Denner (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Denner AG
Denner Logo 2014.jpg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1969
Sitz Zürich, Schweiz

Leitung

Mitarbeiter 4'000 (31. Dezember 2014)
Umsatz 3,243 Mrd. CHF (2014)
Branche Detailhandel
Website www.denner.ch

Denner ist – nach Migros und Coop – das drittgrösste Schweizer Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel. Die Denner AG befindet sich seit Anfang 2007 mehrheitlich und seit Ende 2009 vollständig im Besitz des Migros-Genossenschafts-Bunds. Geschäftsführer ist Mario Irminger.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Denner ist ein Discounter mit einem Sortiment von rund 1900 Artikeln des täglichen Bedarfs. 75 Prozent davon sind Markenartikel, 25 Prozent werden unter der Eigenmarke «Denner» angeboten. Ergänzt wird das Sortiment durch zeitlich begrenzt angebotene Aktionsware.

Der führende Schweizer Discounter ist gemessen an der Anzahl Filialen (797 Ende 2014) der zweitgrösste Detailhändler der Schweiz; hinter Coop ist Denner der zweitgrösste Weinhändler der Schweiz.

Kennzahlen[Bearbeiten]

Denner-Filiale in Bellach

Ende 2014 gehörten zur Denner AG 479 eigene Supermärkte in der Schweiz sowie rund 320 unabhängige Detaillisten, die vom Unternehmen beliefert werden und unter den Namen „Denner-Satellit“, „Denner Partner“ oder „Denner Express“ auftreten.[1] Ende 2014 beschäftigte Denner insgesamt über 4'000 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug im Jahr 2014 2,928  Milliarden Schweizer Franken, was einer Steigerung von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 2014 verzeichnete Denner 2,2  Prozent mehr Kaufvorgänge als im Vorjahr.[1] Zahlen zum Gewinn veröffentlicht Denner nicht.

Der Anteil von Denner am Schweizer Lebensmittelmarkt beträgt 7 Prozent (Food).

Geschichte[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Anleitung: Neutraler Standpunkt Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.

Heinrich Reiff gründete 1860 in Zollikon bei Zürich die Firma «Reiff-Schwarz, Mercerie und Spezereihandel». Im Jahr 1881 wurde der Schwiegersohn Cäsar Denner (1846–1914) Teilhaber, welcher das Geschäft in «Consumgesellschaft Denner & Co.» umbenannte. Nach dem Tod von Cäsar Denner 1914 übernahm sein Sohn Hans Denner die Geschäftsleitung.

1935 wandelte Hans Denner das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Die «Import- und Grosshandels AG» (IGA), an der Karl Schweri beteiligt war, übernahm 1946 die «Consumgesellschaft Denner und Co. AG» und drei weitere Detailhandelsunternehmen. Nach einem fünfjährigen Machtkampf erlangte Karl Schweri die Aktienmehrheit an der IGA. Zeit seines Lebens kämpfte er gegen Kartelle und vorgeschriebene Endverkaufspreise von Markenartikeln, Bier, Spirituosen und Tabakwaren. Einige Rechtsstreitigkeiten, wie der Kampf gegen das Schweizer Tabakkartell, dauerten über zwei Jahrzehnte. Schweri lancierte auch mehrere Volksinitiativen. Nachdem das System der gebundenen Endverkaufspreise unter anderem auch für Lebensmittel 1967 gefallen war (die Preisbindung der «zweiten Hand» im Schweizer Detailhandel wurde aufgehoben), eröffnete die IGA in Zürich den ersten Lebensmitteldiscountladen; zusätzliche Filialen folgten. Die IGA brachte 1968 das Spirituosenkartell zu Fall. Mit einem Referendum gegen ein neues Tabaksteuergesetz begann ein jahrelanger Kampf gegen das Tabakkartell.

Die IGA wurde 1969 in Denner umbenannt. Schweri wurde Alleininhaber der Aktiengesellschaft. Acht Jahre später wurde der erste «Denner-Satellit» eröffnet. «Denner-Satelliten» sind Läden von selbständigen Detaillisten, die unter anderem das Denner-Sortiment führen. 1979 begann eine starke Expansion und der Einstieg in das Reisegeschäft mit «Pronto-Reisen», 1980 wurden Filialen und Drogerien von Merkur und 1984 die Spielwarenkette Franz Carl Weber übernommen.

Denner weigerte sich 1981, die Bierpreise zu erhöhen; es kam zu einem Prozess gegen das Bierkartell, welchen Denner 1993 gewann. Zwei Jahre später verlor Denner vor dem Schweizerischen Bundesgericht einen ähnlich gelagerten Tabakprozess zunächst und musste die Mindestpreise des Tabakkartells einhalten. In einem zweiten Prozess 1996 gewann Denner jedoch.

In Zürich öffnete 1988 der erste «Denner Optik-Discount», welcher 1996 wieder verkauft wurde. Das Unternehmen setzte 1993 auf eine neue Harddiscount-Strategie, es wurden fast keine Markenartikel mehr angeboten, dafür neue Eigenmarken. Es folgte eine Straffung des Sortiments, mit Umsatzeinbussen in den nächsten Jahren. 1994 übernahm Denner die Einzelhandelskette Waro, welche 2002 an Coop wieder verkauft wurde.

1998 übernahm Denner von der Coop-Gruppe 49 von 60 «Billi»-Discountläden. Philippe Gaydoul, Schweris damals 26-jähriger Enkel, wurde Geschäftsleiter der Denner AG. Zwei Jahre später änderte Denner die Strategie und verkaufte wieder vermehrt Markenartikel. Der Konzern wurde neu organisiert: die strategische Leitung von Denner, Waro und Franz Carl Weber lag ab diesem Zeitpunkt bei der Rast Holding. Philippe Gaydoul übernahm Ende 2000 auch das Amt des Holding-Präsidenten von seinem Grossvater Karl Schweri nach dessen Tod. Jedoch löste Mario Bonorand 2002 Philippe Gaydoul als Präsident der Rast Holding ab, Gaydoul blieb aber Geschäftsleiter der Denner AG.

Das Erscheinungsbild der mehr als 300 Denner-Filialen wurde 2003 unter dem Motto «New Denner» erneuert. Das Sortiment wurde mit einem Angebot an Frischfleisch erweitert. 2005 wurden Obst und Gemüse in das Sortiment aufgenommen, und 2008 wurde das Sortiment mit Nahrungsmittelprodukten für gesundheitsbewusste Konsumenten («MaVita») ergänzt. Zudem übernahm Denner im Jahr 2005 für 56 Millionen Franken den ehemaligen Konkurrenten Pick Pay von Rewe Schweiz. Die Marke «Pick Pay» wurde aufgegeben und die Standorte der übernommenen 146 Filialen sukzessive bereinigt. Die verbliebenen Filialen wurden unter dem Namen «Denner» weitergeführt. Aus «Pick Pay Reisen» wurde per Anfang 2006 «Denner-Reisen». Die neun im Jahr 2006 verbliebenen Filialen von Franz Carl Weber wurden an die französische Ludendo verkauft. Mit der Eröffnung der ersten «D-Vino»-Weinbar stieg Denner, welche 2009 diese an die D-Vino Weinbars AG verkaufte, in Zürich (Ende November) in die Gastronomie ein.

Am 12. Januar 2007 gab der Migros-Genossenschafts-Bund die 70-Prozent-Übernahme des Denner-Aktienkapitals bekannt. Die Denner AG blieb eine autonom geführte Geschäftseinheit und wurde vom bisherigen Geschäftsführer Philippe Gaydoul weitergeführt. Die Wettbewerbskommission genehmigte die Übernahme am 3. September mit Auflagen für sieben Jahre.[2][3]

Ende 2007 lancierte Denner «Primess», ein Angebot an Eigenmarken im Premium-Segment. 2013 verschwand die Primess-Linie aus dem ständigen Sortiment und wurde 2014 als saisonale Festtagslinie neu lanciert.[4]

Die Wettbewerbskommission hiess 2009 eine Klage von Denner aus dem Jahr 2005 gut: Um Preisabsprachen zu umgehen, darf Denner die Produkte der GABA-Gruppe (Elmex u.a.) dort beschaffen, wo sie am günstigsten sind.[5]

Ende 2009 ging der Besitzanteil der Gaydoul Holding (30 Prozent) an die Migros über, sie ist nun zu 100 Prozent Eigentümerin von Denner. Ebenfalls per Ende Jahr übergab Philippe Gaydoul die operative Führung der Denner AG an Peter Bamert. Bamert war zuvor während elf Jahren Unternehmensleiter von Ex Libris.

Denner ist der zweitgrösste Weinhändler in der Schweiz. Um sich in diesem Segment noch stärker zu positionieren, lancierte Denner im Mai 2010 den Denner Wineshop, einen Online-Vertriebskanal für alle Weine aus dem Denner-Sortiment.

Von 2006 bis 2014 bot Denner in Zusammenarbeit mit Hotelplan auch Reisen an.[6]

Im Dezember 2010 nahm Denner Kaffeekapseln ins Sortiment auf, die zu Nespresso-Maschinen kompatibel sind. Nespresso erwirkte im Januar 2011 ein Verkaufsverbot, das im März 2011 aufgehoben wurde, im Juni 2011 erneut in Kraft trat und Ende August 2011 wiederum aufgehoben wurde.[7] Der Rechtsstreit wurde 2013 endgültig zugunsten von Denner entschieden.[8]

Ende Januar 2011 gab Bamert die Geschäftsleitung an den bisherigen Finanzchef Mario Irminger ab.[9]

Im März 2012 trat Philippe Gaydoul als Verwaltungsratspräsident zurück. Auf ihn folgte Oswald Kessler.

2014 wurde das Geschäftsfeld „Denner Satelliten“ in „Denner Partner“ umbenannt.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Denner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Denner-Pressemitteilung, 20. Januar 2015.
  2. Weko macht Auflagen zum Zusammenschluss Migros/Denner, admin.ch, 4. September 2007.
  3. Denner definitiv unter Migros’ Fittichen und Die Auflagen zur Dennerübernahme im Detail, NZZ Online, 4. September 2007.
  4. Denner kippt Luxuslinie aus dem Sortiment,Handelszeitung online, 7. August 2013.
  5. Medienmitteilung vom 8. Dezember 2009 (Memento vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive)
  6. Denner Reisen ist Geschichte, Blick online, 28. August 2014.
  7. Denner erringt Etappensieg im Kapselstreit, NZZ Online, 29. August 2011.
  8. Denner gewinnt im Kapselstreit vorerst in: Handelszeitung online vom 21. Mai 2013.
  9. Denner-Chef Bamert geht nach nur einem Jahr in: Tages-Anzeiger vom 27. Januar 2011.
  10. Denner Satellit wird Partner, Bilanz, 4. September 2014.