Denpasar

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Denpasar
Denpasar (Indonesien)
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Koordinaten 8° 39′ S, 115° 13′ O-8.65115.216667Koordinaten: 8° 39′ S, 115° 13′ O
Symbole
Wappen
Wappen
Wahlspruch
„PHURADIPA BHARA BHAVANA –
die Hauptstadt unterstützt das Land (sanskr.)
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Nusa Tenggara
Provinz Bali
Fläche 124 km²
Einwohner 637.701 (2010[1])
Dichte 5143,6 Ew./km²
Webauftritt www.denpasar.go.id
Gajah Mada Straße, Denpasar Barat
Gajah Mada Straße, Denpasar Barat
Kembasari Markt am Badung, Denpasar Barat

Denpasar (übersetzt etwa ‚Zentralmarkt‘, zu Kolonialzeiten der Holländer auch: Den Pasar) ist eine Stadt im Süden der indonesischen Insel Bali. Die größte Stadt der Insel ist gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz Bali.

Die Bevölkerungsexplosion der Stadt ist bemerkenswert. Im Jahr 2000 hatte die Stadt 387.477 Einwohner,[2] die sich durch Zuzug sowohl aus Bali als auch von anderen Inseln und Eigenvermehrung 2010 auf 637.701 vermehrt hatten.[1]

Im Zentrum der Stadt liegt der Puputan-Platz. Er erinnert namentlich und mit einem Denkmal an den rituellen Massenselbstmord (Puputan) im Jahr 1906. Der regierende König I Gusti Ngurah Made Agung leistete nebst seinem Hofstaat, der in Sanur gelandeten und auf die Stadt zumarschierenden holländischen Militärmacht Widerstand, obwohl die Sinnlosigkeit eine moderne Armee mit ein paar Flinten und dem Kris anzugreifen dem König durchaus bewusst war. Das holländische Gewehrfeuer und die Artillerie töteten fast den gesamten Hofstaat und die Armee und vollzogen damit die Prophezeiung, die der König bei seinen Lontar-Studien selbst gefunden hatte.

Bis zu diesem Zeitpunkt lag hier das Zentrum des Königreichs Badung. Die Kolonialisierung der Region beendete die Regentschaft und die Stadt erhielt einen neuen Namen. Als Handelszentrum hieß sie fortan Denpasar. Der beim Puputan 1906 zerstörte Reichstempel Pura Jagatnatha aus dem Jahr 1432 wurde 1908 zum Teil wiederaufgebaut. Im Jahr 2011 wurde eine umfangreiche Wiederherstellung nach alten Vorlagen abgeschlossen.

Denpasar ist seit dem 27. Februar 1992 vom übrigen Badung als Stadtkreis getrennt. Der Landkreis (Kabupaten) Badung grenzt nördlich/südwestlich an. Östlich liegt der Landkreis Gianyar. Zu Denpasar gehört der traditionelle Badeort Sanur, der bei den Balinesen für rituelle Reinigungen und Schlusszeremonien von Totenverbrennungen (Ngaben) in hohem Ansehen steht. Dort findet sich am Strand der Tempel Barunas, des Gottes des Meeres.

Außerdem gehört die Schildkröteninsel Serangan mit ihrer Schildkrötenstation und dem wichtigen Tempel Pura Sakenan zu Denpasar. Der Verzehr von Schildkrötenfleisch gehörte vor der Unterschutzstellung der Tiere zu praktisch allen wichtigen Zeremonien in Bali.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Straßensystem ist hierarchisch stark gegliedert. Es existieren einige Magistralen, z. B. die Jalan Gatot Subroto im Norden und Osten oder die Jalan Gajah Mada (der Name wechselt mehrfach im Verlauf) im Zentrum. Weiterhin ist Denpasar schachbrettartig mit Straßen erschlossen, nur die Flüsse, insbes. der Badung erzwingen einige Abweichungen von diesem Muster. Die Flusstäler sind aufgrund des erosionsanfälligen Gesteins meist tief eingeschnitten und Brückenhöhen von über 10 m mehr die Regel als die Ausnahme.

Über dieses Straßensystem erreichbar sind aber nur ca. 40 % der Wohnbebauung. Die restlichen ca. 60 % werden über einspurige (z. T. nur 2 m breite) Gassen (id. Gang) bedient, die von diesen ausgehen. Sie können im Gegensatz zu vielen Hauptstraßen in beiden Fahrtrichtungen benutzt werden. Diese Gassen erschließen die Quadrate fischgrätartig. Sie sind meist auf gesamter Länge nicht miteinander verbunden.

Die Magistralen sind häufig vier- oder mehrspurige Einbahnstraßen mit erhöhtem Mittelstreifen aus der Zeit des Gegenverkehrs, was immer wieder für Staus an den wenigen Wechselmöglichkeiten sorgt.

Typisch für die Stadt (wie für ganz Bali) ist die bis an die Grundstücksgrenze gezogene Bebauung. Entweder, besonders in Zentrum oder den islamischen Vierteln wie z. B. Kampung jawa, der Gebäudekörper selbst oder die Grundstücksmauer (in besseren Vierteln mit größeren Grundstücken aber auch um öffentliche Gebäude) begrenzen den öffentlichen Straßenraum ganz physisch, so dass der Verkehrsraum klar beschränkt ist. An Straßen und Magistralen sind Bürgersteige (meist beidseitig) vorhanden und durch ca. 30 cm hohe, abwechselnd schwarze und weiße Bordsteine vor Befahren geschützt.

Denpasar ist der Verkehrsknotenpunkt in Bali. Die Stadt erstickt im Dauerstau und öffentlicher Nahverkehr existiert nur in Form von Bemos, Taxis und Überlandbussen, die in Denpasar drei Hauptterminals bedienen.

Geregelter ÖPNV oder schienengebundene Verkehrssysteme existieren nicht und hat es auch noch nie gegeben. Die erste öffentliche Buslinie Balis im Sinne eines ÖPNV, die Trans Sarbagita (ganztägig 15-Min.-Verkehr) Korridor 2 verkehrt seit dem 18. August 2011[3] und tangiert Denpasar nur im Südosten. Seit Sommer 2012 verkehrt eine zweite Linie vom Zentrum zum Flughafen. Erschließungslinien mit Kleinbussen werden ebenfalls betrieben. Die Nutzerzahlen haben sich dadurch verdoppelt, von einer Netzwirkung oder gar Entlastung der Straßen kann aber keine Rede sein.[4][5] Dazu fehlt es an Grundlagen wie z. B. einer Durchtarifierung oder gesicherten Anschlüssen. Vielmehr werden von den Schaffnern im Bus nur Einzelfahrscheine verkauft.

Der Flughafen Denpasar befindet sich etwa 12 Kilometer und etwa 30 Minuten südlich der Innenstadt auf der Landenge nach Nusa Dua bei Tuban in Badung.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über eine Vielzahl an Schulen. Neben allgemeinbildenden Schulen finden sich hier die Kunsthochschule (ISI)[6] und die Tanzhochschule Balis (ASTI) am Taman Werdhi Budaya, einem parkähnlichen Kunstcenter, in dem jährlich im Juni ein einmonatiges Fest mit allem, was die feinen Künste Balis bieten, stattfindet.

Die Udayana-Universität hat ihren Sitz in der Stadt. Der Kampus befindet sich zum größten Teil aber auf Nusa Dua.

Die Universitas Mahasaraswati Denpasar liegt mit sechs Fakultäten vollständig in der Innenstadt von Denpasar. Neben Lehrerausbildung bietet die Universität auch Jura, VWL, Ingenieurstudiengänge, Agronomie und Zahnmedizin.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt ist neben den Verwaltungsfunktionen schon immer vor allem ein Handelsplatz. Denpasar hat neben den drei großen, traditionellen Märkten Sanglah, Kreneng und Badung auch viele spezialisierte Einkaufsstraßen in denen sich zum Beispiel Stoffhändler, Juweliere, Mandarinenhändler oder Steinehändler konzentrieren. Außerdem gibt es ca. ein Dutzend Shopping-Center und Malls.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Denpasar
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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293
 
31
24
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Denpasar
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,0 31,1 31,2 31,6 31,2 30,4 29,7 29,9 30,6 31,4 31,5 31,2 Ø 30,9
Min. Temperatur (°C) 23,7 23,7 23,5 23,2 23,2 22,4 22,4 22,3 22,6 23,3 23,6 23,6 Ø 23,1
Niederschlag (mm) 326 325 209 84 78 72 61 34 54 110 191 293 Σ 1.837
Sonnenstunden (h/d) 5,2 5,1 5,4 6,9 6,7 6,6 6,9 7,4 6,9 7,1 6,1 5,8 Ø 6,3
Regentage (d) 16 13 10 6 5 5 4 3 2 5 8 13 Σ 90
Wassertemperatur (°C) 28 28 28 29 28 28 27 27 27 27 28 29 Ø 27,8
Luftfeuchtigkeit (%) 80 79 80 79 80 78 77 76 78 78 78 79 Ø 78,5
T
e
m
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e
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a
t
u
r
31,0
23,7
31,1
23,7
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31,2
23,2
30,4
22,4
29,7
22,4
29,9
22,3
30,6
22,6
31,4
23,3
31,5
23,6
31,2
23,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Architektur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum
Hindutempel Pura Maospahit
Palast Puri Pemecutan
St. Josephskirche

Als Mittelpunkt Denpasars gilt der quadratische Platz Taman Puputan, in dessen Mitte sich eine ausgedehnte Grünanlage mit einem Denkmal befindet. Es erinnert an die Schlacht der Herrscher Balis gegen die Niederländer, die 1906 stattfand und mit dem rituellen Selbstmord (Puputan) des Herrscherhauses von Badung endete.[7] Gegenüber der Nordwestecke des Platzes erhebt sich das aus roten Ziegeln erbaute Rathaus von Denpasar an einem runden Platz, auf dem ein Brunnen mit einer monumentalen, weithin sichtbaren Statue des Gottes der vier Himmelsrichtungen, Batara Guru, mit vier Gesichtern und acht Armen errichtet wurde.

An der Ostseite des Taman Puputan wurde 1910 das Museum Negeri Propinsi Bali, das bedeutendste Museum Balis, in einem typisch balinesischen Stil erbaut. Es wurde 1917 bei einem Erdbeben zerstört, in den 1920er Jahren wieder aufgebaut und zeitweise als Lagerhaus genutzt, und erst seit 1932 dient es wieder als Museum.[8] Das Museumsgelände besteht aus drei größeren Pavillons und wird durch Grünflächen aufgelockert. Mehrere Türme können bestiegen werden und bieten einen eindrucksvollen Rundblick über die Gesamtanlage.

Unweit des Museums befindet sich der bedeutendste Tempel Denpasars, der 1953 erbaute und dem obersten Hindugott Sanghyang Widi geweihte Pura Jagatnatha.[9] Sein Schrein, dessen Wände mit Darstellungen aus den indischen Epen Mahabharata und Ramayana verziert sind, besteht aus weißen Korallen. Der Schrein wurde auf einem Sockel errichtet, der die Form einer Schildkröte und zweier Kriechtiere hat, die Drachen oder Schlangen ähneln – hier wird auf einen auf Bali noch heute weit verbreiteten Mythos Bezug genommen, der von der Erschaffung der Welt handelt.[10]

In der Nähe des Taman Puputan erhebt sich in der Straße Jalan Kepundung die römisch-katholische St. Josephskirche (Gereja Sang Yoseph), die 1936 im hinduistischen Stil erbaut wurde und nur durch das weiße Kreuz auf der Turmspitze als Kirche zu erkennen ist.[11]

Im Südosten der Stadt wurde in einem weiteren Park ein Denkmal für den Unabhängigkeitskampf der Balinesen gegen die Niederländer errichtet: Das Monumen Perjuangan Rakyat Bali ist ein mehrstöckiges Bauwerk mit Ausstellungsräumen, das einen eindrucksvollen Rundblick über einen Teil der Stadt bietet.[12] Viel besucht wird ebenfalls das Kulturzentrum Taman Werdi Budaya Art Center mit Ausstellungsräumen und einer Freilichtbühne.

Der ehemalige Königspalast von Denpasar, Puri Pemecutan, brannte 1906 bei der Einnahme Denpasars durch die Niederländer ab und wurde anschließend in einem relativ schlichten Stil wieder aufgebaut.[13]

Die Tempelanlage Pura Maospahit wurde im 14. Jahrhundert erbaut und bei dem Erdbeben von 1917 stark beschädigt.[14] An einigen der wiederaufgebauten Gebäude sieht man noch heute die Spuren der Beschädigungen. In der Anlage sind die massiven Statuen von Garuda und dem mythischen Riesen „Batara Bayu“ besonders eindrucksvoll.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Denpasar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b offizielle Volkszählung (indonesisch)
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deoffizielle Volkszählung
  3. Djakarta Post: Gianyar – Nusa Dua bus system has empty seats
  4. Djakarta Post: Trans Sarbagita buses claimed to ease traffic
  5. Jakarta Post: Sarbagita takes occasional route change to avoid traffic jams
  6. http://www.isi-dps.ac.id/
  7. Elke Homburg: Indonesien, S. 66. München 1996
  8. Birgit Borowski: Bali and Lombok, S. 131. Ostfildern 2013
  9. Birgit Borowski: Bali and Lombok, S. 133. Ostfildern 2013
  10. Baedekers Reiseführer: Asien: Ostasien, Südasien, S. 434 Ostfildern 1986
  11. http://keuskupandenpasar.org/denpasar
  12. Stefan Loose: Indonesien von Sumatra bis Sulawesi, S. 271. Ostfildern 2013
  13. Birgit Borowski: Bali and Lombok, S. 137. Ostfildern 2013
  14. Birgit Borowski: Bali and Lombok, S. 134. Ostfildern 2013