Deckeneffekt

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Dieser Artikel beschreibt den testtheoretischen Effekt. Für die Verwendungen in der Pharmakologie, siehe Ceiling-Effekt (Pharmakologie).

Deckeneffekt (englisch ceiling effect) bezeichnet einen Messfehler, der auf der Überschreitung des Messbereichs beruht. Sein Gegenstück, ein Messfehler durch Unterschreitung des Messbereichs, heißt Bodeneffekt (englisch floor effect).

Beispiel[Bearbeiten]

Wenn man auf eine Briefwaage, die maximal 100 Gramm anzeigt, einen Brief auflegt, der über 100 Gramm wiegt oder ein Paket mit mehreren Kilogramm, zeigt die Waage immer 100 Gramm an, unabhängig davon, wie schwer der aufgelegte Gegenstand tatsächlich ist.

Testtheorie[Bearbeiten]

Ein guter Test ermittelt die Unterschiede zwischen den Testobjekten, auch an den „Rändern“, also bei den sehr starken und sehr schwachen Testteilnehmern. Ist ein Test so einfach, dass viele Probanden das optimale Ergebnis erzielen (z. B. die größtmögliche Punktzahl), obwohl ihre Leistungsfähigkeiten sehr verschieden sind, spricht man vom Deckeneffekt. Falls beispielsweise ein Intelligenztest so gestaltet ist, dass er den Intelligenzquotienten (IQ) einer Person ab einer gewissen Grenze nicht mehr zuverlässig messen kann, spricht man vom Deckeneffekt. In der Regel liegt diese Grenze bei etwa 140: Das heißt, das korrekte Ausfüllen jeder Frage im Intelligenztest führt zu einem IQ von 140. Ein noch besseres Resultat kann der Test gar nicht liefern, egal, wie intelligent die Testperson wirklich ist.

  • Beispiel:

Gegeben sei ein fiktiver Intelligenztest, dessen Ersteller behaupten, damit zuverlässig den Intelligenzquotientenbereich von 50 bis 150 IQ-Punkten abdecken zu können. Der Test bestehe lediglich aus mehreren mathematischen Subtests, in denen der Proband aufgefordert wird, nach logischen Kriterien gegebene Zahlenreihen fortzusetzen. Die anspruchsvollsten Zahlenreihen mögen folgende Gestalt haben:

a) 1 2 3 4 5 (Lösung: 6)
b) 2 4 6 8 10 (Lösung: 12)
c) 3 6 9 12 15 (Lösung: 18), etc.

Da diese Aufgaben vermutlich von vielen, auch intelligenzschwächeren Testteilnehmern korrekt gelöst werden können, intelligenzstarke Probanden aber erst recht keine Probleme haben dürften, wird vermutlich eine hohe Punktzahl nach Durcharbeiten aller Aufgaben von fast allen Probanden erreicht. Die Testergebnisse der meisten erreichen somit die „Decke“ (engl. ceiling), und die erwünschte Aussagekraft nimmt Schaden.

Im umgekehrten Fall, wenn der Test also so schwierig ist, dass viele Probanden null oder wenige Punkte erzielen, obwohl auch ihre Leistungsfähigkeit sich unterscheidet, spricht man vom Bodeneffekt bzw. Floor-Effekt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bortz & Döring (2005). Forschungsmethoden und Evaluation (S. 182). Heidelberg: Springer-Verlag. ISBN 3-540-41940-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joachim Krauth: Testkonstruktion und Testtheorie. Beltz Verlag 1995. ISBN 3-621-27286-0