Demetrios I. Poliorketes

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Demetrios I. Poliorketes , der „Städtebelagerer“ (* um 336 v. Chr.; † 283 v. Chr.) Hellenistischer Herrscher und prominenter Vertreter der Diadochen in der Nachfolge Alexanders des Großen. Zeitweise König von Makedonien (294-287 v.Chr.).

[Bearbeiten] Leben

Münzen mit seinem Abbild
Münzen mit seinem Abbild

Der Sohn des Antigonos I. Monophthalmos agierte als General seines Vaters zunächst glücklos und unterlag 312 v. Chr. Ptolemaios I. in der Schlacht von Gaza. 307 v. Chr. gelangen ihm erstmals die Besetzung Athens und die Vertreibung des Demetrios von Phaleron, 306 v. Chr. dann der glänzende Sieg über Ptolemaios I. in der Doppelschlacht von Salamis auf Zypern zu Lande und zur See, in der er seinen Ruf als Belagerungsexperte errang. In der Folge erhob Antigonos sich und Demetrios zu Königen, die ebenfalls Anspruch auf die anderen Länder von Alexanders Reich erhoben. Die restlichen Diadochen folgten seinem Beispiel und ließen sich ebenfalls krönen, jedoch nur als Könige ihrer jeweiligen Domänen. Dies war de jure die Abkehr von der Dynastie Alexanders und vom Einheitsreich.

Die Belagerung von Rhodos 305/04 v. Chr. durch Demetrios kann eher als Piratenunternehmen bezeichnet werden, da es weniger um einen strategischen und politischen Vorteil als um eine Plünderung der reichen Handelsstadt ging. Das gewaltige Unternehmen gilt als Höhepunkt der antiken Belagerungstechnik, Demetrios setzte neben anderem zwei auf Schiffen aufgestellte Belagerungstürme und, wie schon bei Salamis, die Helepolis („Stadteinnehmerin“; Diodor 20, 48, 2; 20, 91, 2f.) ein. Dieser 40 Meter hohe, auf Rädern stehende Turm umfasste neun Stockwerke mit Geschützen und Rammspornen und wurde von etwa 3.400 Soldaten bedient. Als die Belagerung trotzdem scheiterte, wurde das Belagerungsgerät zurückgelassen; unter anderem aus seinem Metall errichteten die Rhodier den Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder. Danach kämpfte er erfolgreich in Griechenland gegen Kassander, wurde aber von seinem Vater zurückbeordert, da er ihn gegen die restlichen Diadochen unterstützen sollte.

Die wachsende Macht der Antigoniden führte zu einem Bündnis der Diadochen Ptolemaios, Seleukos und Lysimachos. 301 v. Chr. kam es zur Entscheidungsschlacht von Ipsos, die durch Demetrios’ Ungestüm in der Katastrophe endete. Antigonos fiel, Demetrios konnte entkommen, behauptete sich aber in den nächsten Jahre als eine Art Piratenkönig. 294 v. Chr. gelang ihm die erneute Besetzung Athens und in der Folge die Durchsetzung der eigenen Person während der Thronstreitigkeiten der Söhne Kassanders in Makedonien als König von Makedonien und Thessalien.

Ideologisch versuchte er, das Vorgehen in Griechenland als Befreiung der Griechen von dem Einfluss Ptolemaios’ I. und Kassanders zu verkaufen. Seinen Anspruch als König von Makedonien sicherte Demetrios durch die Heirat von Kassanders Schwester Phila ab. Eine weitere Heirat mit der früheren Frau des Pyrrhos, Lanassa, brachte ihm 290 v. Chr. die Insel Korkyra ein. Eine Koalition des Seleukidenreiches und des Ptolemäerreiches (Lysimachos, Seleukos I., Ptolemaios I., Pyrrhos) führte nach weiteren Feldzügen in Kleinasien 286 v. Chr. zu seiner Gefangennahme. Die Herrschaft in Griechenland war inzwischen von seinem Sohn Antigonos II. Gonatas übernommen worden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Graham Shipley: The Greek World After Alexander (323–30 BC). London und New York 2000.
  • Hermann Bengtson: Herrschergestalten des Hellenismus. Beck, München 1975. ISBN 3-406-00733-3. S. 63-90
  • Georgios Dimitrakos: Demetrios Poliorketes und Athen. Dissertation. Christians, Hamburg 1937.

[Bearbeiten] Weblinks


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