Dekeleia

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Geografische Lage Dekeleias
Das Museum der Luftstreitkräfte

Dekeleia (griechisch Δεκέλεια (f. sg.)) war in der Antike eine kleine Stadt im Norden Attikas, die während des Peloponnesischen Krieges entscheidende strategische Bedeutung erhielt, weshalb die letzte Phase des Krieges auch dekeleisch-ionischer Krieg genannt wird.

Der Athener Alkibiades floh während der Sizilienexpedition 415 v. Chr. wegen des Hermenfrevels nach Sparta. Er beriet fortan die Spartaner im Krieg gegen seine Heimatstadt. Einer seiner Ratschläge war, die kleine Stadt Dekeleia in Attika zu besetzen und zu befestigen. Dekeleia, an der Nordgrenze Attikas zu Boiotien gelegen, befand sich in Sichtweite Athens.

In der ersten Phase des Krieges hatten sich die jährlichen Plünderungszüge der Spartaner in Attika auf den Sommer beschränkt. Die dauerhafte Präsenz einer spartanischen Streitmacht in Attika, vor den Toren Athens, beeinträchtigte die Versorgung Athens mit Gütern und Lebensmittel stärker. Diese mussten nun zum großen Teil auf dem Seeweg in die Stadt transportiert werden. Dekeleia wurde auch zu einem Fluchtpunkt für entflohene Sklaven in Attika. Die Spartaner hielten Dekeleia bis zum Ende des Peloponnesischen Krieges 404 v. Chr. besetzt.

Auf dem Gebiet der antiken Stadt, das neben dem offiziellen neugriechischen Dekelia auch den Namen Tatoi (gr. Τατόι) trägt und zur Gemeinde Acharnes gehört, befand sich der Sommersitz Tatoi des Königshauses. Dieser ist zusammen mit dem Friedhof der griechischen Königsfamilie heute öffentlich zugänglich.

Der Flughafen Dekelia war bis in die 1930er Jahre der Flughafen Athens und anschließend ein Militärflugplatz. Heute befindet sich dort das Museum der Griechischen Luftstreitkräfte.

Ebenfalls auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Olympische Dorf der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen.

Weblinks[Bearbeiten]

38.1123.778611111111Koordinaten: 38° 6′ 36″ N, 23° 46′ 43″ O