Deißlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deißlingen
Deißlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deißlingen hervorgehoben
48.1133333333338.6061111111111611Koordinaten: 48° 7′ N, 8° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 611 m ü. NHN
Fläche: 32,16 km²
Einwohner: 5930 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78652
Vorwahl: 07420
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 072
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kehlhof 1
78652 Deißlingen
Webpräsenz: www.deisslingen.de
Bürgermeister: Ralf Ulbrich (parteilos)
Lage der Gemeinde Deißlingen im Landkreis Rottweil
Donau Landkreis Freudenstadt Landkreis Tuttlingen Ortenaukreis Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aichhalden Bösingen (bei Rottweil) Deißlingen Dietingen Dornhan Dunningen Eschbronn Epfendorf Fluorn-Winzeln Hardt (Schwarzwald) Lauterbach (Schwarzwald) Oberndorf am Neckar Rottweil Rottweil Schenkenzell Schiltach Schramberg Sulz am Neckar Villingendorf Wellendingen Vöhringen (Württemberg) Zimmern ob RottweilKarte
Über dieses Bild

Deißlingen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rottweil.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Deißlingen liegt am Oberlauf des Neckars, etwa sieben Kilometer von der Kreisstadt Rottweil entfernt in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Auf der Gemarkung von Deißlingen befindet sich auch der Staatsbahnhof Trossingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Deißlingen grenzt im Norden an Zimmern ob Rottweil und Rottweil, im Osten an Aldingen und Trossingen, beide im Landkreis Tuttlingen, im Süden an Villingen-Schwenningen und im Westen an Dauchingen und Niedereschach, alle drei im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Größere Städte im Umkreis[Bearbeiten]

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Deißlingen hat eine Gemarkungsfläche von 3215 ha. Davon sind 238 Gebäude- und Freiflächen, 1179 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen, 1450 ha Wald und 269 ha Verkehrsflächen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Deißlingen besteht aus den Gemeindeteilen Deißlingen und Deißlingen-Lauffen. Die Gemeindeteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden Deißlingen und Lauffen ob Rottweil. Die beiden Gemeindeteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, der Gemeindeteil Deißlingen-Lauffen bildet zugleich eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher und einer örtlichen Verwaltungsstelle.[2]

Zum Gemeindeteil Deißlingen gehören das Dorf Deißlingen, der Weiler Hinterhölzer Höfe, die Höfe Langenfeld und Maienbühl und der Wohnplatz Bundesbahnhof Trossingen. Zum Gemeindeteil Deißlingen-Lauffen gehören das Dorf Lauffen ob Rottweil, die Weiler Hochhalden und Niederhalden, das Gehöft Lerchenbühl und der Wohnplatz Schachthaus. Im Gemeindeteil Deißlingen liegen die abgegangenen Burgen Hirnbach (Hornbach) und Neckarstetten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Pfarrdorf Deißlingen ist eines der ältesten im ehemaligen Oberamt Rottweil, erstmals genannt im Jahr 802 unter dem Namen Vila Tussenlinga. Noch älter sind Funde aus der Römerzeit (zum Beispiel Badanlage unter der katholischen Kirche) und der Besiedlung durch die Alemannen (Gräber 1930 und 1990 freigelegt).

Später gelangte Deißlingen durch Schenkungen und Verkauf aus kirchlichem, klösterlichem Besitz in reichsstädtischen, rottweilerischen Besitz, aus dem es sich Ende des 18. Jahrhunderts in die Selbstverwaltung lösen konnte. Anschließend gehörte der Ort zum Oberamt Rottweil, dem Vorläufer des gleichnamigen Landkreises, in dem das Oberamt 1934 aufging. Im Zuge der Kreisreform 1973 wurde Deißlingen dem neu gebildeten Schwarzwald-Baar-Kreis mit der Kreisstadt Villingen-Schwenningen zugeordnet, während Lauffen ob Rottweil beim Landkreis Rottweil verblieb.

Lauffen ob Rottweil wurde erstmals im Jahr 1248 schriftlich erwähnt, verbunden mit einem Güterbesitz des Zisterzienserklosters Salem. Stärker verbunden ist die Ortsgeschichte Lauffens mit dem nahe gelegenen Kloster Rottenmünster, welches viele Besitztümer auf der Gemarkung Lauffen hatte und zu dem es bis zur Gründung des Oberamtes Rottweil auch verwaltungstechnisch gehörte. Der Name geht auf den ehemaligen Wasserfall des Neckars im Ort zurück (siehe auch Wasserfälle in Deutschland und Laufen/Lauffen).

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1974 durch Vereinigung der Gemeinden Deißlingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Lauffen ob Rottweil (Landkreis Rottweil) neu gebildet. Hierbei wechselte der Kernort Deißlingen zurück zum Landkreis Rottweil.

Religionen[Bearbeiten]

Deißlingen blieb auch nach der Reformation römisch-katholisch. So gibt es auch heute noch mit St. Laurentius im Kernort und mit St., Georg in Lauffen zwei katholische Kirchengemeinden. Erst durch den Zuzug von heimatvertriebenen Protestanten nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil der evangelischen Gläubigen, die 1957 mit der Pauluskirche eine eigene Kirche erhielten. Die evangelische Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zudem war bis zu Ihrem Umzug nach Rottweil Ende 2011 auch die Neuapostolische Kirche mit einer Kirchengemeinde im Ort vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Nachfolger von Wolfgang Wesner (SPD), der nicht mehr kandidierte, wurde am 7. Dezember 2008 mit 79,12 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen Ralf Ulbrich gewählt, bislang Hauptamtsleiter in Bermatingen. Am 1. März 2009 trat er sein Amt an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 bracht folgendes Ergebnis:

  1. SPD 37,2 % (– 6,7) – 7 Sitze (– 1)
  2. CDU 30,6 % (– 19,9) – 6 Sitze (– 4)
  3. DUL 26,0 % (+ 26,0) – 5 Sitze (+5)
  4. FDP/DVP 6,1 % (+ 0,4) – 1 Sitz (=)

Ortschaftsrat Lauffen[Bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl ergab folgende Sitzverteilung:

SPD 6 Sitze
CDU 5 Sitze

Ortsvorsteherin ist Cordula Warmbrunn.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße und am Neckartal-Radweg, die beide an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Im Deißlinger Rathaus befindet sich als Dauerausstellung ein uhrenkundliches Museum.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über drei größere Gewerbegebiete: das Gewerbegebiet Breite im Gemeindeteil Deißlingen mit direktem Anschluss an die B27, das Gewerbegebiet Mittelhardt im südlichsten Teil der Gemarkung, welches sich am Kreuz B27/A81 befindet, und das Gewerbegebiet Lauffen im gleichnamigen Gemeindeteil und ebenfalls an der Bundesstraße gelegen.

Während jahrhundertelang die Landwirtschaft wichtigster Wirtschaftszweig war, wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie überall in der Region, die Uhrenindustrie auch in Deißlingen und Lauffen bedeutend. Nach dem allmählichen Niedergang der Branche haben sich heute zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen, auch bedingt durch die zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung, angesiedelt. Die bedeutendsten Arbeitgeber sind die Firmen Schuler-Rohstoff GmbH, PHG Peter Hengstler GmbH (Datentechnik), Menath Transporte GmbH (Spedition) und Knauf Gips KG (Gipswerke).

Verkehr[Bearbeiten]

Deißlingen ist über die Bundesstraße 27 (Blankenburg (Harz)Lottstetten) und die Auffahrt Villingen-Schwenningen der Bundesautobahn 81 verkehrsmäßig sehr gut angebunden.

In Deißlingen halten Züge der Bahnstrecke Rottweil–Villingen. Mit Einführung des 3er-Ringzuges erhielt der Ort den neuen Haltepunkt Deißlingen Mitte. Der ursprüngliche Bahnhof der Deutschen Bahn wird nicht mehr genutzt. Auf dem Gemeindegebiet Deißlingens befindet sich auch der Anfangspunkt der Trossinger Eisenbahn, Trossingen Bahnhof.

Die beiden Gemeindeteile befinden sich außerdem im Netz des Stadtbus Rottweil.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Seit August 2004 ist im Industriegebiet Mittelhardt das regionale Binnenzollamt angesiedelt.

Bildung[Bearbeiten]

Deißlingen hat eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und Ganztagesbetreuung, Lauffen eine Grundschule mit Ganztagesbetreuung. In Deißlingen gibt es drei Kindergärten, in Lauffen einen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Deißlingen vom 26. März 1996, zuletzt geändert am 17. Juli 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 491–492

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deißlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien