Defense Advanced Research Projects Agency

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Defense Advanced Research Projects Agency
– DARPA –
DARPA Logo.jpg

Emblem der DARPA
Aufstellung 1958
Land Vereinigte Staaten von Amerika
Streitkräfte Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika
Stärke 240
Unterstellung Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten
Stationierungsort Arlington County
Kommandeur
Deputy Director Kaigham (Ken) J. Gabriel
Modell des Hypersonic-Technology-Vehicle HTV-1, eine Entwicklung im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts FALCON der US Air Force und der DARPA

Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ist eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten, die Forschungs-Projekte für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten durchführt, u. a. auch Weltraumprojekte. Das jährliche Budget beträgt etwa drei Milliarden US-Dollar (Stand 2004).

Ursprünglich wurde sie unter dem Namen Advanced Research Project Agency (ARPA) am 7. Februar 1958[1] von Dwight D. Eisenhower gegründet. Seit 1996 heißt sie wie bereits zwischen 1972 und 1993 DARPA. Dazwischen trug sie noch einmal für drei Jahre den Namen ARPA.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 4. Oktober 1957 startete die Sowjetunion den Satelliten Sputnik. Dieses Ereignis löste in den USA den so genannten Sputnik-Schock aus. Die Anstrengungen für die Entwicklung von Militär- und Raumfahrttechnologien wurden intensiviert. Auch die Advanced Research Project Agency (ARPA) kann als Resultat des Sputnik-Schocks angesehen werden. Die Organisation fungierte als Koordinationsinstanz für Forschungsprojekte, denen finanzielle Unterstützung zugedacht wurde.

DARPA unterhielt keine eigenen Forschungseinrichtungen, sondern nutzte hierzu das Potential der universitären und militärischen Forschungseinrichtungen. Auch wenn die Projekte durch das Militär gefördert wurden, war ein weiterer Aspekt der technologischen Forschung außerhalb der militärischen Nutzbarkeit auch die wirtschaftliche Verwertbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse. Projekte, die durch die ARPA gefördert oder initiiert wurden, unterlagen in der Regel keiner strengen Geheimhaltung, sondern wurden von den Forschern, den beteiligten Forschungseinrichtungen und Unternehmen öffentlich publiziert und auf Kongressen vorgestellt. Zu den erfolgreichen Projekten zählen u. a. BSD-Unix und TCP/IP.

Als bekanntestes und erfolgreichstes Projekt kann das ARPANET angesehen werden, aus welchem das heutige Internet hervorging. 1969 verband das ARPANET die vier Rechnerknoten University of California Los Angeles, Stanford Research Institute, University of California Santa Barbara und die University of Utah. Außerdem wurden die Tarnkappentechnologie (Have Blue/Lockheed F-117) und das GPS von der DARPA entwickelt.

Gegenwärtige Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten]

Heute widmet sich die DARPA vorrangig der Terrorismusbekämpfung. In diesem Zusammenhang wurde beispielsweise das sehr umstrittene Information Awareness Office von der DARPA gegründet.

2003 rief die DARPA Forscher im Bereich Maschinelle Übersetzung zu einem „Blindwettbewerb“ auf. Sie sollten innerhalb eines Monats ein Übersetzungssystem von einer fremden Sprache nach Englisch entwickeln. „Blind“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass den Forschern erst am Starttag des Wettbewerbs mitgeteilt wurde, um welche Ausgangssprache es sich handelte, so dass sie gezwungen waren, Methoden vorzubereiten, die möglichst jede Sprache verarbeiten könnten. Das Ziel war, für die Sprachen kaum vorhersehbarer Konfliktherde (z. B. Afghanistan, Irak) möglichst schnell Übersetzungssysteme bereitstellen zu können, ohne die üblichen mehrere Jahre an Forschung und Entwicklung. Blindsprache war schließlich Hindi; der Wettbewerb wurde von dem Deutschen Franz-Josef Och[2] mit einem auf statistischen Modellen basierenden Übersetzungssystem gewonnen.

2004/2005 fand die DARPA Grand Challenge statt, bei der autonome Landfahrzeuge gegeneinander konkurrierten.

Continuous Assisted Performance[Bearbeiten]

Ein Programm mit dem Titel „Continuous Assisted Performance“ will „mit biotechnologischen Mitteln (Implantaten, Manipulation des Stoffwechsels, etc.)“ erreichen, dass Soldaten bis zu sieben Tage lang wach bleiben können, ohne dabei den Verstand zu verlieren.[3][4]

Erste, vergleichsweise harmlose Versuche macht die amerikanische Luftwaffe seit Jahren und verordnet ihren Piloten die Einnahme von Dexedrin (Amphetamin). Auf solchen medikamentösen oder auch genetischen Wegen sollen künftig auch Muskel- und Ausdauerkraft der Soldaten erhöht werden – „Metabolic Dominance and Engineered Tissue“ heißt das Projekt.[3]

Da die häufige Einnahme von Amphetamin jedoch gesundheitsschädlich ist, sucht die DARPA im Rahmen des Continuous Assisted Performance-Programms nach Alternativen.

In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder Berichte über eine enge Kooperation mit dem US-Pharmahersteller Cephalon auf. Cephalon produziert unter anderem das Medikament Provigil (in Deutschland unter dem Namen Vigil erhältlich). Provigil (Wirkstoff: Modafinil) ist ein hochpotentes Aufputschmittel und gehört zu einer Gruppe psychostimulierender Medikamente, die sich in der Molekülstruktur von den Amphetamin-artigen Stimulanzien deutlich unterscheidet.

Die DARPA und Cephalon sponserten der Harvard Universität erst kürzlich eine Studie, in der 16 gesunde Probanden 28 Stunden ohne Schlaf auskommen mussten. Die Personen mit Modafinilbeigabe schnitten in den kognitiven Tests besser ab als die mit Zucker-Placebo.[5]

Ultraperformance Nanophotonic Intrachip Communication[Bearbeiten]

Anfang Februar 2008 hat die DARPA die amerikanische Softwarefirma Sun mit der Forschung an neuen optischen Chip-Verbindungen beauftragt. Dafür stellt die DARPA Sun 44,29 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Suns Forschungsauftrag ist Teil des DARPA-Projekts „Ultraperformance Nanophotonic Intrachip Communication“ und beschäftigt sich mit den optischen Netzwerken, um Chips miteinander zu verbinden. Das Ziel: der Bau von Supercomputern mit sehr billigen Prozessoren, die über optische Netze miteinander verbunden sind und so sehr gut skalieren. Die optischen Verbindungen sollen dabei für hohen Datendurchsatz bei geringen Latenzen sorgen.

Dabei kooperiert Sun mit Proximity Communication, deren I/O-Technik zur Verbindung von Chips miteinander zum Einsatz kommt. Damit sollen so genannte virtuelle „Macrochips“ entstehen – eine große Zahl an einzelnen Chips, die gegenüber dem System wie ein einzelner sehr großer Chip arbeiten.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katie Hafner und Matthew Lyon: Arpa Kadabra oder die Geschichte des Internet. Übers. aus dem Amerikanischen von Gabriele Herbst. dpunkt-Verlag, Heidelberg 2000, 2. korrigierte Auflage, ISBN 3-932588-59-2.
    Originalausgabe: Where Wizards Stay Up Late: The Origins of the Internet. Simon & Schuster, New York 1996, ISBN 0-684-81201-0.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Defense Advanced Research Projects Agency – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.darpa.mil/body/arpa_darpa.html
  2. Infos zu Franz Josef Och Link geprüft 10. November 2009
  3. a b Netzzeitung vom 3. September 2003 Link geprüft 10. November 2009
  4. http://www.zeit.de/2003/35/M-Modafinil?page=1
  5. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26412/1.html
  6. http://www.golem.de/0803/58551.html