Debora Vogel

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Debora Vogel (* 1902 Bursztyn in Lemberg; † August 1942 ebenda) war eine polnische Philosophin und Dichterin.

Leben[Bearbeiten]

Debora Vogel stammt aus einer jüdischen Intellektuellenfamilie aus Bursztyn in Galizien. Im Ersten Weltkrieg lebte die Familie in Wien, danach siedelte sie sich in Lemberg an. Vogel schloss das polnische Gymnasium in Lemberg ab und arbeitete zunächst als Erzieherin in einem Waisenhaus. Ab 1919 studierte sie Philosophie und Psychologie an der Universität Lemberg, ab 1924 an der Jagiellonen-Universität in Krakau, wo sie 1926 mit einer Arbeit über Hegel promovierte. Danach arbeitete sie in Lemberg als Dozentin für Psychologie.

Vogel schrieb auf Polnisch und Jiddisch und übersetzte oft ihre Texte auch ins Polnische. Sie war Freundin und „Muse“ des polnisch-jüdischen Schriftstellers Bruno Schulz und Verfasserin der Bücher Tog-figurn (1930) und Manekinen (1934), Akazies blien (Akazien blühen, 1935). Sie begeisterte sich für den Konstruktivismus in die Malerei und für die Moderne in der Literatur und war Mitglied des polnisch avantgardistischen Zirkels rund um Stanisław Ignacy Witkiewicz und Władysław Strzemiński (1893–1952).

Im August 1942 wurde sie mit ihrem Mann, dem Architekten Szulim Barenblüth, und ihrem sechsjährigen Sohn Aszker im Lemberger Ghetto erschossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anna Maja Misiak: Deutschsprachige Edition der Texte von Debora Vogel (1900-1942) (PDF, 151 Kb) in: „medaon.de“, Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung
  • Shloyme Bikel: Dvoyre Fogel’s ‘White Words.’, In: Writers of My Generation, Tel Aviv 1965
  • Jacob Birnbaum; Eliahu Shulman (Hrg.): Lexicon of the New Yiddish Literature, Vol. 7, New York 1968

Weblinks[Bearbeiten]