Deianeira

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Herakles, Deianeira und Nessos, schwarzfigurige Hydria, 575-550 v. Chr. Louvre (E 803)

Deianeira (griechisch Δηιάνειρα) ist in der griechischen Mythologie eines der sieben Kinder des kalydonischen Königs Oineus und seiner Frau Althaia.[1] Andere Quellen besagen, sie sei die Tochter von Althaia und Dionysos.[2] Dieser schenkte daraufhin aus Dankbarkeit dem Oineus den ersten Weinstock. Laut weiteren Quellen könnte sie auch die Tochter des olenischen Königs Dexamenos sein. Ihre Geschwister sind Tydeus und Meleagros. Mit ihrem Mann Herakles hatte sie einen Sohn namens Hyllos.[3]

Deianeiras Schönheit war weithin berühmt, so dass viele Freier nach Kalydon kamen und um sie warben. Oineus entschied, dass derjenige von ihnen Deianeiras Hand gewinnen solle, der sich im Zweikampf zu behaupten vermöge. Herakles' stärkster Gegner war der stierköpfige Flussgott Acheloos. Doch dieser unterlag dem Herakles, der sie damit gewann.[2][4]

Als sie Kalydon verlassen wollten, mussten sie einen gerade Hochwasser führenden Fluss überqueren. Der Kentaur Nessos bot seine Hilfe an. Beim Übersetzen von Deianeira versuchte er jedoch, sie zu entführen. Herakles ereilte ihn mit einem seiner – mit dem Gift der Hydra gesalbten – Pfeile, und der daran sterbende Kentaur riet Deianeira, sein mit der Liebe zu ihr erfülltes Blut aufzufangen, als ein Mittel, das ihr die Treue Herakles' sichern werde. Deianeira glaubte ihm, doch in Wirklichkeit war sein Blut durch den Pfeil vergiftet. Erst nach Jahren zweifelte Deianeira an der Treue ihres Mannes und bestrich sein Untergewand mit dem Nessosblut (das sprichwörtliche Nessoshemd). Es ließ sich nicht mehr abtun und bereitete Herakles unerträgliche Schmerzen, woraufhin er sich vor Qual auf einem Scheiterhaufen verbrannte. Die erschütterte Deianeira tötete sich anschließend selbst.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deianeira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diodor 4, 34. (altgriechisch)
  2. a b Bibliotheke des Apollodor 1, 8, 1. (altgriechisch und deutsch)
  3. a b Bibliotheke des Apollodor 2, 7, 7. (altgriechisch und deutsch)
  4. Diodor 4, 37.