Algerien

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الجمهورية الجَزائرية الديمقراطية الشعبية
al-Ǧumhūriyya al-Ǧazāʾiriyya
ad-Dīmūqrāṭiyya aš-Šaʿbiyya (arab.)
Demokratische Volksrepublik Algerien
Flagge Algeriens
Siegel Algeriens
Flagge Siegel
Wahlspruch: ‏من الشعب وللشعب‎ / min aš-šaʿb wa-li-š-šaʿb
(arabisch, „Vom Volk und für das Volk“)
Amtssprache Arabisch („Amts- und Nationalsprache“)
Mazirisch („Nationalsprache“)
Hauptstadt Algier
Staatsform Republik
Regierungssystem Semipräsidentielles System
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Abd al-Aziz Bouteflika
Regierungschef Premierminister
Abdelmalek Sellal
Fläche 2.381.741 km²
Einwohnerzahl 32 Mio. (2008)
Bevölkerungsdichte 13,8 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[1]
  • $ 190,7 Milliarden (49.)
  • $ 263,6 Milliarden (48.)
  • $ 5.304 (92.)
  • $ 7.333 (102.)
Human Development Index 0,717 (93.)[2]
Währung Algerischer Dinar (DZD)
Unabhängigkeit 5. Juli 1962 (von Frankreich)
Nationalhymne Qassaman
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen DZ
ISO 3166 DZ, DZA, 012
Internet-TLD .dz
Telefonvorwahl +213
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Maszedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Russland Färöer Venezuela Vereinigte Staaten (Alaska) Vereinigte Staaten Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Dominikanische Republik Haiti Kuba Bermuda Bahamas Trinidad und Tobago Inseln über dem Winde Malediven Indien Diego Garcia Vietnam Lagos Kambodscha Thailand Malaysia Vereinigtes Königreich Südafrika Frankreich (St.-Pierre und Miquelon)Algeria on the globe (North Africa centered).svg
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Algerien (arabisch ‏الجزائر‎ al-Dschazā’ir, DMG al-Ǧazāʾir ‚die Inseln‘, berberisch und algerisch-arabisch: Dzayer oder Ldzayer; amtlich al-Dschumhūrīya al-Dschazā’irīya ad-Dīmūqrātīya asch-Schaʿbīya / ‏الجمهورية الجَزائرية الديمقراطية الشعبية‎ / al-Ǧumhūriyya al-Ǧazāʾiriyya ad-Dīmūqrāṭiyya aš-Šaʿbiyya / ‚Demokratische Volksrepublik Algerien‘) ist ein Staat im Nordwesten Afrikas. Algerien, das mittlere der Maghrebländer, ist – knapp vor der Demokratischen Republik Kongo – das größte Land des afrikanischen Kontinents. Es grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Westen an Mauretanien, Marokko und die von Marokko beanspruchte Westsahara, im Süden an Mali und Niger und im Osten an Libyen sowie Tunesien. Das Land ist nach seiner Hauptstadt Algier (französisch Alger) benannt. Algerien ist seit 1962 (Algerienkrieg 1954–1962) unabhängig und hat ein semipräsidientielles Regierungssystem (Verfassung aus dem Jahre 1996[3]).

Geographie[Bearbeiten]

Im Nordteil Algeriens lebt der Hauptteil der Bevölkerung; dort ist auch das Atlasgebirge (mit Tellatlas, Hochland der Schotts und Saharaatlas). Der weitaus größere Südteil, in Algerien Le Grand Sud genannt, ist fast unbesiedelt und wird von den Wüstenregionen der Sahara dominiert.

Hinter dem nur schmalen, buchtenreichen Saum der Mittelmeerküste erhebt sich der steil ansteigende Tellatlas. Der durch Becken, Längs- und Quertäler gegliederte Gebirgszug erreicht östlich von Algier in der wild zerschluchteten Kabylei 2.308 m Höhe. Auf seiner Südseite fällt der Tellatlas zum Hochland der Schotts (391 bis weit über 1.000 m. ü. M.) ab, das im Inneren zahlreiche abflusslose, versumpfte Salzseen, die sogenannten Schotts, aufweist. Im Süden schließt sich der Saharaatlas an; er verläuft parallel zur Küste und zum Tellatlas. Sein höchster Berg ist 2.328 m hoch.

Südlich des markanten Gebirgsabfalls (in den Schotts des östlichen Tieflandes bis 35 m unter Meeresniveau) breitet sich die algerische Sahara aus; sie nimmt 85 % der Landesfläche ein. An einen Streifen Wüstensteppe im Norden schließen sich die ausgedehnten, fast vegetationslosen Sanddünengebiete des Östlichen und Westlichen Großen Erg, des Erg Iguidi und Erg Chech an. Zu einem größeren Teil wird die Sahara Algeriens von den Plateaus der steinigen Hammada und von Stufenlandschaften (Tassili n’Ajjer) eingenommen. Im Südosten erhebt sich das im Tahat (höchster Berg Algeriens) 2.918 m hohe Ahaggar-Massiv, ein wüstenhaftes Hochgebirge vulkanischen Ursprungs, das bis heute erdbebengefährdet ist. Südlich des Tassili n’Ajjer liegen die großen Dünengebiete des Tschadbeckens.

Mit Ausnahme der meist kurzen Dauerflüsse in der Küstenregion des Tellatlas sind die Flusstäler Algeriens trocken (Wadis); durch heftige Regenfälle – auch in entfernteren Gebieten – können sie sich jedoch in reißende Ströme verwandeln. Als längster Fluss des Landes ist der Cheliff zu erwähnen.

Klima[Bearbeiten]

Das Ahaggar-Gebirge in Südalgerien.

Algerien hat im Norden mediterranes Klima, im Süden extrem trockenes Wüstenklima. An der Mittelmeerküste und den Nordhängen des Tellatlas beträgt die Mitteltemperatur im August 25 °C, im Januar 12 °C; die Niederschläge (durchschnittlich 500 bis 1.000 mm) fallen vorwiegend im Winter. Im Hochland der Schotts herrscht winterfeuchtes Steppenklima mit ausgeprägten saisonalen Temperaturschwankungen (Januarmittel kaum über 0 °C, Augustmittel 30 °C). Die Niederschläge, meist in Form von kurzen Platzregen, betragen hier nur noch 350 mm. Der Nordhang des Saharaatlas wird stärker beregnet; an der Südseite aber vollzieht sich rasch der Übergang zum heißen, trockenen Wüstenklima der Sahara mit täglichen Temperaturschwankungen bis 20 °C und mehr. Die Temperaturen erreichen im Sommer über 40 °C, im Winter können sie unter 0 °C sinken. In manchen Gegenden liegt das langjährige Niederschlagsmittel bei nur 10 mm. Aus der Sahara weht in den Sommermonaten häufig der Scirocco, ein trockener, staubbeladener Wind.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Algerien hat heute einen Waldanteil von nur 2 %, etwa 80 % des Landes sind nahezu vegetationslos. Mit gezielten Aufforstungsmaßnahmen versucht man der Ausbreitung der Wüste entgegenzuwirken. Zwischen 1990 und 2000 hat der Waldbestand um 1,3 % zugenommen. An der ausreichend beregneten Nordseite des Tellatlas wachsen mediterrane Sträucher wie Macchie, Aleppo-Kiefern, Korkeichen und Steineichen sowie (über 1.600 m) Atlas-Zedern; in der Kabylei gibt es noch zusammenhängende Waldgebiete. Im Hochland der Schotts dominieren Steppen mit Halfagras und Wermutgewächsen. Die Gebirgssteppe des Saharaatlas geht nach Süden in die weitgehend vegetationslose Wüste über; Pflanzen (v. a. Dattelpalmen) wachsen nur in Randzonen und grundwasserbegünstigten Gebieten (Oasen). Das Ahaggar-Gebirge ist waldlos; stellenweise gibt es mediterrane Vegetation.

An wildlebenden Tieren kommen Gazellen, Wüstenfüchse (Fenneks), Mähnenschafe, Berberaffen, vereinzelt Geparde, Springmaus, Schlangen, Echsen, Skorpione und verschiedene Vogelarten (darunter große Greifvögel) vor.

Im Nationalpark Tassili n’Ajjer, der Weltnatur- und Weltkulturerbestätte der UNESCO, gibt es noch Bestände von Mähnenschafen und Dünengazellen sowie einige wenige Geparde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Millionen

Fast alle Algerier sind berberischer Herkunft; nur etwa 40 % bekennen sich zu ihrer berberischen Identität. Algerien widerfuhr im Zuge der Islamisierung im 7. und 8. Jahrhundert eine umfassende Arabisierung hinsichtlich Kultur, Sprache und Religion.[4] Vorwiegend sich als Araber bezeichnende Menschen (70 %) und verschiedene Berberstämme (30 %), die zum Teil arabisiert sind, bevölkern Algerien. In den letzten Jahrzehnten verschmelzen diese Volksgruppen immer mehr miteinander. Daher ist es mittlerweile schwierig, einen Algerier einem bestimmten Stamm zuzuordnen, denn immer mehr haben sowohl arabische als auch berberische Wurzeln. Die Zahl der Europäer sank nach Erlangung der Unabhängigkeit bis auf etwa 20.000.

Die Bevölkerung in Algerien ist sehr ungleich verteilt. 96 % der Einwohner leben im Norden auf einem Fünftel der Staatsfläche. Über die Hälfte (2008 65 %) – mit steigender Tendenz – wohnt bereits in den Städten, die vornehmlich im Küstenbereich liegen. Schätzungsweise 2,3 Millionen Algerier leben im Ausland, davon über 1,5 Millionen in Frankreich, wo sie die Hauptvertreter des Islam in Frankreich sind. Ursachen der hohen Auswanderungsquote sind hauptsächlich der wachsende Bevölkerungsdruck und fehlende Arbeitsmöglichkeiten. Infolge des starken Bevölkerungswachstums waren 2010 25,4 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre.[5]

Sprachen[Bearbeiten]

Amtssprache ist Arabisch. Daneben spielt Französisch eine wichtige Rolle als Bildungs-, Handels- und Verkehrssprache. Staatliche Fernsehsender strahlen Nachrichten und Dokumentationen auch auf Französisch aus. Seit 2002 ist in Algerien Tamazight Nationalsprache[6]; in ihr werden auch Radioprogramme sowie vereinzelt Fernsehsendungen gesendet.[7]

Schriftsprache ist entweder Französisch oder Hocharabisch; es gibt eine Initiative der Regierung zum Gebrauch des Hocharabischen. In der großen und kleinen Kabylei wird auch Berberisch geschrieben. Inzwischen (20xx) spricht etwa 70 % der Bevölkerung Arabisch als Muttersprache. Die übrigen 30 % der Bevölkerung sprechen Berbersprachen, und zwar vor allem im Süden des Landes, der fast nur von Tamascheq-sprachigen Tuareg bewohnt ist, sowie nordöstlich von Algier. Die dort gesprochene Berbersprache ist Kabylisch, eine Form von Mazirisch (Tamazight).

Religionen[Bearbeiten]

Nach offizieller Statistik bekennen sich etwa 99 % der Bevölkerung zum Islam. Eine Minderheit, vor allem in Algerien lebende Ausländer und konvertierte Algerier, gehören dem Christentum in Algerien an, traditionellerweise der katholischen Kirche Algeriens. Im Gefolge des 1992 ausgebrochenen Bürgerkriegs zwischen Regierung und der Islamistischen Heilsfront (FIS), die vor Massenmorden an Landsleuten nicht zurückschreckte, wandten sich viele Menschen, v. a. in der Kabylei, dem protestantischen Christentum zu. Die protestantischen Gemeinden in der Kabylei existieren teilweise schon seit den 1930er Jahren.[8] Außerdem gibt es noch eine geringe Zahl an Einwohnern jüdischen Glaubens (heute weniger als 0,1 % der Bevölkerung).[9]

Algerien hat den sunnitischen Islam zur Staatsreligion erklärt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann der Islam immer stärker an Einfluss im täglichen Leben der Algerier. Schon Algeriens Unabhängigkeitsbewegung war stark vom Islam durchdrungen, und so forderten die Religionsführer nach dem Sieg über Frankreich mehr Rechte ein. Seit 1963 gilt das Staatsbürgerschaftsrecht auf islamischer Grundlage; seit 1964 wird an allen Schulen der Koran unterrichtet. Mit der Zeit wurde auch die Scharia als Grundlage des Rechtssystems eingeführt: Seit 1984 ist ein Familienrecht in Kraft, in dem die Benachteiligung von Frauen festgeschrieben wird.[10] Ein am 28. März 2006 in Kraft getretenes Gesetz stellt die Missionierung von Muslimen durch andere Religionen unter hohe Strafen.[11]

Die Mozabiten sind eine islamische Minderheit.

Soziales[Bearbeiten]

Für alle Arbeitnehmer besteht eine allgemeine Sozialversicherung; ab dem 60. Lebensjahr wird eine Altersrente gezahlt. Ebenso gibt es Invaliden- und Hinterbliebenenrenten. Was fehlt, ist eine Arbeitslosenunterstützung – ein Manko, das bei der hohen Arbeitslosigkeit (2007: 11,8 %[12]) beträchtliche soziale Auswirkungen hat.

Bildung[Bearbeiten]

Allgemeine Schulpflicht besteht für 6- bis 15-Jährige. Darauf können drei Jahre auf einer weiterführenden Schule folgen. Die Unterrichtssprachen sind Französisch und Arabisch.[13] Die Bildungs- und Ausbildungsunterschiede zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Stadt und Land sind immer noch erheblich. Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene und eine höhere Einschulungsrate ließen die Analphabetenrate in den letzten Jahrzehnten langsam auf mittlerweile 22 % bei den Männern und 40 % bei den Frauen sinken. Das Land hat zwölf Universitäten; die älteste wurde 1879 in Algier gegründet.

Gesundheit[Bearbeiten]

Der Standard des Gesundheitswesens konnte in den letzten Jahren verbessert werden, ist aber immer noch unzureichend. Bei kostenloser medizinischer Versorgung der Bevölkerung existiert vor allem ein beträchtliches Stadt-Land-Gefälle. Die Lebenserwartung lag 2007 bei 72 Jahren.[14] 2006 lagen die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben der Regierung bei 146 US$ (Kaufkraftparität).[14] Die HIV-Infektionsrate ist niedrig.[15]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Algeriens

Berber, Phönizier, Vandalen und Oströmer[Bearbeiten]

Ruine römischer Bögen bei Thamugadi (Timgad)

Ursprünglich war das Gebiet des heutigen Algerien von berberischen Volksstämmen bewohnt, im Osten von Tuareg. Vom 12. Jh. v. Chr. an errichteten die Phönizier an der Küste Handelsstützpunkte und gründeten 814 v. Chr. die Handelsstadt Karthago im heutigen Tunesien, die sich in der Folge zur Großmacht im westlichen Mittelmeer entwickelte. Um 202 v. Chr. schlossen sich die Berber-Stämme (Mauren) unter Massinissa zum Königreich Numidien zusammen und verbündeten sich mit Rom gegen Karthago. Die Erhebung Karthagos gegen Massinissa 149 v. Chr. lieferte Rom den erwünschten Vorwand für den Dritten Punischen Krieg, in dessen Verlauf Karthago zerstört wurde. 46 v. Chr. unterwarf Rom Numidien und vereinigte es mit Karthago zur römischen Provinz Numidia-Mauretania. Bis zum Einfall der Vandalen im Jahre 429 n. Chr. war diese die Kornkammer Roms. Die Vandalenherrschaft endete 534 mit der Eroberung durch Truppen des oströmischen Kaisers Justinian I., wodurch Nordafrika byzantinische Provinz wurde.

Schon seit dem 3. Jh. hatte das Christentum in Nordafrika an Einfluss gewonnen. In den großen Städten waren mehrere Bistümer entstanden: So war der hl. Augustinus der bedeutendste Kirchenlehrer des frühen Christentums, Ende des 4. Jh. Bischof von Hippo Regius, dem heutigen Annaba.[16]

Islamisierung und Arabisierung[Bearbeiten]

Um die Mitte des 7. Jh. stießen die Araber in den Maghreb vor. 697 eroberten sie einen Großteil des heutigen Algerien. Die Bevölkerung wurde größtenteils islamisiert. Im Laufe des 8. Jh. kam es wiederholt zu Aufständen der Berber gegen die arabischen Eroberer: 757 wurden die Berber-Reiche im Atlasgebirge vom Kalifat unabhängig, während die drei sich herausbildenden Fürstentümer der Idrisiden, Aghlabiden und Ziriden unter dessen Herrschaft gerieten.

Im 11. Jahrhundert konnte sich die Berber-Dynastie der Almoraviden im Gebiet des heutigen Algerien durchsetzen; sie beherrschte das Land fast 100 Jahre, bis sie 1147 von den Almohaden abgelöst wurde. Diese Dynastie eroberte in der Folgezeit den Maghreb und Südspanien; in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zerfiel das Reich dann jedoch. Ostalgerien wurde Teil eines tunesischen Fürstentums, im Westen bildete sich von 1269 an das Königreich der Abd-al-Wadiden mit der Hauptstadt Tlemcen (heutiges Tilimsen) heraus.

Türkische Herrschaft[Bearbeiten]

Anfang des 16. Jahrhunderts versuchten die Spanier, an der algerischen Küste Fuß zu fassen. Daraufhin unterstellte sich das Land 1519 der Oberhoheit des Osmanischen Reiches und wurde Vasall; seit 1711 war das Gebiet aber wieder faktisch unabhängig. Bis ins 19. Jahrhundert hinein konnte sich Algerien gegen die Versuche der Spanier, Niederländer, Briten und Franzosen zur Eindämmung der Seeräuberei erfolgreich zur Wehr setzen.

Algerien wurde somit das Eyâlet Cezayir innerhalb des Osmanischen Reiches, wurde später dann jedoch in ein Vilâyet umgewandelt und blieb bis 1830 unter Osmanischer Oberhoheit. Es war aber zugleich auch ein halbautonomer Vasallenstaat, der sich gegen den zu großen Einfluss anderer Mächte behaupten konnte.

Französische Kolonialherrschaft[Bearbeiten]

1830 begannen die Franzosen mit der Eroberung des Landes von den Türken und der Bekämpfung der Piraterie. Die Versuche des Berber-Führers Abd el-Kader, die Franzosen zu vertreiben und ein großarabisches Reich zu schaffen, konnte Frankreich erst nach langen Kämpfen 1847 beenden. Auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Aufständen gegen die Kolonialmacht. Zahlreiche französische Siedler strömten in die Siedlungskolonie. Das Gemeineigentum an den Ländereien wurde aufgehoben,[17] die einheimischen Bauern wurden in weniger fruchtbare Gebiete vertrieben. Um die Jahrhundertwende eroberten die Franzosen auch die Saharagebiete Algeriens und es wurde ein Département Frankreichs. Die Bevölkerung war durch den Code de l’indigénat von 1875 in Bürger erster und zweiter Klasse unterteilt, in französische Staatsbürger und französische Untertanen („Sujets“) ohne Staatsbürgerschaft.

Ab 1945 kam es zum Aufschwung der Unabhängigkeitsbewegung, als nach Unruhen in Sétif, Kherrata und Guelma zehntausende Algerier von der französischen Armee getötet wurden (Massaker von Sétif). Als Reaktion auf das Erstarken der seit Ende der 1930er Jahre bestehenden algerischen Unabhängigkeitsbewegung wurde im September 1947 allen Algeriern die französische Staatsbürgerschaft zuerkannt (Algerien-Statut). Den Kampf um die Loslösung von Frankreich konnte das jedoch nicht aufhalten. Der nun folgende Algerienkrieg (1954 bis 1962) wurde von beiden Seiten mit äußerster Härte geführt. Dabei wandte das französische Militär auch die Methoden der so genannten „Französischen Doktrin“ an. Dies war zwar zunächst militärisch erfolgreich, führte aber wegen des Bekanntwerdens der systematischen Menschenrechtsverletzungen letztlich zu einer deutlichen innen- und außenpolitischen Schwächung Frankreichs. Unter Führung der Nationalen Befreiungsfront (FLN), erkämpfte Algerien schließlich die Unabhängigkeit, die am 18. März 1962 im Abkommen von Évian anerkannt und in zwei Referenden – in Frankreich wie in Algerien selbst – bestätigt wurde. Am 5. Juli (Nationalfeiertag neben dem Tag der Revolution am 1. November) 1962 wurde offiziell die Unabhängigkeit proklamiert. Die Gesamtzahl getöteter Algerier wurde von Frankreich später mit 350.000, von algerischen Quellen mit bis zu 1,5 Millionen angegeben.

Als Sozialistische Volksrepublik[Bearbeiten]

Erster Staatspräsident wurde Ferhat Abbas. Nach dessen Absetzung folgte 1963 Muhammad Ahmed Ben Bella, bis Verteidigungsminister Oberst Houari Boumedienne durch einen Militärputsch im Juni 1965 an die Macht gelangte. Seine Regierung versuchte zunächst, durch eine verstärkte Sozialisierungspolitik und durch eine Öffnung gegenüber dem Ostblock Algeriens wirtschaftliche Abhängigkeit von Frankreich zu überwinden. Ab 1972 verfolgte sie einen Kurs der Blockfreiheit und knüpfte Kontakte zum Westen. Nach dem Tod Boumediennes übernahm 1978 zunächst Rabah Bitat kommissarisch das Präsidentenamt, bis im Februar 1979 Oberst Chadli Bendjedid zum Präsidenten gewählt wurde. Mitte 1988 brachen schwere Unruhen aus, die zur Aufgabe des Machtmonopols der FLN führten. Ursache waren unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot. Eine Demokratisierung wurde eingeleitet und eine neue demokratische Verfassung, die die Trennung von Partei und Staat, parlamentarische Verantwortung, Pluralismus, politische Freiheiten und Garantien der Menschenrechte vorsah, geschaffen (Verfassung vom 19. November, inkraftgetreten drei Tage später; Änderungen am 3. November 1988, 23. Februar 1989 und 26. November 1996).[3]

Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Algerischer Bürgerkrieg

Der wirtschaftliche Niedergang führte im Oktober 1988 zu spontanen Ausschreitungen in der Hauptstadt Algier, die bald auf andere Städte übergriffen und Hunderte von Todesopfern forderten. Bei den Parlamentswahlen 1991/92 befürchtete die Regierung einen Sieg der islamistischen Bewegung. Nach dem sich abzeichnenden Sieg der Islamischen Heilsfront (Front islamique du salut, FIS) wurden die Wahlen abgebrochen; Präsident Chadli Bendjedid trat unter dem Druck des Militärs zurück. Als Übergangspräsidenten setzte dieses zunächst Muhammad Boudiaf, nach dessen Ermordung Ali Kafi und schließlich 1994 General Liamine Zéroual ein. Im März 1992 wurde die Auflösung der FIS angeordnet, die daraufhin zum bewaffneten Kampf aufrief. Im Laufe des Bürgerkriegs, der zwischen Islamisten und dem algerischen Militär geführt wurde, kamen Techniken des „Schmutzigen Krieges“ zur Anwendung. Die Auseinandersetzungen forderten über 120.000 Todesopfer. Im Februar 1995 starben beim Massaker im Serkadji-Gefängnis 95 Gefangene und vier Wärter.

Bereits im September 1998 war vom früheren GIA-Führer Hassan Hattab die „Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf” (französisch: „Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat”, GSPC) gegründet worden. Sie wurde auf Rat von Osama bin Laden gebildet, des vormaligen Führers der international tätigen islamistischen Terrororganisation Al-Qaida, mit dem Ziel, den „heiligen Krieg“, Dschihad, gegen die algerische Staatsmacht in seiner ursprünglichen Form wieder aufzunehmen.

Wichtigstes innenpolitisches Ziel des im April 1999 mit Unterstützung des Militärs zum Staatspräsidenten gewählten Abd al-Aziz Bouteflika, war die Beendigung der gewalttätigen Auseinandersetzungen durch eine „Politik der nationalen Versöhnung.“ Während die algerische Führung zuvor die Zahl der Opfer des Bürgerkrieges meist mit nur rund 30.000 angegeben hatte, gestand er zu, dass sie 1999 schon bei rund 100.000 lag.[18]

Im September 1999 wurde das von ihm vorgelegte „Gesetz zur Aussöhnung der Bürger“ (französisch: Loi de la Concorde Civile) vom Volk in einem Referendum bestätigt. Es sieht eine Amnestie für Terroristen vor, die ihre Waffen niederlegen und nicht schwere Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung oder Bombenanschläge begangen haben.[19]

Wenig später entschied sich die „Islamische Heilsarmee“ (französisch: Armée Islamique du Salut, AIS), der bewaffnete Arm der seit 1992 verbotenen Partei Islamische Heilsfront (französisch: Front Islamique du Salut, FIS), die Waffen niederzulegen. Die „Bewaffnete Islamische Gruppe“ (französisch: Groupe Islamique Armé, GIA), bestand zwar weiterhin. Ihre Reste waren aber, so Der Spiegel, in eine Art Banditentum abgeglitten, bei dem religiöse Motive nur noch als Bemäntelung von Kriminalität dienten.[20]

Nach einer Phase relativer Ruhe in den Jahren 1999/2000, nahmen die gewalttätigen Auseinandersetzungen wieder zu. Im April 2001 wurden Demonstrationen in der Kabylei, einer hauptsächlich von Berbern bewohnten Bergregion im Norden Algeriens, von der staatlichen Gendarmerie niedergeschlagen (rund 60 Tote).

Befriedung des Landes[Bearbeiten]

Zur Entschärfung der Forderungen der Berber nach mehr Autonomie und demokratischer Partizipation begnadigte Bouteflika im August 2002 die Mehrheit der inhaftierten Demonstranten. Die Berbersprache Mazirisch erhielt eine eher symbolische Anerkennung als „Nationalsprache“. Als Amtssprache neben Arabisch wurde sie nicht anerkannt. Auch den Forderungen nach Abzug der Gendarmerie aus der Kabylei kam Bouteflika nicht nach.[18]

Wirtschaftspolitisch versuchte Bouteflika ein Privatisierungsprogramm durchzusetzen. 2003 mussten jedoch die zuständigen Minister Mourad Medelci und Abdelhamid Temmar unter dem Druck des einflussreichen Gewerkschaftsdachverbands UGTA zurücktreten. Er hatte im Februar 2003 − zum zweiten Mal seit Beginn des Jahrzehnts – einen dreitägigen Generalstreik organisiert, der sich gegen das Privatisierungsprogramm der Regierung richtete. An dem Streik nahmen über 90 % der Arbeiter teil.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 8. April 2004 wurde Bouteflika mit 83 % der Stimmen als erster Präsident für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Sein wichtigster Konkurrent, der frühere Ministerpräsident Ali Benflis, sprach von Betrug. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sprachen aber von einer fairen Wahl.

Nach seiner Wiederwahl setzte Bouteflika seine „Versöhnungspolitik“ mit der Vorlage einer „Charta für Frieden und nationale Versöhnung” fort. Sie wurde im September 2005 in einem Referendum angenommen. Sie umfasst eine Generalamnestie sowohl für staatliche Sicherheitskräfte und vom Staat bewaffnete Milizen als auch für bewaffnete Gruppen. Sie verneint jede Verantwortung der Sicherheitskräfte und der Milizen für schwere Menschenrechtsverletzungen. Kritik an den Sicherheitsorganen stellt sie unter Strafe. Die Verordnung, mit der sie umgesetzt wird, verhindert eine gerichtliche Untersuchung und Aufklärung des Schicksals Tausender im Verlauf des Bürgerkriegs „verschwundener“ Personen. Klagen gegen Mitglieder der Sicherheitskräfte müssen von den Gerichten abgewiesen werden. Angehörige von „Verschwundenen” können allerdings eine Entschädigung beantragen.[19]

Wirtschaftspolitisch wurden die Versuche, auf dem Weg von einer sozialistischen Planwirtschaft zu einer stärker marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung zu kommen, fortgesetzt. Die als wirtschaftspolitische Reformer geltenden Mourad Medelci und Abdelhamid Temmar, die 2003 zurücktreten mussten, übernahmen das Finanz- bzw. Investitionsförderungsministerium. Sie setzen sich für die Privatisierung öffentlicher Betriebe und die Öffnung des Erdöl- und Erdgassektor für private Investitionen ein.

Anfang April 2009 gewann Bouteflika zum dritten Mal die Präsidentenwahl in Algerien nach offiziellen Angaben mit 90,24 Prozent der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 74,5 Prozent. Die Wahl war von mehreren gewaltsamen Zwischenfällen überschattet, außerdem war Bouteflikas fünf Gegenkandidaten kaum Gelegenheit gegeben worden, sich im 19-tägigen Wahlkampf zu profilieren.[21] Die wichtigsten Oppositionsparteien, die Rassemblement pour la culture et la démocratie (RCD) und der Front des forces socialistes (FFS) waren erst gar nicht zur Wahl angetreten. Die Opposition zweifelte das Ergebnis an.[22]

Bei der Wahl am 17. April 2014 wurde Bouteflika zum vierten Mal in seinem Amt bestätigt; nach Angaben des Innenministeriums entfielen 81,5 % der Stimmen auf den Amtsinhaber, 12,18 % gingen an Allzeit-Herausforderer Ali Benflis.[23]


Politisches System[Bearbeiten]

Gemäß der Verfassung von 1996 ist Algerien eine semipräsidentielle Republik mit einem alle fünf Jahre durch das Volk gewählten Staatsoberhaupt an der Spitze. Er ernennt und entlässt den nur ihm verantwortlichen Ministerpräsidenten als Vorsitzenden der Exekutive. Das die legislative Gewalt ausübende Parlament besteht aus der Nationalen Volksversammlung (Assemblée Populaire Nationale), deren 389 Mitglieder alle fünf Jahre gewählt werden und einem Rat der Nation (Conseil de la Nation/Majlis al-’Umma), von dem 96 Mitglieder alle sechs Jahre voll und alle drei Jahre zur Hälfte von den Kommunalräten neu gewählt und die restlichen 48 Mitglieder vom Staatsoberhaupt ernannt werden. Alle Algerier besitzen ab 18 Jahren das Wahlrecht.

Die Verfassung orientiert sich laut Artikel 9 an islamischer Ethik und den Werten der Novemberrevolution.[24]

Im Justizwesen bestehen französisches und islamisches Recht nebeneinander. Das Gerichtswesen sieht Volkstribunale (Zivilrecht) und Strafvolksgerichte (Strafrecht) vor. Höchste Instanz ist der Oberste Gerichtshof. Homosexualität in Algerien ist gesellschaftlich geächtet und dort nach geltendem Recht illegal. In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren tödlichen Übergriffen auf Homosexuelle und auch zu einer öffentlichen Steinigung.

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Wahlen zur Nationalen Volksversammlung 2012 gewann die regierende Nationale Befreiungsfront 221, die Nationale Demokratische Sammlung (RND – Nationaldemokraten) 70, die islamistische Allianz Grünes Algerien (aus Gesellschaftsbewegung für Frieden, Ennahda und Bewegung für Nationale Reform) 47, die Front Sozialistischer Kräfte (FFS, Berber) 21, die Unabhängigen 19, die Arbeiterpartei (PT – Arbeiterbewegung) 17 und Sonstige 78 Sitze.

Opposition[Bearbeiten]

Durch wirtschaftliche und soziale Probleme sowie die Unzufriedenheit mit den Leistungen des politischen Systems sind islamistische Bewegungen in Algerien sehr erfolgreich. Diese fordern einen islamistischen Staat, dessen innere Struktur und Außenpolitik sich an den Regeln einer radikalen Interpretation des Islams orientieren soll. Sie sind gleichwohl zum überwiegenden Teil verboten und stellen höchstens so etwas wie eine außerparlamentarische Opposition dar. Nach Angaben von Amnesty International gibt es weiterhin pro Jahr mehrere hundert Tote als Folge von Attentaten. Sie werden jetzt häufig der Gruppe „al-Qaida im islamischen Maghreb” zugeschrieben, in die sich die GSPC Anfang 2007 umbenannte. 2007 gab es unter anderem im April Anschläge auf den Amtssitz des algerischen Ministerpräsidenten und eine Polizeistation in Algier. Im Dezember wurde ein Anschlag auf das UNHCR-Büro in Algier verübt.[19]

Am 23. Februar 2011 wurde der seit 19 Jahren bestehende Ausnahmezustand aufgehoben. Dies war eine Forderung der Opposition. 1992 wurde der Ausnahmezustand in Kraft gesetzt zur Bekämpfung von bewaffneten Islamisten.[25]

Am 16. Januar 2012 griffen Islamisten einen Standort des Ölkonzerns BP an und nahmen offenbar zahlreiche Ausländer als Geiseln. Die algerische Nachrichtenagentur APS meldete, bei dem Angriff seien zwei Menschen getötet worden. Einer der Angreifer erklärte, seine Gruppe komme aus dem Nachbarland Mali, wo Frankreich seit Ende vergangener Woche einen Militäreinsatz gegen Islamisten führt. Nach eigenen Angaben brachte die Gruppe der Angreifer 41 westliche Ausländer in ihre Gewalt, darunter 7 US-Amerikaner.[26]

Menschenrechte und Demokratie[Bearbeiten]

Freedom House schätzt Algerien als „unfreies“ Land ein (Stand 2011).[27] Im Demokratieindex von 2011 erreicht Algerien den 130. von 167 Plätzen und wird als „autoritäres Regime“ bezeichnet.

Werner Ruf, emeritierter Professor für Internationale Politik an der Philipps-Universität Marburg, übte in einem Interview mit der Tagesschau anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juli 2008 scharfe Kritik an der politischen Entwicklung in Algerien: „De facto regiert noch das Militär.“ Der Parlamentarismus sei eine Fassade. „Dahinter herrscht eine undurchsichtige Clique an der Spitze des Militärs. Das sind Leute, die sich bereichern. Die Korruption ist gewaltig.“ Das Land bleibe „weit entfernt von dem, was wir einen Rechtsstaat, eine Demokratie, nennen.“[28]

Thomas Schiller, Leiter des Auslandsbüros Algier der Konrad-Adenauer-Stiftung zufolge hat Algerien in den letzten 10 Jahren hingegen trotz immer noch erheblicher politischer, wirtschaftlicher und vor allem sozialer Defizite viel erreicht – vor allem Stabilität. Die politische Stabilisierung seit dem Amtsantritt Bouteflikas und eine zunehmend aktivere Zivilgesellschaft würden dem Land helfen, den Weg zur Normalität zu gehen. Die Politik Bouteflikas bezeichnet er als „erfolgreich“. Sie mische hartes Durchgreifen gegen Terroristen mit einer „Aussöhnungspolitik“, Sicherung der algerischen Unabhängigkeit mit vorsichtigen Reformen und wirtschaftlicher Öffnung.[29]

In Algerien gibt es zwar die Todesstrafe, doch sie wurde seit mehr als zehn Jahren nicht mehr offiziell vollstreckt. In Algier herrscht seit 2001 ein allgemeines Demonstrationsverbot. Die Pressefreiheit ist spürbar eingeschränkt. Es herrscht eine Zensur in Algerien. Die Organisation Reporter ohne Grenzen ordnet Algerien im Press Freedom Index jenem Drittel von Staaten zu, in denen die Pressefreiheit am geringsten ist.

Der UN-Menschenrechtsausschuss zeigte sich in seinem Bericht zur Lage der Menschenrechte in Algerien vom November 2007 besorgt über zahlreiche Hinweise auf geheime Haftzentren. Er hebt außerdem hervor, dass es viele Berichte über Folterungen und Misshandlungen durch den Militärgeheimdienst DRS gebe. Der Ausschuss kritisiert auch, dass zahlreiche Journalisten Opfer von Einschüchterungen sind und Frauen in der Ehe weiterhin diskriminiert werden (s. Literatur, Amnesty International).[19]

Von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International wird der „Versöhnungspolitik“ Bouteflikas vor allem vorgeworfen, sie ziele lediglich darauf ab, die Gewalt der neunziger Jahre vergessen zu machen, anstatt die Ereignisse juristisch aufzuarbeiten. Kritik daran sowie Demonstrationen von Angehörigen der Opfer würden von der Regierung unterdrückt. Im Bericht der Bertelsmann-Stiftung zur politischen und wirtschaftlichen Transformation in Algerien („Bertelsmann Transformationsindex 2003“) heißt es dazu: „Die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen, die im Zusammenhang mit dem seit 1992 anhaltenden innenpolitischen Konflikt stehen, fand auf nationaler Ebene nicht statt. Weder die islamistischen Vergehen, noch die staatlichen Übergriffe im Rahmen der Bekämpfungsmaßnahmen des islamistischen Terrorismus wurden thematisiert.“[30]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Algerien ist seit 1962 Mitglied der Vereinten Nationen und hat Beobachterstatus in der WTO.[31]Ansonsten ist es Mitglied der Afrikanischen Union (AU), der Arabischen Liga, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) und der Organisation arabischer erdölexportierender Staaten (OAPEC). Neben den Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga pflegt Algerien gute Beziehungen zur EU, den Vereinigten Staaten, Russland und besonders zur Volksrepublik China.[32]

Algerien ist eines der letzten arabischen Länder, das noch freundschaftliche Beziehungen zum syrischen Baath-Regime aufrechterhält und bis zuletzt eine Isolierung Syriens in der islamischen Welt zu verhindern versuchte. Ex-Außenminister Lakhdar Brahimi bemüht sich seit 2012 als UNO-Sondervermittler vergeblich um eine Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien.

Militär[Bearbeiten]

Streitkräfte[Bearbeiten]

Wappen der algerischen Streitkräfte

Die 147.000 Mann starken Streitkräfte gliedern sich in Heer (127.000), Luftwaffe (14.000) und Marine (6.000). Dem algerischen Verteidigungsministerium unterstehen des Weiteren die Gendarmerie, die Grenzwache und weitere paramilitärischen Verbände.

Hauptartikel: Algerische Streitkräfte

Französische Atomwaffentests[Bearbeiten]

Es gibt zwei ehemalige französische Atomtestgelände, auf denen Frankreich zwischen 1960 und 1966 insgesamt 17 Atombombentests vorgenommen hat:

  • bei Reggane: 1960–1961: 4 Tests, oberirdisch
  • bei In Ekker: 1961–1966: 13 Tests, unterirdisch

Am 13. Februar 1960 testete Frankreich seine erste Atombombe (mit einer Sprengkraft von 70 kt TNT-Äquivalent) in der Nähe von Reggane. Es war die stärkste Bombe, die bei einem ersten Test je zur Detonation gelangte. Zum Vergleich: Der erste US-Test (Trinity) hatte eine Stärke von 20 kt, der erste UdSSR-Test (RDS-1) hatte 22 kt, der erste britische Test (Hurricane) hatte 25 kt. Die Hiroshima-Bombe (Little Boy) hatte 13 kt, die Nagasaki-Bombe (Fat Man) 22kt. Die weiteren drei oberirdischen Bomben bei Reggane hatten jeweils weniger als 5 kt.

Am 7. November 1961 fand der erste von 13 unterirdischen Tests bei In Ekker im Hoggar statt. Bei dem zweiten Test (Béryl) am 1. Mai 1962 hielt der Verschluss des Tunnels nicht stand. Radioaktive Gase, Staub und Lava wurden ausgestoßen. Die Beobachter des Tests wurden kontaminiert (darunter auch anwesende französische Minister). Drei andere Tests verliefen ebenfalls nicht plangemäß, jedoch nach Angaben des Verteidigungsministeriums ohne Austritt von radioaktiven Substanzen: 30. März 1963 – „Amethyst“ / 20. Oktober 1963 – „Rubin“ (Stärke 100 kt) / und 30. Mai 1965 – „Jade“. Der stärkste Test in In Ekker war am 25. Februar 1965 „Saphir” mit 150 kt.

Mit dem Test am 16. Februar 1966 endeten die Versuche in Algerien. Die Tests wurden nach Französisch-Polynesien (Mururoa und Fangataufa-Atoll) verlegt, wo oberirdisch (erst ab 1974 wieder unterirdisch) weitergetestet wurde.[33]

Zu beachten ist, dass es zwischen Großbritannien, USA und der UdSSR ein Verbot von atmosphärischen Atomwaffentests gab (am 5. August 1963 zur Unterzeichnung freigegeben, trat am 10. Oktober 1963 in Kraft), an das sich diese hielten (letzter atmosphärischer Test: GB: 23. September 1958 / USA: 9. Juni 1963 / UdSSR: 25. Dezember 1962). Frankreich und China hielten sich nicht daran, testeten oberirdisch weiter: Frankreich: 2. Juli 1966 bis 14. September 1974: 41 Tests, China: 16. Oktober 1964 bis 16. Oktober 1980: 22 Tests.

Auf Wunsch Algeriens untersuchte die IAEA das Gelände bei Reggane und stellte in ihrem Bericht von 2005 fest, dass aufgrund der sehr schwachen restlichen Radioaktivität nichts zu veranlassen sei, lediglich im Fall größerer menschlicher Aktivitäten in der Gegend sollte der Zutritt zu den vier Explosionsorten untersagt werden.[34]

Der Ort des Béryl-Unfalls bei In Ekker scheint nach wie vor kontaminiert und zumindest in der Vergangenheit schlecht gesichert gewesen zu sein, so dass die Reststrahlung eine Gefahr für uninformierte Einheimische und Touristen darstellen kann.[35].

Die Regionen werden touristisch genutzt[36], wobei vermutlich nicht jeder Tourist über die Vergangenheit und die Strahlensituation der Gelände informiert ist.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Provinzen Algeriens
Hauptartikel: Wilayat Algeriens

Das Land ist in 48 Verwaltungsbezirke (Wilayat, Singular Wilaya), die jeweils nach der Hauptstadt benannt sind, unterteilt. Die Wilayat haben eigene Parlamente, unterstehen jedoch letztlich der Zentralregierung.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Algerien gehört vom Pro-Kopf-Einkommen her zu den reicheren Ländern Afrikas. Die Inflationsrate lag 2004 durchschnittlich bei 4,5 %.

Ordnung und Produktionsstruktur[Bearbeiten]

Planwirtschaft[Bearbeiten]

Nach Erlangung der Unabhängigkeit setzte die regierende Einheitspartei Front de Libération Nationale (FLN) lange auf staatliche Planwirtschaft und einen „algerischen Sozialismus“. Dank der Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport konnte sich Algerien eine ineffiziente Staatswirtschaft zunächst leisten. Ende der 80er Jahre führten sinkende Ölpreise, hohe Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot jedoch zu sozialen Spannungen, die sich 1988 schließlich in schweren Unruhen entluden und zum Ausbruch des Bürgerkrieges beitrugen.

Nachdem sich die innenpolitische Lage seit Ende der 90er Jahre deutlich stabilisiert hat, bemüht sich die Regierung verstärkt um eine Liberalisierung und Privatisierung der Wirtschaft. Das Erbe der früheren Planwirtschaft, die exzessive Bürokratie, weitverbreitete Korruption, ein wenig leistungsfähiger Bankensektor und die immer noch unsichere innere Lage bilden für eine rasche Entwicklung privater Unternehmen und ausländische Investitionen allerdings keine günstigen Bedingungen.

Staatsunternehmen[Bearbeiten]

Industrie und Bankensektor werden immer noch weitgehend von Staatsunternehmen beherrscht. Bei den Privatisierungsbemühungen in der Industrie stehen Düngemittelhersteller, petrochemische und pharmazeutische Unternehmen im Mittelpunkt.

Das Bankenwesen dominieren sechs staatliche Institute. Die für Mitte 2007 vorgesehene Privatisierung der Bank Crédit Populaire d´Algérie musste wegen der internationalen Finanzmarktkrise verschoben werden. Da die sechs Staatsbanken weiterhin Kredite an unrentable Staatsunternehmen vergeben, machen „faule Kredite“, die nicht zurückgezahlt werden und teilweise vom Staat aufgekauft werden, über 30 % des gesamten Kreditportfolios aus. Zudem bleibt die Wirtschaft aufgrund zu geringer Kapitalausstattung der Banken im Vergleich zu den Nachbarn Tunesien oder Marokko mit Krediten unterversorgt. Bartransaktionen dominieren.

Energiesektor und Diversifizierung[Bearbeiten]

Algeriens Wirtschaft ist weiterhin außerordentlich stark vom Energiesektor abhängig, der von der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach beherrscht wird. 2007 entfielen 98 % der Warenexporterlöse auf den Energiesektor.

Die Regierung plant, bis zum Jahr 2010 die Ölförderung von heute 1,3 Millionen auf 2 Millionen Barrel pro Tag und die Gasförderung auf 85 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu steigern. Dies könnte die Abhängigkeit der algerischen Wirtschaft vom Energiesektor weiter verstärken, zumal wenn die Ölpreise steigen.

Die Diversifikation der Wirtschaft, die stärkere Entwicklung der Wirtschaft außerhalb der Energiewirtschaft, ist deswegen ein Hauptziel der Regierung. Besondere Hoffnungen werden auf die Branchen Transport, Tourismus, Bauwirtschaft und Informationstechnologie gesetzt. Die Baubranche erhielt bereits einen kräftigen Wachstumsimpuls mit einem staatlichen Investitionsprogramm im Umfang von 60 Milliarden USD, das unter anderem die Errichtung einer Million Neubauwohnungen vorsieht.

Außenwirtschaftliche Liberalisierung[Bearbeiten]

Mit der Umsetzung des am 1. September 2005 in Kraft getretenen Assoziierungsabkommens mit der EU steigt der Wettbewerbsdruck für algerische Unternehmen. Der Vertrag mit der EU sieht vor, dass innerhalb von zwölf Jahren sämtliche Handelsschranken zwischen den beiden Partnern wegfallen und Algerien damit Teil der beabsichtigten Freihandelszone wird. Auch der angestrebte Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) wird Algerien zu einer stärkeren Öffnung seiner Märkte zwingen.

Die Bildung der Mittelmeerunion mit den EU-Staaten zeigt deutlich, welch hohe Bedeutung die rohstoffreichen Mittelmeeranrainer für die Europäische Union – insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung – haben. Die Bemühungen der EU um eine stärkere Streuung ihrer Energiebezugsquellen lassen Algerien, das heute schon rund 25 % der Erdgasimporte der Europäischen Union liefert, zu einem immer wichtigeren Handelspartner werden.

Am 22. Juli 2009 hat sich die algerische Regierung entschlossen, das Wochenende von Donnerstag/Freitag auf Freitag/Samstag zu verlegen. Diese Regelung soll ab dem 14. August 2009 gelten. Dadurch soll ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent erzielt werden. Da sich Algerien seit 1976 lediglich drei Wochentage mit den westlichen Industrienationen teilt, sind laut Berechnungen der Weltbank jährliche Verluste zwischen 500 und 700 Millionen Dollar entstanden.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Wachstum, Inflation, Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

2007 konnte Algerien ein Wirtschaftswachstum von 3,1 % verzeichnen,[37] nachdem 2006 wegen Wartungsarbeiten an Öl- und Gasfeldern das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auf rund 2 % gesunken war. Die Produktion außerhalb des Öl- und Gassektors steigt seit 2003 stabil um rund 5 bis 6 Prozent. Staatliche Investitionsprogramme, vor allem für die Schaffung von Wohnraum und den Ausbau der Infrastruktur, tragen dazu wesentlich bei.

Der Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigte sich 2008 bei stark steigenden Lebensmittelpreisen zwar, blieb mit 4,4 % aber relativ niedrig.[37] Dabei ist zu berücksichtigen, dass etwa die Energiepreise in Algerien staatlich reguliert sind.

Größte wirtschaftspolitische Herausforderung für die algerische Regierung bleibt die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit. Nach Angaben der Regierung wurde sie zwar in den letzten Jahren deutlich gesenkt, 2009 lag sie bei 12,4 %.[37] Besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit, sie wird mit 2006 mit 24,3 % (2001 sogar 47,8 %) angegeben.[38]

Exporterlöse[Bearbeiten]

Begünstigt wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung seit 2003 von kräftig steigenden Öl- und Gaspreisen. Sie sorgten dafür, dass sich die Exporterlöse von 2003 bis 2007 auf rund 60 Mrd. US-Dollar verdoppelten. Der Überschuss in der Leistungsbilanz erhöhte sich auf knapp ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts, wozu auch die Überweisungen von im Ausland beschäftigten Algeriern beitrugen.

Dank der stark gestiegenen staatlichen Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor hatte Algerien auch hohe Überschüsse im Staatshaushalt vorzuweisen. Sie fließen zum Teil als Ersparnisse in den sogenannten „Einnahmen-Regulierungs-Fonds“ (FRR). Mittel aus diesem Fonds wurden auch zur Tilgung algerischer Auslandsschulden verwendet, die von rund 58 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 1999 auf rund 2,5 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009 abgebaut wurden.[37]

Die internationalen Währungsreserven erreichten zum 31. Dezember 2009 dank hoher Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor rund 150 Milliarden US-Dollar.[37]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 61,34 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 56,24 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 % des BIP.[37]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 14,4 Mrd. US-Dollar oder 10,7 % des BIP.[37]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Sektorale Wirtschaftsentwicklung[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft trug nach Angaben der deutschen Bundesagentur für Außenwirtschaft 2006 knapp 8 % zur gesamtwirtschaftlichen Produktion bei. Sie beschäftigt ca. 1,2 Mio. Erwerbstätige.[40]

Eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ist nur auf einem schmalen Streifen im Norden möglich. Lediglich 3 % der Landesfläche sind Acker- und Dauerkulturland, das sich überwiegend in Privatbesitz befindet. Die extensive, zum Teil nomadische Viehhaltung konzentriert sich auf das Hochland der Schotts und die nördliche Sahara. In den Wäldern des Tellatlas wird Kork gewonnen.

Die wichtigsten Agrarprodukte sind Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Tomaten, Oliven, Datteln, Feigen, Tabak, Wein und Zitrusfrüchte. In Treibhäusern aus Kunststoff-Folie wird Frühgemüse für den Export kultiviert.

In Algerien gibt es etwa 15 Mio. Dattelpalmen, die meisten davon in den Oasen. Sie liefern jährlich einen Ertrag von ca. 500.000 Tonnen Datteln unterschiedlicher Qualität. Die weichen, hochwertigen Sorten werden teilweise nach Europa exportiert, die harten, widerstandsfähigen Sorten werden auch in viele Länder Schwarzafrikas verkauft, die sich dort wegen ihrer Haltbarkeit im tropischen Klima großer Beliebtheit erfreuen.

Weniger als 40 % des Nahrungsmittelbedarfs werden durch Eigenproduktion gedeckt. Algerien ist der wichtigste Nahrungsmittelimporteur Afrikas: Nur 20 % bei Getreide und Getreideprodukte, 20 % bei Gemüse, 60 % bei Milch und 95 % bei rotem Fleisch werden im Inland produziert. 95 % des rohen Speiseöls und praktisch der gesamte Rohzucker und Kaffee werden importiert.

Energiewirtschaft und Bergbau[Bearbeiten]

Herausragende Bedeutung haben die Förderung von Erdöl (drittgrößte Vorkommen Afrikas) und Erdgas in der Sahara. Die Ölreserven werden auf 11,8 Milliarden Barrel und die Gasreserven auf 4,5 Billionen Kubikmeter geschätzt.

Der Gasexport soll von derzeit rund 80 Milliarden Kubikmeter pro Jahr auf 85 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2010 und 100 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2015 gesteigert werden.

Rund 95 Prozent seiner Erdgasproduktion liefert Algerien nach Europa. Es ist damit nach Russland und Norwegen Europas drittgrößter Gaslieferant. Es liefert rund 30 Prozent des europäischen Verbrauchs. Algerien trägt insbesondere zur Versorgung von Portugal, Spanien, Griechenland und Frankreich bei. Deutschland bezieht bisher noch kein Erdgas aus Algerien.

Etwa die Hälfte seiner Gasexporte verkauft Algerien als LNG in flüssigem Zustand, Tendenz steigend.

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2010 nicht mehr aktuell zu sein: „sollen bis zum Jahr 2009 durch Produktionsstätten mit einer höheren Kapazität ersetzt werden“ Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

LNG-Anlagen, die 2004 bei einem Unfall zerstört worden waren, sollen bis zum Jahr 2009 durch Produktionsstätten mit einer höheren Kapazität ersetzt werden. Außerdem werden neue Tankschiffe gekauft.

Um die ehrgeizigen Ziele im Öl- und Gassektor zu erreichen, ist das Land auf ausländisches Kapital angewiesen. Das am 20. März 2005 verabschiedete neue Kohlenwasserstoff-Gesetz (Loi sur les Hydrocarbures) hob das Nationalisierungsgesetz von 1971 auf. Die staatliche Öl- und Gasgesellschaft Sonatrach verlor ihre Rolle als Regulierungsbehörde im Kohlenwasserstoffsektor und ihr Vertriebsmonopol. Nachdem das 2005 verabschiedete Gesetz ausländischen Unternehmen erlaubte, 70 Prozent der Anteile an Förderstätten und -anlagen zu erwerben, wurde diese Reform jedoch ein Jahr später zurückgenommen. Nunmehr müssen sich ausländische Öl- und Gasfirmen bei Beteiligungen in Algerien mit Minderheitsanteilen begnügen. Außerdem fällt eine Sondersteuer an, wenn der Ölpreis bei über 30 US-Dollar pro Barrel liegt.

Als Bodenschätze werden in Algerien außer Erdöl und Erdgas auch Eisen-, Kupfer-, Blei- und Zinkerze sowie Quecksilber und Phosphat abgebaut.

Industrie und Handel[Bearbeiten]

Die Schwerpunkte im industriellen Bereich liegen bei der Erdöl- und Erdgasverarbeitung sowie bei der Eisen- und Stahlindustrie und den darauf basierenden metallverarbeitenden Zweigen. Hinzu kommen die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, zum Beispiel eine Speiseöl-Raffinerie und eine Zuckerraffinerie in der Hafenstadt Oran, die Düngemittelproduktion und die Baustoffindustrie.

Ausgeführt wurden 2007 Waren im Wert von insgesamt 59,9 Mrd. US$, zu 98 % Rohöl, Erdgas und Erdölerzeugnisse. Hauptabnehmerländer waren die USA (27 %), Italien (15 %), Spanien (10 %), Kanada (8 %) und Frankreich(7,5 %).

Importiert wurden 2007 Waren im Wert von insgesamt 25,2 Mrd. US$, und zwar zu 37 % Ausrüstungsgüter, zu 31 % Produktionsgüter, zu 18 % Nahrungsmittel, zu 15 % Konsumgüter. Hauptlieferanten waren zu 17 % Frankreich, zu 9 % Italien, zu 8 % China, zu 8 % die USA und zu 6 % Deutschland.

Handelsbeschränkungen[Bearbeiten]

Um unerwünschte und qualitativ minderwertige Einfuhren zu vermeiden, bestimmte die Zentralbank Algeriens im Februar 2009 mit der Mitteilung N°16/DGC/2009, dass drei Dokumente beim Import von Waren vorgelegt werden. Die Vorlage ist mit sofortiger Wirkung obligatorisch, wenn per „remise documentaire“ (Export-Inkasso) oder „crédit documentaire“ (Export-Akkreditiv) gezahlt wird. Es handelt sich hierbei um die drei folgenden Zertifikate:

  • certificat phytosanitaire
  • certificat d’origine
  • certificat de contrôle de qualité de la marchandise

Die Zertifikate müssen im Land des Exporteurs für jede Lieferung ausgestellt werden. Die ersten zwei Zertifikate wurden bisher bei der Einfuhr nach Algerien verlangt, neu ist die obligatorische Vorlage des „certificat de contrôle de qualité de la marchandise“ für jede Lieferung, es muss von einer unabhängigen Prüf-Organisation wie dem TÜV Hessen ausgestellt werden. Liegen die drei Dokumente bei der Wareneinfuhr nicht vor, wird die „Domilizierung“ bei der algerischen Bank nicht akzeptiert und die Waren können nicht zollamtlich abgefertigt werden. Das Zertifikat muss nach Angaben der algerischen Banken die Qualität des Produkts und die Normenkonformität mit algerischen Standards oder den entsprechenden internationalen Standards und Normen bestätigen.[41]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrswesen[Bearbeiten]

Netz der wichtigsten Eisenbahnlinien Algeriens

Das Verkehrsnetz ist auf Nordalgerien konzentriert.

Die wichtigsten Hafenstädte sind Algier, Annaba, Oran, Bejaia, Skikda und Béthioua, von denen Fährverbindungen über das Mittelmeer ausgehen.

Das Schienennetz der algerischen Eisenbahn (SNTF) hat eine Länge von 3.810 Kilometern, wovon 386,3 Kilometer elektrifiziert sind.[42] Die wichtigste Bahnstrecke des algerischen Schienenverkehrs verläuft in West-Ost-Richtung meist im Tellatlas parallel zur Küste und hat Anschluss an das marokkanische und tunesische Eisenbahnnetz. Von ihr gehen Stichstrecken sowohl zu den Hafenstädten als auch nach Süden an den Rand der Sahara aus. Für das im Jahr 2009 in Algier eröffnete, 160 km/h schnelle S-Bahn-System wurden 64 vierteilige elektrische Triebzüge der Bauart FLIRT bei Stadler in der Schweiz bestellt.[43]

Die Straßen (insgesamt 180.000 Kilometer, davon rund 85% asphaltiert) gehen südlich des Atlasgebirges meist in Wüstenpisten über. 2007 wurde mit dem Bau eines großen Infrastrukturprojektes, der 1.216 km langen, sechsspurigen Ost-West-Autobahn A1 (Teil der "Transmaghrébine"), begonnen und mit Hilfe zahlreicher internationaler Baufirmen bereits Mitte 2010 weitgehend fertiggestellt. Der Bau einer zweiten Ost-West-Autobahn wurde Anfang 2014 gestartet.[44] Die befestigten Straßen im Süden des Landes verlaufen im Wesentlichen in Nord-Süd-Richtung und verbinden Algerien mit den Nachbarstaaten Niger (N 1) und Mali (N 6) sowie der Grenzregion zwischen Mauretanien und der von Marokko beanspruchten West-Sahara (N 50).

Internationale Flughäfen gibt es unter anderem in Algier (ALG), Oran (ORN), Annaba (AAE) und Chlef (QAS).

Da die Verkehrsinfrastruktur die wirtschaftliche Entwicklung Algeriens besonders hemmt, hat die Regierung im Jahr 2005 einen Fünf-Jahres-Plan ausgearbeitet, nach dem die Verkehrsinfrastruktur durch Joint Ventures mit dem privaten Sektor modernisiert werden soll. Großes Aufholpotential besteht verglichen mit den Nachbarländern auch im Tourismus. 70 Prozent der heutigen Touristen sind Algerier, die Freunde oder die Familie besuchen.

Pipelines[Bearbeiten]

Zur Steigerung seiner Exportkapazitäten baut Algerien seine LNG-Anlagen und seine Exportpipelines aus und errichtet weitere Exportpipelines.

Die beiden Erdgaspipelines, die Algerien mit Europa verbinden, werden ausgebaut:

  • Zum einen die 1.070 km lange Transmed-Pipeline, auch Enrico-Mattei-Pipeline genannt, vom Gasfeld Hassi R’Mel in der algerischen Sahara über Tunesien nach Sizilien. Die 1978–1983 gebaute Pipeline, die seit 1994 nach einer Erweiterung über eine Jahreskapazität von 24 Mrd. Kubikmetern verfügt, soll bis 2012 weiter auf 33,5 Mrd. Kubikmeter ausgebaut werden.
  • Zum anderen die 1.375 km lange Maghreb-Europa-Pipeline, auch Pedro-Duran-Farrel-Pipeline genannt, von Hassi R’Mel über Marokko und die Straße von Gibraltar nach Andalusien. Die im November 1996 eröffnete Pipeline hat eine Jahreskapazität von 8,6 Mrd. Kubikmeter, die auf 11,7 Mrd. Kubikmeter erweitert werden soll.

Zusätzlich zum Ausbau der bestehenden Pipelines sind neue Pipelines von Algerien nach Italien und nach Spanien im Bau bzw. in der Planung.

  • Die Medgaz-Pipeline, die zwischen dem Erdgasfeld Hassi R’Mel in Algerien und dem spanischen Festland an der Küste von Almeria, Spanien verläuft, wurde 2011 eröffnet.
  • Die GALSI-Pipeline von Hassi R’Mel über das algerische El Kala nach Sardinien und von dort nach Norditalien; die rund 1.500 km lange Pipeline soll spätestens von 2010 an jährlich 10 Mrd. Kubikmeter Erdgas transportieren.
  • Längerfristig vorgesehen ist ein Anschluss an die geplante 4.128 km lange Transsahara-Pipeline von Nigeria nach Algerien. Sie soll bis 2015 errichtet werden und bis zu 30 Mrd. Kubikmeter nigerianisches Erdgas für Europa bereitstellen.

Kultur[Bearbeiten]

Moschee in Algier.

Die algerische Kultur wird durch Einflüsse der früheren Kolonialmacht, berberische und arabische Traditionen bestimmt. Seit den 1980er Jahren kam es verstärkt zu Auseinandersetzungen zwischen Berbern und der Zentralregierung, bei denen zahlreiche Menschen von der Gendarmerie umgebracht worden sind. Im Jahre 2001 beispielsweise wurden über 100 Menschen auf offener Straße erschossen. Im Zuge der 2004 angestrebten Parlamentswahlen machte die Regierung Bouteflika den Berbern schließlich Zugeständnisse (Berberisch an Schulen). Erst seit kurzem ist die Berbersprache eine offiziell anerkannte Amtssprache.

Literatur[Bearbeiten]

Die algerische Literatur stellt sich heute als Exilliteratur dar, da die Schriftsteller aufgrund der politischen Repression mit wenigen Ausnahmen den Weg ins Ausland gesucht haben.[45] Bekannte Vertreter sind Assia Djebar, Rachid Boudjedra, Maïssa Bey, Yasmina Khadra oder Boualem Sansal. Die algerische Literatur ist stark vom arabischen Kulturerbe beeinflusst. Allerdings gibt es auch ein Kulturerbe der berberischen Minderheit. Viele berberische Autoren schreiben in französischer Sprache und Mazirisch.

Rundfunk[Bearbeiten]

Radio Algérienne bietet über seinen Auslandsdienst auf mehreren Kurzwellenfrequenzen Koranprogramme an, die über einen Sender in Issoudun, Frankreich ausgestrahlt werden. Audio Live-Streams in arabischer Sprache sind über das Internet zugänglich.[46] Der Inlandsdienst von Radio Algérienne stellt Sendungen auf Lang- und Mittelwelle zur Verfügung. Der Mittelwellensender auf 531 kHz ist nachts auch in Deutschland gut zu empfangen. Empfangsberichte werden mit einer QSL-Karte bestätigt.

Sport[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Bislang konnten fünf algerische Sportler bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille gewinnen:

  1. Hassiba Boulmerka (1992Leichtathletik, 1500 m, Frauen)
  2. Noureddine Morceli (1996 – Leichtathletik, 1500 m, Männer)
  3. Hocine Soltani (1996 – Boxen, Mittelgewicht 71–75 kg, Männer)
  4. Nouria Mérah-Benida (2000 – Leichtathletik, 1500 m, Frauen)
  5. Taoufik Makhloufi (2012 – Leichtathletik, 1500 m, Männer)

Fußball[Bearbeiten]

Schon seit den 1930er Jahren spielten algerische Fußballer eine wichtige Rolle in der französischen Profiliga (siehe auch hier).

Die algerische Fußballnationalmannschaft konnte sich bisher viermal für die Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren: 1982, 1986, 2010 und zuletzt 2014, wo man erstmals ins Achtelfinale einziehen konnte und dort in einem umkämpften Spiel mit 1:2 nach Verlängerung gegen Deutschland unterlag.

Der Kabyle Rabah Madjer war der erste Fußballspieler aus Afrika, der den Europapokal der Landesmeister, die heutige Champions League gewinnen konnte, und zwar mit seinem portugiesischen Klub FC Porto. Legendär ist immer noch sein Hackentrick-Tor im Finale 1987 in Wien gegen den FC Bayern München. Der dreimalige Weltfußballer Zinédine Zidane wurde als Sohn algerisch-kabylischer Einwanderer geboren, spielte allerdings nur für Frankreich.

Radsport[Bearbeiten]

Seit 1949 wird in unregelmäßigen Abständen die Tour d’Algérie der Radsportler ausgetragen, ein internationales Etappenrennen.

Rallyesport[Bearbeiten]

Bis zum Ende der 1980er Jahre führte die Rallye Paris-Dakar durch Algerien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Kebir: Algerien. Zwischen Traum und Alptraum., Mai 1998, 342 Seiten, ISBN 3-612-26194-0.
  • AG Friedensforschung an der Universität Kassel: Algerien-Berichte; Algerien (Friedensratschlag).
  • Amnesty International: Algerien.
  • Bernhard Schmid: Algerien – Frontstaat im globalen Krieg? Neoliberalismus, soziale Bewegungen und islamistische Ideologie in einem nordafrikanischen Land. Münster, 2005. ISBN 3-89771-019-6.
  • Bernhard Schmid (2006): Das koloniale Algerien. Münster. ISBN 3-89771-027-7.
  • Thomas Hasel: Machtkonflikt in Algerien (Nahost-Studien 3, hrsg. von Friedemann Büttner), 284 S., Verlag Hans Schiler, Berlin, 2002, ISBN 3-89930-190-0.
  • Bertelsmann Stiftung: Bertelsmann Transformationsindex 2003, Algerien.
  • Eva Dingel: Der algerische Bürgerkrieg 1992–2002: Hintergründe eines Krieges ohne Namen, 2004.
  • Romain Leick: Algerien: Salafisten und GIA-Kämpfer; SPIEGEL special 2/2004 vom 29. Juni 2004; SPIEGEL ONLINE.
  • Habib Souaidia: Schmutziger Krieg in Algerien – Bericht eines Ex-Offiziers der Spezialkräfte der Armee (1992–2000), Chronos-Verlag, 2001, ISBN 3-0340-0537-7.
  • William Quandt: Société et pouvoir en Algérie, 1999, édité par Casbah.
  • Severine Labat: Les islamistes algeriens: Entre les urnes et les maquis. Paris, Edition du Seuil, 1995.
  • Fabio Maniscalco (ed.), Protection of cultural property in Algerie, monographic series „Mediterraneum. Protection and valorization of cultural heritage“, vol 3, Naples 2003, ISBN 88-87835-41-1
  • Werner Ruf: Die algerische Tragödie: vom Zerbrechen des Staates einer zerrissenen Gesellschaft. Münster, Agenda Verlag, 1997.
  • Khadija Katja Wöhler-Khalfallah: Der islamische Fundamentalismus, der Islam und die Demokratie. Algerien und Tunesien: Das Scheitern postkolonialer „Entwicklungsmodelle” und das Streben nach einem ethischen Leitfaden für Politik und Gesellschaft. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2004.

Englisch[Bearbeiten]

  • Rachid Tlemçani: Algeria Under Bouteflika: Civil Strife and National Reconciliation; Carnegie Endowment Paper, March 2008
  • Library of Congress – Federal Research Division Country Profile: Algeria, May 2008; LC (PDF; 191 kB)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaft, Englisch und Französisch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Algeria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Algerien – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Algerien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikimedia-Atlas: Algerien – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Algerien – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds.
  2. Human Development Report Office: Algeria – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. a b verfassungsvergleich.de (Uni Bern)
  4. CIA World Fact Book Algerien. Abgerufen am 21. August 2011.
  5. „CIA World Factbook – Algeria“
  6. nach Artikel 3 der Landesverfassung, Information der algerischen Botschaft in Deutschland
  7. Webseite der al-Majlis al-Sha’abi al-Watani: Gesetzesänderung vom 10. April 2002, zuletzt geprüft am 14. Mai 2011.
  8. (französisch) Christentum in der Kabylei, siehe C.R.Marsh: Unmöglich für Gott? (Hänssler Verlag ³1991, ISBN 3-7751-0461-5) über die Geschichte des Missionars, der gründete.
  9. „Algerien: Fakten – Zahlen – Links“, Netzwerk Afrika, eingesehen am 10. Juli 2009.
  10.  Meyers Großes Länderlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2004.
  11. aidlr.org: Mission unter Moslems steht künftig unter Strafe vom 10. April 2006.
  12. CIA World Factbook: Algeria (Abgerufen am 10. Januar 2009) (englisch)
  13. http://www.qcda.gov.uk/libraryAssets/media/qca-05-1731-10834_algeria.pdf (Link nicht abrufbar).
  14. a b Human Development Report 2009 – Algeria. Hdrstats.undp.org. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  15. Country Profile: Algeria (PDF; 191 kB) lcweb2.loc.gov. Abgerufen am 19. September 2010.
  16. Bona, Algeria. 1899. Abgerufen am 25. September 2013.
  17. „Immerhin gehörte noch fast die Hälfte des benutzten Landes in ungeteiltem Eigentum den arabisch-kabylischen Stämmen… Genau wie die Engländer in Britisch-Indien erklärten die Gouverneure Louis-Philippes in Algerien die Existenz eines Gemeineigentums ganzer Geschlechter für eine „Unmöglichkeit“…Durch Erlasse vom Jahre 1830, 1831, 1841, 1844, 1845, 1846 wurden diese Diebstähle an arabischen Geschlechterländereien „gesetzlich“ begründet… eine „parforce“ Einführung des Privateigentums in kürzester Zeit, das war der offen ausgesprochene Zweck des Gesetzes, den die Nationalversammlung im Jahre 1873 ausgearbeitet hatte.“

    Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals, 27. Kapitel: Der Kampf gegen die Naturalwirtschaft. Berlin 1913
  18. a b Eva Dingel: Der algerische Bürgerkrieg 1992–2002: Hintergründe eines Krieges ohne Namen, 2004; http://www.weltpolitik.net/print/1489.html (Link nicht abrufbar).
  19. a b c d Amnesty International: Algerien; http://www.ai-algerien.de/
  20. Romain Leick: Algerien: Salafisten und GIA-Kämpfer; SPIEGEL special 2/2004 vom 29. Juni 2004; http://www.spiegel.de/spiegelspecial/0,1518,306862,00.html
  21. vgl. Algerien: Bouteflika Sieger der Präsidentenwahl bei faz.net, 10. April 2009.
  22. vgl. Bouteflika gewinnt Präsidentenwahl bei dw-world.de, 10. April 2009.
  23. vgl.[1] bei tagesschau.de, 18. April 2012.
  24. Verfassung Algeriens von 1996 http://confinder.richmond.edu/admin/docs/local_algeria.pdf
  25. Aufhebung Ausnahmezustand Algerien.
  26. http://nachrichten.t-online.de/islamisten-greifen-bp-standort-in-algerien-an/id_61713574/index T-online Nachrichten Zugriff 16. Januar 2012.
  27. http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=22&year=2011&country=7982
  28. Tagesschau.de-Interview mit Werner Ruf; http://www.tagesschau.de/wirtschaft/algerienreisemerkel100.html (Link nicht abrufbar).
  29. Thomas Schiller: Algeriens schwieriger Weg in die Normalität; Konrad Adenauer Stiftung Länderbericht, 15. Juli 2008; http://www.kas.de/proj/home/pub/25/de/-/dokument_id-14185/ (Link nicht abrufbar).
  30. Bertelsmann Stiftung: Bertelsmann Transformationsindex 2003, Algerien; http://bti2003.bertelsmann-transformation-index.de/142.0.html
  31. Der Fischer Weltalmanach 2008, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-596-72008-8.
  32. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Algerien/Aussenpolitik.html
  33. Query Nuclear Explosions Database (Geoscience Australia).
  34. Bericht des fr. Verteidigungsministeriums (französisch) Abgerufen am 19. Juni 2010.
  35. SDA-Dokument (ab Seite 10)
  36. Private Homepage
  37. a b c d e f g h i The World Factbook
  38. index mundi. index mundi. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  39. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  40. „Liberté“ Liberté, Algier, 28. August 2007.
  41. IHK Aussenhandelsinformation. IHK München. Abgerufen am 27. August 2010.
  42. Vgl. Website der Société Nationale des Transports Ferroviaires algériens (SNTF). Abgerufen am 8. März 2011 (französisch).
  43. stadlerrail.com: FLIRT in Algerien gestartet, 12. Mai 2009, Zugriff am 24. Januar 2011.
  44. Algerien startet mit dem Bau einer zweiten Ost-West-Autobahn durch das gesamte algerische Hochland
  45. Interview mit Boualem Sansal, FAZ vom 23. September 2011, abgerufen am 24. September 2011.
  46. الإذاعة الجزائرية | Radio Algérienne. Radioalgerie.dz. 3. September 2010. Abgerufen am 19. September 2010.

27.253.45Koordinaten: 27° N, 3° O