Democratic National Convention

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Die Democratic National Convention (DNC) ist eine Versammlung der Demokratischen Partei in den USA. Sie findet alle vier Jahre statt. Während dieser Versammlung wird der Präsidentschaftskandidat nominiert und das Parteiprogramm festgelegt.

Der offiziellen Nominierung des Präsidentschaftskandidaten auf der National Convention gehen Vorwahlen in verschiedenen Bundesstaaten voraus, so dass der Kandidat in vielen Fällen bereits einige Zeit vor der Versammlung feststeht und dort nur noch offiziell bestätigt wird.

Geschichte und besondere Conventions[Bearbeiten]

Democratic National Convention in St. Louis, Missouri, im Juni 1876
Democratic National Convention in Atlantic City, 24.-27. August 1964
Democratic National Convention in Denver, Colorado im August 2008

Die erste Democratic National Convention fand 1832 statt. Im Jahre 1968 gab es Ausschreitungen in Chicago, die zur Anklage der Chicago Seven führten. Die bisher letzte Versammlung fand 2012 in Charlotte (North Carolina) statt.

1968[Bearbeiten]

Zwischen 1955 und 1976 war Richard J. Daley Bürgermeister von Chicago. Er spielte auch in der Demokratischen Partei eine bedeutende Rolle, etwa bei der Unterstützung der Präsidentschaftskandidaturen von John F. Kennedy 1960 und Hubert H. Humphrey 1968. In seine Amtszeit fällt das brutale Vorgehen der Polizei gegen Antikriegsdemonstranten 1968. Während der Democratic National Convention im August 1968 kam es am Sonntag, 25. August, zu gewalttätigen Ausschreitungen wegen des Vietnam-Krieges. Schließlich setzte sich Humphrey, der über die Unterstützung des Parteiapparats verfügte, gegen die linksgerichteten Kriegsgegner Eugene McCarthy und George McGovern durch. Für die Ausschreitungen während der Convention wurden 1969 die Chicago Seven angeklagt.

1984[Bearbeiten]

In diesem Jahr wurde die Convention in San Francisco von 16. bis 19. Juli abgehalten. Als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde der frühere Vizepräsident Walter Mondale, der sich in den Vorwahlen durchgesetzt hatte. Besonders beachtet wurde auch der Vorwahlkampf des schwarzen Bürgerrechtlers Jesse Jackson, der auch auf der Convention sprach. Der Gouverneur von New York, Mario Cuomo, hielt die Hauptrede, in der er die wachsende soziale Ungleichheit im Zuge der Reaganomics angriff. Seine Rede gilt als eine der rhetorisch wirkungsvollsten der jüngeren Geschichte. [1] Erstmals wurde mit Geraldine Ferraro eine Frau als Vizepräsidentschaftskandidatin nominiert. In seiner Nominierungsrede deutete Mondale Steuererhöhungen an, was ihm bei der Wahl im November schadete.

1992[Bearbeiten]

Die Democratic National Convention fand von 13. bis 17. Juli 1992 in New York City im Madison Square Garden statt. Nachdem die Demokraten bei den Wahlen 1980, 1984 und 1988 klar gescheitert waren, bemühte man sich um ein moderneres Image und rückte weiter in die Mitte. Der gemäßigte Demokrat Bill Clinton, Gouverneur des Staates Arkansas, wurde nominiert, nachdem er sich in den Vorwahlen gegen Jerry Brown und andere Kandidaten durchgesetzt hatte, sein Vize-Kandidat war Senator Al Gore. Die Hauptrede (keynote address) hielt der Gouverneur von Georgia, Zell Miller; die Nominierungsrede für Clinton hielt Mario Cuomo. Die Hauptthemen des demokratischen Wahlkampfes waren Ausbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen; Clinton setzte sich bei der Präsidentschaftswahl klar gegen Amtsinhaber George H. W. Bush durch.

2008[Bearbeiten]

Die Democratic National Convention fand vom 25. bis 28. August in Denver, Colorado statt. Dort wurde Barack Obama offiziell als Präsidentschaftskandidat bekanntgegeben, zum Kandidaten für die Vizepräsidentschaft wurde Joe Biden gekürt.[2]

2012[Bearbeiten]

Die Veranstaltung fand vom 4. bis 6. September in der Time Warner Cable Arena in Charlotte, North Carolina, statt. Auf ihr wurde Barack Obama offiziell für die erneute Kandidatur zum Präsidenten nominiert.[3] Die Eröffnungsrede hielt seine Frau Michelle Obama.[4] Weitere Sprecher waren unter anderem der frühere Präsident Bill Clinton sowie der Bürgermeister von San Antonio, Julian Castro, der als erstes lateinamerikanisch-stämmiges Parteimitglied die Hauptrede auf der Democratic National Convention hielt.[5] Die Übertragung des Livestreams auf YouTube wurde am ersten Tag mit dessen Ende durch noch nicht exakt bekannte Gründe unterbrochen. Ursachen werden im Bereich automatischer Blockaden bei Urheberrechtsverletzungen bzw. deren Vermeidung vermutet.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Democratic National Convention – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mario Matthew Cuomo: 1984 Democratic National Convention Keynote Address vom 16. Juli 1984, abgerufen am 27. Mai 2011
  2. Obama launches historic campaign
  3. Rüdiger Paulert: Präsidentschaftswahlkampf in den USA: Flammender Appell, begeisterte Demokraten. In: tagesschau.de. Abgerufen am 6. September 2012.
  4. Michelle Obama wird Parteitag eröffnen: First Lady als "Cheerleader-in-Chief". In: tagesschau.de. Abgerufen am 4. September 2012.
  5. US-Nachwuchshoffnung Julian Castro: Latino hält Eröffnungsrede auf Demokraten-Parteitag. In: Focus. Abgerufen am 6. September 2012.
  6. US-Wahlkampf: Sperre von Parteitags-Video laut Youtube "falsche Einblendung". In: Heise online. Abgerufen am 7. September 2012.