Delta-Air-Lines-Flug 191

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Delta-Air-Lines-Flug 191
DeltaL-1011.jpg

Eine baugleiche L-1011 der Delta Air Lines.

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Pilotenfehler, Fallböe, Windscherung
Ort Flughafen Dallas/Fort Worth, Texas, USA
Datum 2. August 1985
Todesopfer 134+1
Verletzte 27+1
Überlebende 29
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Lockheed L-1011
Betreiber Delta Air Lines
Kennzeichen N726DA
Passagiere 152
Besatzung 11
Liste von Katastrophen der Luftfahrt

Am Nachmittag des 2. August 1985 stürzte eine Lockheed L-1011 der amerikanischen Delta Air Lines während des Anflugs auf den Flughafen Dallas ab. Der Delta Air Lines Flug 191 war zuvor in Fort Lauderdale in Florida gestartet und sollte nach einer Zwischenlandung in Dallas weiter nach Los Angeles fliegen. Bei dem Unglück kamen insgesamt 135 Menschen ums Leben, davon 8 der 11 Besatzungsmitglieder, 126 der 152 Flugpassagiere und eine Person auf dem Boden. Bei diesem Flugzeugabsturz handelt es sich um einen der wenigen Abstürze der kommerziellen Luftfahrt, der sich unmittelbar auf eine schwere Fallböe und Windscherung begründet.

Fluggerät[Bearbeiten]

Bei dem verunglückten Flugzeug handelte es sich um eine Lockheed L-1011-385-1 TriStar mit der Flugzeugregistrierung N726DA.[1] Das Flugzeug wurde 1979 an Delta übergeben und war zum Zeitpunkt des Absturzes 6 Jahre alt.

Besatzung[Bearbeiten]

Der Flug wurde von Kapitän Edward "Ted" Connors, dem Ersten Offizier Rudolph "Rudy" Price und dem Zweiten Offizier Nick Nassick durchgeführt. Die drei Männer waren in Atlanta stationiert.[2] Zu der achtköpfigen, in Miami/Ft. Lauderdale stationierten Kabinenbesatzung gehörten Fran Alford, Jenny Amatulli, Freida Artz, Vickie Chavis, Diane Johnson, Alyson Lee, Joan Modzelewski und Wendy Robinson.

Absturz[Bearbeiten]

NTSB Sitzplan: Zeigt Lage der Passagiere entsprechend Verletzungen und Todesfällen

Das Flugzeug startete den Landeanflug über Louisiana, als der Flugkapitän Connors ein sich aufbauendes Gewitter entdeckte und die ursprüngliche Flugroute änderte, um Turbulenzen zu vermeiden.

Das Wetter in Dallas war ähnlich schlecht und in der Umgebung des Flughafens entwickelten sich Gewitterzellen. Die Cockpitbesatzung bemerkte diese, entschied sich jedoch dazu den Landeanflug fortzusetzen, wobei das Flugzeug von einer Fallböe erfasst wurde.

In einer Höhe von 800 Fuß (240 Meter) über dem Grund stieg die Eigengeschwindigkeit durch eine Windscherung kritisch. Sie erreichte einen Wert von 173 Knoten (320 km/h) statt der für die Landung angestrebten Geschwindigkeit von 149 Knoten (276 km/h). Plötzlich fiel die Geschwindigkeit, verursacht durch starke Rücken- und Aufwinde, auf 119 Knoten (220 km/h). Der Erste Offizier Price versuchte in den ständig wechselnden Windverhältnissen die Kontrolle über das Flugzeug zu bewahren. Ein seitlicher Windstoß führte letzten Endes zu einer Vergrößerung des Anstellwinkels und daraus resultierend einem Strömungsabriss.[3]

Etwa 6300 Fuß (1920 Meter) nördlich zum Anfang der Landebahn prallte das Flugzeug erstmals auf und federte zurück in die Luft. Während des Überflugs des Texas State Highway 114 prallte es erneut auf, wobei es mit einem der Triebwerke ein vorbeifahrendes Auto traf. Der Fahrer wurde sofort getötet.[4] Ein Laternenmast beschädigte weiterhin die Tragflächenwurzel, wodurch sich der Kerosintank entzündete. Das Flugzeug kollidierte mit zwei Wassertanks am Boden und explodierte.[5]

Die meisten Überlebenden des Fluges 191 befanden sich im hinteren Teil der Kabine, der sich bereits vor der Kollision gelöst hatte. Unter den Todesopfern war auch der IBM-Computeringenieur Philip Don Estridge.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Delta Air Lines Flight 191 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 16. Oktober 2011
  2. Time Magazine: Like a Wall of Napalm (englisch) abgerufen am 16. Oktober 2011
  3. Cockpit Voice Recorder (englisch) abgerufen am 16. Oktober 2011
  4. DFW marks 25 years since Delta 191 crash (englisch) abgerufen am 16. Oktober 2011
  5. 25 year later: the lessons learned from a tragic event (englisch) abgerufen am 16. Oktober 2011