Nordvietnam
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| Flaggengeschichte | ||||||||||
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| Amtssprache | Vietnamesisch | |||||||||
| Hauptstadt | Hanoi | |||||||||
| Staatsoberhaupt | Ton Duc Thang | |||||||||
| Premierminister | Pham Van Dong | |||||||||
| Fläche | 158.750 km² | |||||||||
| Bevölkerung | 22.480.000 (1973) | |||||||||
| Bevölkerungsdichte | 142 Einwohner je km² | |||||||||
| BIP pro Kopf | 100 US-Dollar | |||||||||
| Unabhängigkeit - Erklärt - Anerkannt - Aufgelöst |
von Frankreich 2. September 1945 1954 2. Juli 1976 |
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| Währung | Đồng | |||||||||
| Zeitzone | UTC +7 | |||||||||
| Nationalhymne | Tiến Quân Ca | |||||||||
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Die Demokratische Republik Vietnam (vietnamesisch Việt Nam Dân Chủ Cộng Hòa), erst nach 1954 im Allgemeinen Sprachgebrauch Nordvietnam, war ein Staat in Südostasien am Südchinesischen Meer. Die erste Ausrufung der DRV, als ein Teil der Union Française fand im September 1945 durch Ho Chi Minh statt. Sie bezog sich noch auf ganz Vietnam und erfolgte als die Vietminh (Liga für die Unabhängigkeit Vietnams) landesweit effektiv die Macht übernahm, nachdem der vietnamesische Kaiser Bảo Đại abgedankte. Sie war jedoch erfolglos, da die von Frankreich angeführten Kolonialtruppen das Staatsgebiet zurück eroberten und 1947 Ho´s Regierung in Hanoi stürzten. Erst nach dem Sieg in Điện Biên Phủ 1954 konnte sich ein nun unabhängiger und nordvietnamesischer Staat aus Teilen Bắc Bộs (Tonkin) und An Nams (Annam), mit der Hauptstadt Hanoi, unter Führung Ho Chi Minhs erfolgreich etablieren. Nach der Genfer Indochinakonferenz von 1954 erfolgte aber eine Teilung Vietnams zuerst in eine Nord-, die Demokratische Republik Vietnam und einer formal unhängigen Südzone. Die sich daraus entwickelnde Spaltung wurde erst nach dem neun- bzw. elfjährigen Krieg in Vietnam und dem Sieg der nord- über die südvietnamesischen Truppen, mit der Wiedervereinigung am 2. Juli 1976 zur Sozialistischen Republik Vietnam, überwunden.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Siehe auch → Geschichte Vietnams
Unabhängigkeit [Bearbeiten]
Am 2. September 1945 proklamierte Ho Chi Minh nach der erfolgreichen Augustrevolution die erste unabhängige Republik Südostasiens, die Demokratische Republik Vietnam. Von den inzwischen wieder zurückgekehrten Franzosen wurde Vietnam zunächst auch als autonomer Staat innerhalb der Union Française anerkannt. Die Unabhängigkeitserklärung berief sich auf die Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 und auf die Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte nach der Französischen Revolution.
Nach einem Übereinkommen der Alliierten während der Potsdamer Konferenz im August 1945, stand dem jungen Staat allerdings die Besetzung durch Truppen der Kuomintang vom Norden und des Vereinigten Königreichs vom Süden[1], zur Entwaffnung der Japanischen Streitkräfte bevor. Die Briten baten jedoch die besiegten Japaner, im Süden die Ordnung herzustellen. Trotz eines Friedensvertrages mit den Viet Minh erzwangen die Franzosen, deren Truppen den Briten folgten, am 23. September 1945 die Wiedererrichtung ihrer Herrschaft in Südvietnam.
Indochinakrieg und Teilung Vietnams [Bearbeiten]
Der Versuch – nach Auffassung von einigen Politikern Frankreichs, sich das unabhängige Vietnam wieder „botmäßig” machen zu müssen, führte 1946 zum Ausbruch des Indochinakrieges. Von einer völligen Beendigung französischer Kolonialpolitik, wie sie noch in einer Rede Charles de Gaulle´s 1942 in Brazzaville[2] erahnt werden konnte, war schon 1945 keine Rede mehr.
Nach anfänglichen militärischen Erfolgen im Jahr 1947 entschieden sich die Franzosen, die die Kampfkraft der Việt Minh-Organisation unterschätzt hatten, sich aufgrund des Mangels an Soldaten in Befestigungen entlang der wichtigen Straßen im Norden Vietnams zurückzuziehen. Nach einer zwei Jahre andauernden Patt-Situation hatte sich die Việt Minh-Armee, auch aufgrund von Hilfslieferungen aus dem kommunistischen China soweit gestärkt, dass es ihr möglich war, die Franzosen in den Jahren von 1950 bis 1953 fast vollständig aus dem nordvietnamesischen Landesteil Tonkin zu vertreiben.
Nach jahrelangem Guerillakampf gelang es den Việt Minh unter General Võ Nguyên Giáp am 7. Mai 1954, die Franzosen in der Schlacht von Điện Biên Phủ zu besiegen. Dieses Ereignis markiert das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina. Es folgten ein Waffenstillstand und eine Deklaration auf der sich anschließenden Genfer Indochinakonferenz vom 21. Juli 1954, der unter anderem bis zu den im Juli 1956 abzuhaltenden all-vietnamesischen Wahlen, eine vorübergehende Teilung entlang einer Demarkationslinie am 17. Breitengrades[3] nördlich der alten Kaiserstadt Huế, in eine nördliche und südliche Zone vorsah. Im Süden existierte weiterhin als südlicher Staat – das 1949 gegründete Quốc gia Việt Nam, dessen Staatsoberhaupt zunächst noch der ehemalige Kaiser Bảo Đại war. Bereits 1955 wurden, entgegen dem Genfer Beschluss, im Süden separate Wahlen abgehalten, die Ngô Đình Diệm gewann und ihn zum Präsidenten machten, was bereits de facto zur Grundlage für die Spaltung des Landes wurde, da es so – zu dem geplanten gesamt-vietnamesischen Urnengang nie kam.
Die USA weigerten sich, den Beschluss der Genfer Konferenz anzuerkennen, erklärten aber in einem separaten Protokoll, dass sie die Deklaration weder durch Drohungen noch durch militärische Gewalt verändern würden. Jedoch entsandte der US-amerikanische Präsident nach 1962, unter Verletzung des Genfer Abkommens mehrere Tausend sogenannte Militärberater in den Süden Vietnams[4].
Vietnamkrieg und Wiedervereinigung [Bearbeiten]
Am 31. Juli 1964 provozierten die USA einen Zwischenfall im Golf von Tonkin. Nachdem unter dem Präsidenten John F. Kennedy sogenannte Militärberater der USA in Südvietnam stationiert waren, nahmen die USA diesen Zwischenfall als Grund für eine massive militärische Aufrüstung. Zu dieser Zeit gingen die USA davon aus, dass durch Infiltration nordvietnamesischer, also kommunistischer Kräfte das westlich orientierte Südvietnam umkippen und ebenfalls kommunistisch werden könnte (Domino-Theorie). So unterstützte die Sowjetunion das Land mit Hilfszahlungen in Höhe von jährlich 400 Millionen Rubel und lieferte umfangreiche Waffen darunter auch Panzer, Flugabwehrraketen, moderne Abfangjäger vom Typ MiG-21, Radargeräte und monatlich 150.000 Tonnen Treibstoff und 150.000 Tonnen Getreide. Im April 1966 hielten sich rund 500 sowjetische Militärspezialisten im Land auf. Die Volksrepublik China lieferte 1966 rund 250.000 Tonnen Reis.
Das Ereignis im Golf von Tonkin bildete den Beginn des Vietnamkrieges, der technisch gesehen als Vietnamkonflikt bezeichnet werden muss, da es nie eine offizielle Kriegserklärung gab. Ab 1965 gab es einen systematischen Luftkrieg der USA gegen Nordvietnam. Bis 1968 eskalierte der Krieg trotz militärischer Überlegenheit der USA. Auf der Seite der Befreiungsbewegung FNL (von den US-Amerikanern als Viet Cong bezeichnet) kämpften rund 230.000 Partisanen und 50.000 Angehörige der offiziellen nordvietnamesischen Streitkräfte. Ihnen standen rund 550.000 Amerikaner, ungefähr die gleiche Zahl ARVN-Soldaten, 50.000 Südkoreaner und kleinere Kontingente Verbündeter (darunter auch aus Australien und Neuseeland) gegenüber.
Ab 1968 versuchten die USA mehr und mehr, den Krieg zu vietnamisieren. Sie fuhren ihr direktes Engagement immer mehr zurück und bereiteten den Abzug ihrer Truppen in mehreren Schritten vor. Der Südvietnamesischen Armee wurde die Hauptlast des Krieges auferlegt. Die Bombardierungen und Luftangriffe, insbesondere die Verwendung von Entlaubungsmitteln, dauerten jedoch bis 1973 an.
Am 2. September 1969 starb Ho Chi Minh, der Präsident Nordvietnams. Am 28. Januar 1973 vereinbarten Henry Kissinger und Le Duc Tho, der Nachfolger von Ho Chi Minh, einen Waffenstillstand. Damit endete die direkte Kriegsbeteiligung der USA, die Waffenlieferungen an Südvietnam gingen jedoch weiter. Die Nordvietnamesen setzten den Kampf gegen Südvietnam fort. Die Volksbefreiungsarmee erzielte fortlaufend Gewinne in Südvietnam. Am 21. April 1975 stand Saigon vor dem Fall, Staatschef Nguyễn Văn Thiệu legte sein Amt nieder, die letzten verbliebenen Vertreter der USA wurden evakuiert. Am 30. April wurde Saigon eingenommen, Südvietnam kapitulierte bedingungslos. Der Vietnamkrieg war damit zu Ende. Am 2. Juli 1976 wurden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Stanley Karnow: Vietnam, a history. New York, Penguin Books, 1997
- Peter Krebs: Die Kinder von Vietnam. Bilanz eines modernen Krieges. Hamburg 1984, ISBN 3-455-08226-2, auch als dtv Bd. 11288, München 1990 ISBN 3-423-11288-3
- Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld: 30 Jahre Krieg in Indochina. Ullstein, 1981, ISBN 3-548-33022-3
- Nguyễn Khắc Viện: Viet Nam, a Long History. Thế Giới Publishers, Hanoi 1999.
- Marc Frey: Geschichte des Vietnamkrieges. Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums. Verlag C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-42078-8
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Colonel James Robinson „The Opening Rounds: 1945” in Britains Smallwars Britains Smallwars
- ↑ Ernst Wesenfeld „Geschichte Frankreichs seit 1945” C. H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung München, 1980. 3. Auflage 1996. Seite 47.
- ↑ Deklarationstext der Genfer Indochina-Konferenz 1954. Veröffentlichungen der Fordham University FU NY New York, 2011.
- ↑ US-Intervention Schleier des Schweigens In: Das Magazin „Der Spiegel” 10/1962 Der Spiegel Spiegel-Verlag. Hamburg, 1962.
