Deezer

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Deezer
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www.deezer.com
Beschreibung Musikstreaming-Service
Registrierung notwendig (Facebook-Zwang besteht seit dem 10. Okt. 2012 nicht mehr)
Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch und 17 weitere
Eigentümer BlogMusik SAS, Investor Leonard "Len" Blavatnik
Urheber Daniel Marhely, derzeitiger CEO: Axel Dauchez
Erschienen 22. August 2007
Mitglieder 26 Mio. , darunter 5 Mio. Premium-Abonnenten[1] (Stand: November 2013)
Status aktiv in 182 Ländern, weitere sollen folgen

Deezer ist ein internationaler Musikstreaming-Dienst, der im August 2007 seinen Betrieb aufnahm und durch das französische Unternehmen Blogmusik SAS betrieben wird. Deezer ist in 182 Ländern verfügbar und streamt einen Katalog von 30,7[2] Millionen Titeln (Stand 13. Juni 2014) mit einer Bitrate von bis zu 320 KBs[3] (laut eigenen Angaben). Deezer finanziert sich teilweise aus Werbung und hat zurzeit (mindestens) 26 Millionen Nutzer, von denen (mindestens) 5 Millionen zahlende Abonnenten sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Dienst wurde erstmals 2006 auf informeller Basis unter dem Namen Blogmusik.net gestartet. Eine Beschwerde der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM führte jedoch im Februar 2007 zu seiner Schließung.[4] Der Name wurde in Deezer geändert und der Betrieb am 22. August 2007 wiederaufgenommen.

Kurz nach der Eröffnung legte Universal Music eine Beschwerde ein, da nach deren Ansicht urheberrechtlich geschütztes Material unrechtmäßig bereitgestellt wurde.[5]

Der Betreiber berief sich dagegen auf eine Vereinbarung mit der SACEM, die bereits vor dem Namenswechsel erfolgt war. Mit Sony BMG konnte Deezer dagegen bereits im Oktober 2007 eine Zusammenarbeit vereinbaren, die die Nutzung der Titel dieser Gesellschaft ermöglichte.[6] Am 14. Mai 2008 unterzeichnete Universal Music France ein internationales Abkommen mit Deezer, das den Zugang zu ihrem Musik-Katalog ermöglicht. [7] Am 11. September 2008 meldeten Deezer und Warner Music International schließlich ein Abkommen zur Zurverfügungstellung des Musik-Katalogs des Major-Labels auf der Webseite. Die Titel waren zunächst nur in Frankreich abspielbar und sind inzwischen auch von Deutschland aus erreichbar.

Außer der Vereinbarungen mit drei der vier größten Plattenfirmen hat Deezer Verträge mit vielen selbstständigen Plattenfirmen abgeschlossen, wie Believe, Because Music, Beggars, The Orchard oder Naïve.

Zurzeit hat Deezer über 26 Millionen Nutzer, die auf einen Katalog von über 30 Millionen Titeln Zugriff haben (Stand: November 2013). Seit dem 15. Dezember 2011 ist das Angebot von Deezer auch in Deutschland verfügbar.

Am 10. Oktober 2012 erhielt Deezer eine Kapitalspritze in Höhe von 100 Mio. €, die vom "Warner Bros. Music"-Käufer und russischen Milliardär Leonard "Len" Blavatnik stammen. Dieser kaufte Warner Music erst einige Tage zuvor für eine Summe von rund 3,3 Milliarden €.

Deezer ist neben Spotify der einzige Service, der Musik via Applikation direkt auf die Smart TVs von Samsung, Toshiba und LG bringen kann. [8]

Funktionalitäten[Bearbeiten]

Ein Teil der gespeicherten Musikstücke ist direkt abrufbar; der Rest kann in Deutschland durch die Funktion des sogenannten Smart Radio, bei der eine kleine Gruppe von Künstlern zu einer Internetradio-Station mit sozialen Funktionen (ähnlich Last.fm) zusammengeschlossen wird, angehört werden.

Deezer bietet nicht nur Titel "auf Abruf" an, sondern auch das sog. SmartRadio, 45 Webradios in verschiedenen Musikgenren und MusikQuiz. Seit August 2008 wurden YouTube-Videos in die Webseite integriert, so dass die Benutzer sich Video-Clips direkt ansehen können.

Durch ein Plugin im Browser Google Chrome, das als Chrome App installiert wird, lässt sich in Deezer, falls über den Google Chrome genutzt, der sog. Offline-Modus aktivieren. Hierdurch lassen sich Alben und Singles, die man zu einer eigenen, individuellen Playlist zusammengestellt hat, auch ohne einen bezahlten Deezer-Account lokal auf dem PC speichern. Da hierbei jedoch die Chrome-Technik verwendet wird, werden die Stücke nicht als MP3 gespeichert, sondern lassen sich nur mit Google Chrome über den Browser selbst aufrufen, aber weder als eigenständige MP3-Datei speichern noch auf andere Geräte wie z. B. einen anderen Laptop mit Chrome und Deezer übertragen. Dieser Offline-Modus bietet jedoch zwei Vorteile: Einerseits müssen beim wiederholten Anhören von Stücken diese nicht erneut heruntergeladen werden und belasten somit auch nicht die Internetverbindung. Zum anderen lässt der Dienst Deezer auch ohne Internet-Verbindung, z. B. von einem Laptop aus unterwegs, über die Adresszeile im Browser oder über das Symbol der Chrome App öffnen und die offline gespeicherte Musik trotzdem anhören.

Musiker in Deezer[Bearbeiten]

Ein Teil der Einnahmen wird an die Musiker und Rechteinhaber weitergegeben. Die Höhe der Einnahmen pro Song hängt von dem benutzen Deezer-Angebot ab. Also ob der Song im kostenfreien Angebot oder in einem bezahlten Premium Abo 'gestreamt' wird. Die Einnahmen schwanken von Monat zu Monat und sind Landesabhängig. Zum Beispiel zahlte Deezer in Frankreich im Jahr 2012 für jeden Stream eines Songs zwischen 0,005 € (0,5 Cent) und 0,035 € (3,5 Cent).[9] [10]

Da alle verfügbaren Alben und Singles in Deezer sich nicht nur während des Anhörens herunterladen lassen, sondern auch gegen Bezahlung z. B. auf dem Smartphone oder mittels des für den Browser Google Chrome verfügbaren Offline-Modus - auch ohne Bezahlung - in diesem speichern lassen, befürchten manche Musiker, dass mittels legaler Programme diese Musik nicht in externen Bereichen wie Amazon oder iTunes gekauft wird, sondern über legale Programme in anderer Form gespeichert werden könnte. So ist es z. B. mittels eines Aufnahmeprogramms möglich, die gerade ablaufenden Töne mit dem Programm aufzunehmen und anschließend als separate Datei (z. B. als MP3) zu speichern. Hierdurch könnten Deezer-Nutzer den Kauf der Stücke umgehen, was zu Einnahmen-Ausfällen der Musiker führen könnte. Zwar ist zu den meisten Alben oder Stücken ein Link zu den Diensten Amazon MP3 und iTunes integriert. Aber mithilfe der Aufnahmetechnik und weiterer Tools möchten Nutzer möglicherweise diese Ausgaben vermeiden. Aus diesem Grund haben verschiedene Bands wie z. B. Metallica oder Rammstein ihre komplette Musiksammlung aus dem Archiv von Deezer entfernen lassen, so dass man diese nicht über Deezer aufrufen und hören kann.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Um neue potenzielle Kunden anzusprechen, schloss Deezer 2014 Partnerschaften mit Unternehmen, die einen großen Kundenkreis aufzuweisen haben. Dazu gehört TUI, das führende europäische Touristikunternehmen. TUI-Kunden bekommen demnach ein dreimonatiges Premium-Probeabo bei Buchung einer Reise.[11] Ein weiterer Partner ist der Elektronikkonzern Samsung, der 30 % Anteil am weltweiten Smartphone-Markt hat. Deezer wird auf den neuesten Modellen des Galaxy S5 vorinstalliert und auch hier bekommen Nutzer ein mehrmonatiges kostenloses Probeabonnement angeboten.[12]

Angebote und Abos[Bearbeiten]

Es gibt zwei verschiedene Deezer-Angebote.[13]

Name Preis Werbefrei Musik hören Weitere Features
Discovery Kostenlos ✘ Nein Unbegrenzt N/A
Premium+ 9.99 €/Monat ✔ Ja Unbegrenzt; 15-Tage-Probeabo Verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android etc.), Internet-TVs und offline

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Deezer legt zu und stellt neue Entwicklungen vor auf Mediabiz.de
  2. http://www.deezer.com/de/features/
  3. http://www.deezer.com/de/offers/
  4. BlogMusik devient Deezer Infos-du-net, 22. August 2007 (französisch)
  5. Universal: nos titres sont exploités illegalement sur Deezer, PC Inpact
  6. Presseerklärung von Deezer (PDF)
  7. Deezer ajoute Universal Music à son catalogue de musique en ligne, ZDNet.fr, 14. Mai 2008
  8. Pressebericht Smart TV
  9. Rates of Spotify competitors
  10. Uniform Motion - Update to Release Day Economics
  11. Neues von der Streaming-Front: Deezer urlaubsreif, Spotify holt Finanzexperten, Gideon Gottfried, Musikmarkt, 14. Februar 2014
  12. Streaming: Deezer auf Samsung Galaxy S5 vorinstalliert, Gideon Gottfried, Musikmarkt, 17. April 2014
  13. Deezer Angebote. Deezer.com. Abgerufen am 24. September 2014.