor's Thesis, University of Texas, Dallas 2006 (Kapitel 5 The Infocom Canon - The Early Mysteries: Deadline, The Witness, and Suspect).