Decktaxe

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Die Decktaxe ist ein Begriff aus der Tierzucht und bezeichnet das Entgelt, das der Besitzer des weiblichen Tieres für die Befruchtung an den Besitzer des männlichen Tieres bezahlt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vollblutzucht

In der Zucht des Englischen Vollblutpferdes wird die Decktaxe eines Hengstes von vielen Faktoren beeinflusst, von denen nachfolgend einige genannt werden:

Bei einem jungen Hengst, der von der Rennbahn ins Gestüt wechselt, richtet sich die Decktaxe zunächst einmal nach den gezeigten Leistungen auf der Rennbahn und nach seiner Abstammung. Je besser die Rennleistungen und je besser die Elterntiere des Hengstes, umso höher seine Decktaxe zu Beginn seiner Tätigkeit.

Hat ein Hengst schon eigene Nachkommen auf der Bahn, richtet sich das Deckgeld mehr und mehr nach den gezeigten Leistungen seiner Nachkommen. Sind die Nachkommen sehr gut, steigt die Decktaxe, andernfalls bleibt sie unverändert oder fällt.

In den großen Vollblutzuchtländern (Irland, England, Frankreich und den USA) richtet sich die Höhe der Decktaxe zusätzlich noch nach den Auktionsergebnissen, die die Nachkommen des Deckhengstes auf den jüngsten Auktionen erzielt haben. In Deutschland ist der Auktionsmarkt zu klein, als dass er als ein signifikanter Parameter verwendet werden kann.

Außer von diesen Basisparametern wird die Decktaxe noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Jeder Hengsthalter hat ein großes Interesse daran, dass sein Hengst möglichst viele gute Pferde auf der Rennbahn hat. Gute Pferde zeugt ein Hengst auch dadurch, dass er mit guten Stuten gepaart wird. Deswegen erhalten Stuten mit guten Rennleistungen oder solche, die selbst schon erfolgreiche Kinder auf der Rennbahn haben, oft einen Rabatt auf die veröffentlichte Decktaxe. Die Höhe dieses Rabattes richtet sich wiederum nach vielen Faktoren und wird in der Regel individuell ausgehandelt.

[Bearbeiten] Zahlungsvereinbarungen

Bei verschiedenen Hengsten werden unterschiedliche Zahlungsvereinbarungen für die Decktaxe angeboten. Je weiter die Zahlung nach hinten geschoben wird (näher zur Geburt des Fohlens) umso höher ist der eigentliche Betrag. Der Halter der Stute hat dafür eine größere Gewissheit, dass er auch tatsächlich ein Fohlen erhält. Wird die Decktaxe in zeitlicher Nähe zum Deckakt fällig, ist sie relativ gesehen gering, dafür hat der Stutenhalter das Risiko, dass seine Stute im Verlauf der Trächtigkeit das Fohlen verliert oder das Fohlen tot geboren wird.

Typische Zahlungskonditionen für die Decktaxe:

  • 5.000 Euro, 50 % bei der Deckung, 50 % bei positiver Herbst-Untersuchung am 1. Oktober.
  • 5.500 Euro, nach positiver Herbst-Untersuchung (Feststellung der Trächtigkeit durch einen Tierarzt) im Oktober
  • 6.000 Euro, bei 3 Tage lebenden Fohlen.

In der Vollblutzucht in Deutschland beträgt die Decktaxe für normale Hengste ca. 500 bis 2.500 Euro, für die mittlere Klasse ca. 3.000 bis 6.000 Euro und für gute bis sehr gute Hengste wird eine Decktaxe von 7.000 bis 15.000 Euro fällig, in Einzelfällen auch bis zu 20.000 Euro.

Eine Sonderstellung nimmt der Ausnahme-Hengst Monsun in Deutschland ein, für den eine Decktaxe von derzeit 150.000 Euro aufgerufen wird.

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die Decksaison 2007/2008.

[Bearbeiten] Hundezucht

Die Decktaxe bei Haushunden richtet sich prinzipiell nach vergleichbaren Kriterien, wie in der Pferdezucht. Ein als besonders typischer Vertreter seiner Rasse anerkannter Hund, oder ein im Sport, in der Fährtensuche, als Rettungshund etc. erfolgreicher Hund, erreicht eine höhere Decktaxe, als der Rüde vom Nachbarn, der genommen wird, weil er gerade da ist. Im Gegensatz zur Pferdezucht, gibt es allerdings auf Grund der Mehrfachgeburten bei Hunden die Möglichkeit, die ganze oder einen Teil der Decktaxe durch die Abgabe eines Welpen aus dem Wurf zu entrichten.

[Bearbeiten] Quellen

Hengstbuch 2008; herausgegeben von der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen, Köln

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