Debut (Björk-Album)

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Debut
Studioalbum von Björk
Veröffentlichung 13. Juli 1993
Label One Little Indian Records, Elektra Records
Genre Electronica, Deep House, Triphop, Jazz
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 48 min 15 s
Produktion Nellee Hooper, Björk
Chronologie
Björk
(1977)
Debut Post
(1995)

„Debut“ (franz. für Debüt, Erstauftritt) war das erste Soloalbum von Björk nach der Trennung von den Sugarcubes. Der Titel des Albums ist etwas irreführend, da Björk ihr tatsächliches Debüt-Album als Solokünstlerin schon 1977 im Alter von 11 Jahren veröffentlichte. Die Aufnahmen zu „Debut“ fanden in London mit verschiedenen Produzenten, z. B. Nellee Hooper, Howie B. und David Arnold, statt. Im Juni 2006 wurde das Album als DualDisc mit einer DTS-Tonspur als Bestandteil des „(____surrounded):“-Boxsets neu veröffentlicht.

Erfolg und Bedeutung[Bearbeiten]

„Debut“ erschien 1993 und kann als internationaler Durchbruch für die Künstlerin und zugleich als eines der wichtigsten Alben einer Künstlerin aus Island bezeichnet werden. Es erreichte in Schweden Platz 2, im Vereinigten Königreich Platz 3, in den Niederlanden und Neuseeland Platz 5, in Deutschland Platz 10, in Australien Platz 10, in der Schweiz Platz 18 und in Frankreich Platz 25 der Charts[1]. Außerdem landete „Debut“ bei seiner Veröffentlichung auf dem ersten Platz der Top Heatseekers-Charts des Billboard Magazins und erreichte Platz 61 der US-amerikanischen Albumcharts.

Das Album wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, so erhielt es im Vereinigten Königreich zweimal Platin, in den USA und Schweden einmal Platin und in Kanada Gold. Die Platinauszeichnung in den USA erreichte „Debut“, obwohl das Album in den Billboard-Charts nie über Platz 61 hinausgekommen war[2].

Das Album landete zudem auf diversen Hitlisten. So listete die Zeitschrift Q „Debüt“ unter den „50 besten Alben des Jahres 1993“ und den „90 besten Alben der 1990er“. Beim New Musical Express belegte das Album den ersten Platz der „Top 50 LPs des Jahres 1993“ und ist im Buch 1001 Albums You Must Hear Before You Die vertreten.[2]

„Debut“ war für Björks Karriere ein Wendepunkt in Richtung Selbstverwirklichung[3]. Nach dem Ende der eher rock-orientierten Sugarcubes war sie nach London gezogen und hatte Musiker mit elektronischem Hintergrund wie Nellee Hooper kennengelernt, die bei der Produktion von „Debut“ für die clubtauglichen Beats und synthetischen Sounds sorgten. Mit der Verbindung aus Björks exzentrischem Gesang, dem am Indie-Rock geschulten Songwriting und modernen Grooves gelang ihr so ein Brückenschlag vom Pop-Mainstream bis hin zum Indie- und Rock-Publikum, der nicht nur deshalb erstaunlich war, weil er einer isländischen Künstlerin gelang, sondern auch, weil in beiden Lagern Anfang der Neunziger Skepsis und Ablehnung gegenüber den jeweils anderen Klängen herrschte.

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Human Behaviour
  2. Crying
  3. Venus as a Boy
  4. There’s More to Life Than This (Recorded live at the Milk Bar toilets)
  5. Like Someone in Love (ein Jazz-Standard, aufgenommen mit Corky Hale)
  6. Big Time Sensuality
  7. One Day
  8. Aeroplane
  9. Come to Me
  10. Violently Happy
  11. The Anchor Song
  12. Play Dead

Wegen des Erfolgs der zusammen mit David Arnold für den Soundtrack des Films Young Americans aufgenommenen Single „Play Dead“ im Vereinigten Königreich (Platz 12 der UK-Singlecharts[4]) wurde dieses Stück auf späteren Auflagen als 12. Titel ergänzt. In Japan wurde „Atlantic“ als 13. Lied hinzugefügt.

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE AT CH UK US
1993 Human Behaviour
- - - - -
1993 Venus as a Boy
- - - 36 -
1993 Play Dead
41 - - 12 -
1993 Big Time Sensuality
- - - 17 -
1994 Violently Happy
100 - - 13 -

Videos[Bearbeiten]

Nicht nur der elektronische Klang der Singles sorgte für Aufsehen, sondern auch die visuelle Umsetzung in den Videos. Bei „Human Behaviour“ führte Michel Gondry Regie und versetzte Björk in eine Variante von Goldlöckchen und die drei Bären. Das Video war 1994 für sechs MTV Video Music Awards sowie einen Grammy Award nominiert, ohne jedoch eine Auszeichnung gewinnen zu können. Auch das Schwarz-Weiß-Video für „Big Time Sensuality“ von Stéphane Sednaoui, bei dem Björk auf der Ladefläche eines Lastwagens durch New York tanzt, und das in einer Irrenanstalt spielende „Violently Happy“ von Jean-Baptiste Mondino waren gewagt und trugen zur Popularität ihrer Songs bei. Sophie Muller drehte das Video zur zweiten Single „Venus as a Boy“, und Danny Cannon führte bei „Play Dead“ Regie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internationale Chartsplatzierungen von „Debut“
  2. a b „Debut“-Minisite auf bjork.com
  3. Alle Rezensionen zu Björk auf nordische-musik.de
  4. Biographie auf The Björk Picture Pages