Deichkind

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Deichkind
Deichkind2012.png
Deichkind (2009)
Deichkind (2009)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hip-Hop, Electro
Gründung 1997
Website www.deichkind.de
Aktuelle Besetzung
MC, Beats
Kryptik Joe (Philipp Grütering)
MC
Ferris Hilton (Ferris MC) (seit 2008)
DJ Phono
Bass, MC
Porky
Ehemalige Mitglieder
MC
Malte (Malte Pittner) (bis 2006)
MC, Beats
Buddy Inflagranti (Bartosch Jeznach) (bis 2008)
Sebastian „Sebi“ Hackert († 2009)
Deichkind live (2009)

Deichkind ist eine Hamburger Hip-Hop- und Electro-Formation. Neben Sänger und MC Philipp Grütering ist seit Mitte 2008 Ferris MC als „Ferris Hilton“ Teil der Band.[1] Bei ihren Shows wird die Band von ihrem Tour-DJ DJ Phono unterstützt.

Die Band hatte ihre ersten Erfolge um die Jahrtausendwende mit der Single Bon Voyage. Im Verlauf der 2000er griff ihr Stil immer mehr elektronische Elemente auf. Die bekanntesten Beispiele für diesen Elektro-angelehnten Hip-Hop-Sound sind die beiden Singles Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) (2006) und Arbeit nervt (2008), die sich beide in den Charts platzierten.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte und Stilistik

Charakteristisch für die Hamburg-Bergedorfer Band sind die Texte, die meist ironisch-humorvoll bzw. prollig, aber von Zeit zu Zeit auch ernst bis hin zu melancholisch sind[4]. Auf den beiden ersten Alben haben hörspielartige Zwischenspiele, sogenannte Skits[4], ihren festen Platz, bei denen es sich meist um nachgespielte Szenen aus dem Hamburger Alltag (spontaner MiniDisc-Mitschnitt auf der Hamburger Reeperbahn, ein Beschwerdeanruf des missmutigen Nachbarn Günther etc.) handelt.

Deichkinds Durchbruch im Mainstream markierte das 2000 erschienene Bon Voyage (feat. Nina)[5], das unter anderem massives Airplay auf MTV und VIVA bekam. 2002 knüpfte man mit der Single Limit an diesen Erfolg an[6].

Mit dem Stück Electric Super Dance Band nahm Deichkind beim Bundesvision Song Contest 2005 teil.[7] Die Single zeichnete sich erstmals durch schnelle, elektronische Beats aus und läutete so einen Stil ein, den Deichkind selbst als „Tech-Rap“ bezeichneten[8]. Die Band setzte weiter auf schräge bis groteske Texte und eine ebensolche Bühnenshow, in der sie mit Klarsichtfolie, Plastiksäcken, grünleuchtenden Knicklichtern und einer Menge Klebeband bekleidet auftreten.[8] Konzeptionell wie musikalisch wurden auch Punk-Einflüsse immer deutlicher.[9] Der Klang war wesentlich schneller und Break-lastiger als bisher, was sich auch auf dem Album Aufstand im Schlaraffenland (Mai 2006) fortsetzte. Dies zeigte sich auch in den Remixen der Single Remmidemmi (Yippie! Yippie! Yeah), die vom Produzenten-Duo Egoexpress und Scooter beigesteuert wurden[10]. Der Hang der Band zum Experimentieren zeigte sich z.B. auf dem Album Noch Fünf Minuten, Mutti, das einen Titel (Da Wo) enthält, der zusammen mit dem Countrygeiger Lucious von Truck Stop aufgenommen wurde.[11]

Zuletzt feierte Deichkind als Vorreiter des Elektro-lastigen Sounds in Deutschland wieder größere Erfolge und galten als „Inspiration vieler deutscher Hip-Hop-Protagonisten, die sich in jüngster Vergangenheit dem Elektro zuwenden.“[2]

Am 21. Februar 2009 verstarb Sebastian „Sebi“ Hackert, Produzent der Band, im Alter von 32 Jahren in seiner Wohnung.[12][13] Da er „maßgeblich mitverantwortlich“[3] für die musikalische Ausrichtung der Band war, ließen die Bandmitglieder zunächst offen, ob sie nach den bereits feststehenden Festivalauftritten im Sommer des Jahres die Band weiterführen wolle.[14][3] Nach den Festivalauftritten entschied man sich allerdings zur Fortführung von Deichkind.

Anfang 2010 hatte das erste Theaterstück von Deichkind mit dem Namen „Deichkind in Müll – eine Diskurs-Operette“ in Hamburg Premiere.[15]

[Bearbeiten] Diskografie

Deichkind live (2009)

[Bearbeiten] Alben

Jahr Titel Chartplatzierungen[16]
DE AT CH
2000 Bitte ziehen Sie durch 18
2002 Noch fünf Minuten, Mutti! 17 56
2006 Aufstand im Schlaraffenland 68
2008 Arbeit nervt! 13 30 80
2012 Befehl von ganz unten - - -

[Bearbeiten] Singles

Jahr Titel Chartplatzierungen[16]
DE AT CH
1998 Wer bremst das?!
2000 Kabeljau Inferno
2000 Bon voyage (feat. Nina) 11[17] 17 34
2000 Komm schon 76
2000 Weit weg! (feat. Bintia) 71[18]
2002 Limit 21 25 95
2002 Pferd im Stall
2005 Electric Super Dance Band
2006 Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) 68
2006 Ich betäube mich (feat. Sarah Walker)
2008 Arbeit nervt! 23 29
2009 Luftbahn 36
2009 Die Toco Die / Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst (Deichkind vs. Tocotronic, auf 500 Stück limitierte Splitsingle)
2011 Kalimba D' Ilona (Soundtrack zum Film Jonas)
2011 Illegale Fans
2012 Leider geil
2012 Bück dich hoch

[Bearbeiten] Sonstige

  • 2000 Arschbombe - DJ Friction feat. Deichkind (Science Friction, Album 2000)
  • 2005 Justified & Ancient - The KLF Cover (KLF vs. DEICHKIND) Vinyl Single August 2005
  • 2008 Crash dein Sound - Marsimoto feat. Deichkind (Zu zweit allein, Album Oktober 2008)
  • 2008 Over the Top - Das Bo feat. Kryptik Joe / Philipp von Deichkind (Dumm aber schlau, Album 2008)
  • 2009 Brenner - T.Raumschmiere feat. Deichkind & The Crackwhore Society (U Tank I, Album 2009)

[Bearbeiten] Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)

Das Stück „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ vom Album „Aufstand im Schlaraffenland“ wurde als Single ausgekoppelt und avancierte zu einem der erfolgreichsten Titel der Band. Das Lied belegte Platz 68 in den deutschen Singlecharts und war insgesamt 15 Wochen unter den Top 100[19]. In den Jahrescharts der Spex belegte das Stück Platz 4 bei den Kritikern und Platz 3 bei den Lesern[20], in den Kritiker-Jahrescharts der Intro belegte es Platz 2.[21] Später wurde der Song von der Band Fotos[22], von Nena (auf deren Album „Cover Me“)[23], von Pete Blume[24], von Rotfront[25], von Mambo Kurt sowie von Egotronic gecovert.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Interview mit Ferris von Deichkind auf dasding.de
  2. a b MZEE.com: Deichkind Produzent gestorben
  3. a b c orf.at: „Deichkind-Mastermind ist tot“
  4. a b Biographie auf laut.de
  5. netzeitung: Deichkind-Mitglied überraschend verstorben
  6. Deichkind auf rme-audio.de
  7. Deichkind für Mecklenburg-Vorpommern auf tvtotal.prosieben.de
  8. a b Lu Yen Roloff: Deichkind auf Tour: Die Rapper Horror Picture Show auf spiegel.de
  9. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2303702_0_9223_-deichkind-beim-aufprall-entsteht-ein-politischer-moment-.html
  10. Deichkind auf backstage7.de
  11. Buddy Inflagranti verlässt Deichkind auf musicattack.de
  12. Fritz.de: „Deichkind-Mitglied verstorben“
  13. viva.tv: „Deichkind trauert: Sebi Hackert verstorben“
  14. http://www.deichkind.de/ vom 3. März 2009
  15. Deichkind bleibt bestehen
  16. a b Chartquellen: DE AT CH
  17. Bon voyage (Single) in den deutschen Charts
  18. Weit weg! (Single) in den deutschen Charts
  19. Chartverfolgung auf musicline.de
  20. Jahrescharts (Spex), 2006 auf indiepedia.de
  21. Jahrescharts (Intro), 2006 auf indiepedia.de
  22. Remmidemmi mit den Fotos am Fuße des Brocken auf motor.de
  23. Nena / Cover Me auf musicline.de
  24. Rezension von Pete Blume - Demonstrieren: Sonntags! auf bizarre-radio.de
  25. Rotfront / Emigrantski Raggamuffin auf rotfront.com

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Deichkind – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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