Demokratur

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Demokratur ist ein Schlagwort des politischen Diskurses, als neologistisches Kofferwort zusammengesetzt aus Demokratie und Diktatur. Das Schlagwort soll in kritischer Absicht zum Ausdruck bringen, dass eine vorgebliche Demokratie tatsächlich keine echte Demokratie ist.

Verwendung[Bearbeiten]

Rudolf Augstein rühmte sich 1993 in einem Interview mit der Zeitschrift Stern: „... Ich habe doch wesentlich mitgewirkt, der Demokratur der beiden Herren Adenauer und Strauß ein Ende zu machen ...“ Schon im November 1955 hatte DER SPIEGEL die Behauptung, man lebe nicht mehr in einer Demokratie, sondern in einer "Demokratur", als gängige Floskel bezeichnet.[1]Jene Neubildung zur Bezeichnung der Adenauerschen Regierungsform, die Kontamination aus Demokratie und Diktatur, die Demokratur ist eine Mainzer Karnevalsbildung von 1951“, behauptete 1971 der Münchner Philologe Werner Betz.[2] Besser in Erinnerung ist heute allerdings die Verwendung des Ausdrucks durch Kabarettisten wie Dieter Hildebrandt.

Das Schlagwort wurde von Links- wie auch Rechtsextremen aufgenommen: „Wünschenswert ist für RechtsextremistInnen ein starker, autoritärer Staat [...] [z]udem wird die Demokratie nicht nur kritisiert, sondern auch durch spöttische Bezeichnungen wie ‚Ersatzdemokratie‘, ‚Demokratur‘ oder ‚Demokrötie‘ verunglimpft“ (Marion Stangl).[3]

Etymologie[Bearbeiten]

Eine Wortbildung wie Demokratur wird in der Linguistik auch Amalgamierung oder Blending genannt. Dies bezeichnet neue Wörter aus Teilen anderer Wörter, wobei diese Teile keine Morpheme sein müssen.

Die Amalgamierung, die Verschmelzung von Wörtern z.T. aufgrund partieller Homonymie und auch unter Ausnützung der Silben- bzw. Morphemgrenzen, wird [...] häufig auch im alltäglichen Sprachgebrauch spielerisch verwendet. [...] zitierte Beispiel [...] aus dieser Kategorie ist „Demokratur“ und aus dem Solo „Demokratie und Diktatur“ von Karl Farkas.“ (Dieter W. Halwachs)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Demokratur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Politischer Extremismus als Problem demokratischer Systeme: Rechtsextremismus in Österreich, Marion Stangl, 2004/05, Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik

Quellen[Bearbeiten]

  1. DER SPIEGEL 48/1955 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31971505.html
  2. Werner Betz: Humor in Goethes Landschaft und Goethes letzte Worte, in: Sprache und Bekenntnis: Hermann Kunisch zum 70. Geburtstag, S. 105 books.google.
  3. Hans Joachim Schwagerl: Rechtsextremes Denken. Merkmale und Methoden, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993, S.24

Siehe auch[Bearbeiten]