Deilbach
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Deilbach | |
|---|---|
|
Zusammenfluss von Deilbach (links) und Mühl-Bach (rechts) in Langenberg (von der Brücke in Richtung „Froweinplatz“ aus gesehen) |
|
| Daten | |
| Lage | Nordrhein-Westfalen, Deutschland |
| Länge | 20,8 km |
| Quelle | Nördlich von Wuppertal-Barmen |
| Quellhöhe | 310 m ü. NN |
| Mündung | bei Essen-Kupferdreh in die zum Baldeneysee aufgestaute Ruhr |
| Mündungshöhe | 54 m ü. NN |
| Höhenunterschied | 256 m |
| Großstädte | Essen-Kupferdreh |
| Mittelstädte | Velbert |
| Rechte Nebenflüsse | Felderbach, Heierbergsbach |
| Linke Nebenflüsse | Hardenberger Bach |
| Der Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh | |
Der Deilbach ist ein linksseitiger Nebenfluss der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Der Deilbach entspringt nördlich von Wuppertal-Barmen bei Einern auf 310 Metern ü. NN und mündet nach 20 Kilometern bei Essen-Kupferdreh auf 54 Metern ü. NN.
Bei Langenberg vereinigen sich Deilbach und Hardenberger Bach (von Neviges kommend und in Langenberg vor allem als „Mühl-Bach“ bekannt) und begrenzen dort die Altstadt mit 136 denkmalgeschützten Häusern aus feinem Fachwerk und Fassaden aus Schiefer.
Zwischen Langenberg und Nierenhof fließt ihm von rechts der Felderbach (aus dem Felderbachtal kommend) zu und in Nierenhof, ebenfalls von rechts, der Heierbergsbach (aus dem Wodantal). Der Deilbach durchfließt auch den Ort Dilldorf, heute Teil von Essen-Kupferdreh.
Versuche der Suche des Namensursprungs für den Deilbach, früher auch Deile oder Deele genannt, sind Thidelda, Tithelda. (Hinweis auf einen etwaigen germanischen Siedler, der aber nirgendwo belegt ist). Eine weitere Deutung bezieht sich auf „Teilbach“, von teilen. Der Deilbach bildete am Unterlauf von jeher die Grenze zwischen verschiedenen Herrschaftsgebieten. Eher wahrscheinlich ist der Ausdruck Didele („Dideln“ = unruhig), als Hinweis auf die zahlreichen mäandrischen Windungen des Baches.
Der Deilbach mündete bis 1864 „an der Kupperdrehe“ in Essen-Kupferdreh in die Ruhr. Die Mündung war zum Hafen ausgebaut, wo Kohlen und Erze umgeschlagen wurden. Durch den Bau der Phönixhütte an dieser Stelle wurde die Mündung um etwa 200 Meter nach Norden verlegt, wo sie sich noch heute am Baldeneysee befindet. Der versumpfte alte Hafen versank in den Fluten des Baldeneysee, als dieser 1930 aufgestaut wurde.
Der Deilbach bildet im Gebiet von Langenberg zudem eine Sprachgrenze, die Deilbach-Issel-Linie (Einheitsplurallinie), die als Teil der Benrather Linie das Niederfränkische vom Westfälischen scheidet. Besonders deutlich wird dies in der Aussprache bestimmter Wörter. Das Wort „Fahrrad“ (neben älterem Fiets) wird westlich des Deilbaches mit dem betonten, langen Vokal a ausgesprochen; östlich, also eher westfälisch, wird das Wort „Fahrrad“ wie „Farrat“ ausgesprochen. Das Zeitadverb „jetzt“ wird westlich wie „jezz“ ausgesprochen, östlich anlautend mit „g“, also „geez“. Auffallend ist auch die Aussprache von „r“, das weitgehend gar nicht ausgesprochen wird, sondern durch ein angedeutetes „a“ gesprochen wird: „Do-atmund“ statt „Dortmund“; „Paddabo-an“ statt „Paderborn“.
[Bearbeiten] Nebengewässer
- Kahlenbach
- Windrather Bach
- Dronsberger Bach
- Diergartenbach
- Reitweg Bach
- Brinkerbach
- Quellbergbach
- Hardenberger Bach
- Kuhlerbach
- Siepen Bach
- Heeger Bach
- Felderbach
- Heierbergsbach
- Brackenbach
- Bösenbach
- Finkenbach
- Voßnacker Bach
- Deile
- Priehlbach
- Asbach
[Bearbeiten] Wasserkraft
Das Wasser des Deilbaches wurde seit je zum Antrieb von Mühlen (Deiler Mühle) genutzt. Frühe Industriewerke wie die Deiler Koperhut um 1550 (später Deiler Kupferhammer) und der Deilbachhammer (Eisenhammer) um 1650, sowie die erste Eisenbahngesellschaft auf deutschem Boden, die „Deilthaler Eisenbahn“ oder Prinz-Wilhelm-Eisenbahn machen das Deilbachteil bei Kupferdreh zur Wiege der Industrie des südlichen Ruhrgebietes. Das Gesamtensemble bildet heute die Museumslandschaft Deilbachtal des Ruhrlandmuseums und ist Bestandteil sowohl der Essener Denkmalpfade als auch der Route der Industriekultur.
[Bearbeiten] Eisenbahn
Die Eisenbahnstrecke durch das Deilbachtal ist seit 1830 (bis 1844 als Schmalspur - Pferdebahn) bis heute ununterbrochen in Betrieb. Heute fahren hier hier die Züge der S-Bahnlinie 9 von Wuppertal bis Haltern.
[Bearbeiten] Datenherkunft
- Topographische Karte 1:25000
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Naturschutzgebiet Fachinformation beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
- http://buergerschaft-kupferdreh.de
- http://www.guenter-pilger.de/essens_wurzeln_4.htm

