Decken (Adelsgeschlecht)

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Der Kesselhaken ist das Wappen der Familie von der Decken

Die Familie von der Decken ist ein altes niedersächsisches Adelsgeschlecht. Das Zentrum der Familie befindet sich seit mehr als 750 Jahren in der Umgebung von Freiburg/Elbe im Land Kehdingen an der Unterelbe, dort am Südufer der Elbe zwischen dem Fluss Oste und der Stadt Stade.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wappen der Familie von der Decken im Wappenbuch von Johann Siebmacher 1605 dort auf Seite 181.

Erste Urkunden und Herkunft[Bearbeiten]

Herewart und Alverik von Deca sind die ersten urkundlich erwähnten Mitglieder der Familie. Sie waren um 1250 Vasallen des Ritters Friedrich von Haseldorf.[1][2][3] Friedrich war Kanonikus des Hamburger Domkapitels und wurde 1268 zum Bischof von Dorpat.

Die Familie von der Decken lässt sich bis zu Nicolaus de Deken zurückverfolgen, einem Knappen des Bremer Stifts, der ungefähr von 1290 bis 1360 auf dem Kampe zwischen Wechtern und Freiburg/Elbe einen Hof besaß.[4][5][6][7]

Entstehung der fünf Linien[Bearbeiten]

Um 1500 gab es die Hauptlinie der Familie und die Stader Linie, die 1602 im Mannesstamm erloschen ist. In der Hauptlinie gab es den Stader Bürgermeisters Claus von der Decken (1460-1541). Von diesem Bürgermeister stammen alle lebenden von der Decken ab.[8] Von den acht Kindern des Bürgermeisters gründeten fünf Söhne die fünf Stammlinien der Familie. Siehe: Stammliste der Familie von der Decken

Deckens in Südafrika[Bearbeiten]

Ein Abkömmling der Oerichsheiler Linie, Adolphus (1834–1886),[9] ein Sohn von Adolph Melchior (1806–1862), wandert 1855 über England nach Südafrika aus.[10] Von seinen vielen Nachfahren leben einige mit dem Namen von der Decken in King William's Town, in Fort Beaufort und in der Nähe von Durban.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen schwarzen Kesselhaken. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken steht ein gestümmelter natürlicher Eichenstamm mit beiderseits abhängendem grünen Blatt.

Historische Wappenbilder[Bearbeiten]

Stade zur Lebenszeit des Bürgermeisters Claus von der Decken. Eine Illustration aus der Sachsenchronik von 1492. Die Sachsen segeln nach Stade.[17]
Schloss Melkof ist seit 1810 im Besitz des Ministers Claus von der Decken. Foto von 1865.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]



Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Eiche mit Kesselhaken-Wappen auf dem Titelblatt der Familiennachrichten. Der Wappenspruch "Pro Aris et Focis" wird gut erklärt in der englischen Wikipedia.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Abschrift einer Urkunde von 1250/55 für Herewart und Alverik von Deca - Ausschnitt aus dem Hoyer Urkundenbuch von 1865 Herausgeber: Wilhelm v. Hodenberg - Heft IV - Hoyer Lehne - Seite 9 oben
Karte der Unterelbe von 1860 mit frühen Orten der Familie Neuhaus (Oste), Belum, Balje, Krummendeich, Laake, Freiburg/Elbe, Oederquart und Stade
Der Kesselhaken als Wappen der Familie von der Decken
  1. Wilhelm von Hodenberg (Hrsg.) Hoyer Urkundenbuch, Hannover 1855, 1. Abteilung Hoyer Hausarchiv, Heft IV: Hoyer Lehne, 10. Haseldorfer Güter: S. 8 und 9. Auf Seite 9 oben verweisen die ersten drei Zeilen auf eine Urkunde zu Herewart und Alverik von Deca, etwa 1250/55 'her vredeke' ist Friedrich von Haseldorf; 'twe houe' sind zwei Höfe; 'in den dorpen ierlinhusen' ist vermutlich in dem Dorf Ihlienworth 10 km südlich von Otterndorf; 'en pund' sind Abgaben; 'bedenem' ist der Ort Belum nordwestlich von Neuhaus (Oste); 'bultestrope (61,a)' bedeutet: siehe auf S. XI 61) 'Zum Amte Neuhaus an der Oste: … Bülsdorfist der älteste Ortsteil von Neuhaus.
  2. a b c d Wilhelm von der Decken, Die Familie von der Decken in ihren verschiedenen Verhältnissen … , 1865, S. 7
  3. Hans Christian Brandenburg in Blätter der Familie von der Decken 2006 Frühgeschichte der Familie, S. 7 linke Spalte: 1250/55 Her herewart unde alverik von Deca ...
  4. Thora von der Decken: Stammtafeln der Familie von der Decken, 1936
  5. Herwart und Thassilo von der Decken: Stammtafeln der Familie von der Decken, 1994
  6. Urkunde von 1360 im Staatsarchiv Stade: Rep 3, Altkloster 106, dort: Der Famulus = Knappe Claus (Nicolaus de Deken) bezeugt am 25. Juli 1360 die Urkunde mit folgenden Sachverhalt: Der Knappe Hinricus de Dozen (Heinrich von der Döse) verkauft dem Benediktinerkloster in Altkloster Land in der Feldmark Wechtern im Kirchspiel Freiburg/Elbe.
  7. Wilhelm von der Decken-Offen (in der Familie Perle genannt) in Blätter der Familie von der Decken, Nr.10, 1928/29 S.10 rechte Spalte: Die Abstammung der Familie von der Decken. Der Artikel enthält Erläuterungen zur Urkunde von 1360 und den Hinweis, Claus (Nicolaus de Deken) sei Besitzer des Hofes auf dem Kampe.
  8. Karl Ernst Hermann Krause: Decken, Claus von der. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 1.
  9. zum Taufeintrag von Adolphus, geboren am 8. Februar 1834 und getauft am 20. Februar 1834 in der Hauptkirche St. Trinitatis im damals dänischen Altona, Mutter: Anna Maria Ernestine Hume, unehelicher Vater: Claus Melchior Adolph von der Decken, siehe: Kirchenkreisarchiv Hamburg West / Südholstein - Kirchenbuchamt in Pinneberg
  10. Albrecht von der Decken-Hamburg / Hans-Christian Brandenburg-Lüneburg: Zur Herkunft und Stammfolge der Familie von der Decken in Südafrika, 2005, 32 Seiten
  11. Thassilo von der Decken: Anmerkungen zu den Stammtafeln der Familie von der Decken, 1998, 878 Seiten, S. 9
  12. Nach einem Beschluss des Deutschen Adelsrechtsausschusses von 2012 wird der Grafentitel fortgeführt von dem im ehelichen Mannesstamme von Johann Friedrich von der Decken abstammenden Primogenitus. Die Vererbung des Titels ist nicht an den Besitz von einem Gut geknüpft. Die Reihenfolge der Grafen zum Titel von 1833 ist: 1. Generalfeldzeugmeister Graf Johann Friedrich (1769–1840) - 2. Mitglied des Staatsrates Graf Adolphus (1807–1886) - 3. Abgeordneter des Deutschen Reichstags Graf George (1836–1898) - 4. Journalist Graf Ernst August (1867–1934) - 5. Graf Guido (1923–1944) - 6. Landwirt Graf Johann Georg (1912–1998) - 7. Dipl. Phys. & Dipl. Kaufm. Graf Albrecht (1945– ) - 19 patrilineare Nachfolger leben zurzeit in Benzerhof, Deckenhausen, Panker, Döse, etc.
  13. Hermann Adolf Lüntzel, Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim: hrsg. aus dessen Nachlasse, Band 1, 1858 Seite 108 Anmerkung 4 Beschreibung des Wappens der Grafen von Ringelheim mit Adler, Löwe und Greif
  14. August von Wersebe, Beschreibung der Gaue zwischen Elbe, Saale und Unstrut, Weser und Werra... Wie sie im 10ten und 11ten Jh. befunden sind.-Hannover, Hahn 1829 dort auf Seite 191: die angeblichen Grafen von Ringelheim siehe auch Mathilde die Heilige die zweite Frau von Heinrich dem Vogler und die heilige Mathilde von Ringelheim
  15. J. S. Ersch und J. G. Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste ... Brockhaus Leipzig 1836, 27. Theil, Seite 290, Anmerkung 11, dort Zitat von Meibom: Die Grafen von Ringelheim haben das alte Wappen der Sachsen sich zugeeignet; zum Beweise diene, daß die Königin Mathilde, die Gemahlin König Heinrichs des Voglers mit diesen Abzeichen noch jetzt in der Kirche des Klosters Pölde auf dem Eichsfelde gesehen werde. Aber sie hatte dieses Wappen schwerlich als geborene Gräfin von Ringelheim, sondern als Königin von Teutschland.
  16. Friedrich W. B. F. von dem Knesebeck: Archiv für Geschichte und Genealogie, 1842 Seite 229 bis 231 Grafendiplom für Georg von der Decken vom 30. Januar 1835
  17. Sachsenchronik von 1492 dort in der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek (WDB) auf S. 18+19 und im Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) S. 17+18. Die Chronik berichtet von dem Streit um das Erbe der Grafen von Stade zwischen Heinrich dem Löwen und dem Bischof Adalbero von Bremen. Siehe den Absatz Stader Erbe bei Heinrich dem Löwen.
  18. Walter Deeters, Martin Tielke: Hans Burchard Otto von der Decken im Biographischen Lexikon der Stiftung Ostfriesische Landschaft, Band 4, Aurich 2007, S. 92–93
  19. Karl Ernst Hermann Krause: Decken, Weipart von der. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 4.
  20. Ludwig Fromm: Decken, Ludwig Eberhard von der. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 3 f.
  21. a b Der Vater von Graf Friedrich von Hohenau ist Prinz Albrecht von Preußen. Er ist das zehnte Kind von König Friedrich Wilhelm III. und der sehr beliebten, hochverehrten, jung verstorbenen Königin Luise. Die älteren Brüder von Prinz Albrecht sind Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Kaiser Wilhelm I.. Siehe: Könige von Preußen.
  22. a b Melchior von der Decken, Rat am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg, Seite 575-616, 1933: Die Bewertungsgrundsätze in dem Schiedsverfahren über die Entschädigung für die in den Vereinigten Staaten beschlagnahmten deutschen Schiffe. (PDF; 4,2 MB) in der Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht dort Vol.3 1933: 16 A. Internationale Gerichtsbarkeit und Schiedsgerichtsbarkeit
  23. a b Peter von Allwörden, Wie vom Rittersaal aus Kultur und Tradition bewahrt werden. Zum Selbstverständnis der historischen Ritterschaft und des modernen Landschaftsverbandes. Stader Tageblatt 8. Januar 2008 (PDF; 201 kB)
  24. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon 1860 S. 434 Artikel zu: von der Decken. Dort ist ein Hinweis auf das von-der-Decken-Wappen bei Siebmacher mit der ungenauen Schreibweise: v. der Tecke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Decken family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien