Densbüren

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Densbüren
Wappen von Densbüren
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Aarauw
BFS-Nr.: 4004i1f3f4
Postleitzahl: 5026
UN/LOCODE: CH DBU
Koordinaten: 646376 / 25626747.4555518.053613481Koordinaten: 47° 27′ 20″ N, 8° 3′ 13″ O; CH1903: 646376 / 256267
Höhe: 481 m ü. M.
Fläche: 12.52 km²
Einwohner: 676 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 54 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,1 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.densbueren.ch
Densbüren

Densbüren

Karte
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Densbüren (schweizerdeutsch: Däischbere, ˈdæɪʃbərə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Aarau im Schweizer Kanton Aargau. Geographisch gehört Densbüren zum Fricktal.

Geographie[Bearbeiten]

Die im Tal des Staffeleggbachs gelegene Gemeinde unterscheidet sich in geographischer Hinsicht völlig von den restlichen Gemeinden des Bezirks. Es ist die einzige Gemeinde, die nicht in der flachen Ebene der Flusstäler von Aare, Suhre und Wyna, sondern getrennt durch den 621 Meter hohen Staffeleggpass inmitten der südlichsten Jurakette liegt.[4]

Densbüren ist am oberen Ende eines engen Seitentals des Fricktals gelegen und ist auf allen Seiten von steilen, bewaldeten Jurahügeln umgeben: Im Osten erheben sich der Würz (801 m ü. M.) und die Hard (770 m ü. M.), im Süden die Staffelegg, der Herzberg (750 m ü. M.) und der Asperstrihe (838 m ü. M.). Der im Westen gelegene Strihe ist mit 867 m ü. M. der zweithöchste Punkt des Aargaus und der höchste ganz im Kanton liegende Berg. Rund einen Kilometer südlich von Densbüren liegt in einem kurzen Seitental am Fusse des Asperstrihe der Ortsteil Asp. Daneben gibt es zahlreiche verstreute Einzelhöfe an den Berghängen.[4]

Die Fläche der Gemeinde beträgt 1252 Hektaren, davon sind 688 Hektaren bewaldet und 60 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Strihe, der tiefste liegt auf 430 Metern am Staffeleggbach.

Nachbargemeinden sind Herznach im Norden, Zeihen im Nordosten, Thalheim im Osten, Küttigen im Süden sowie Oberhof und Wölflinswil im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1426 als Teinspuiren. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Taninesburron und bedeutet «bei den Häusern des Tanin».[3] Die bei Densbüren gelegene Burg Urgiz wurde bereits im Jahr 1277 erwähnt und war im Besitz der Herren von Uriols. Diese hatten die kleine Herrschaft Urgiz, die neben Densbüren auch Asp umfasste, vom Bistum Strassburg als Lehen erhalten. Das Basler Erdbeben von 1356 richtete grosse Schäden an, woraufhin die Burg zerfiel. 1429 erwarben die Effinger aus Brugg die Herrschaft, 1444 folgten die Rätz aus Säckingen und schliesslich 1475 die Hasfurter aus Luzern.

Ansicht von Densbüren

1502 erwarb Bern die Herrschaft, welche damit Teil des als Berner Aargau bezeichneten Untertanengebiets war. Die Berner sicherten sich dadurch den strategisch wichtigen Staffelegg-Passübergang an der Grenze zu Vorderösterreich. Die Einführung der Reformation erfolgte im Jahr 1528. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Densbüren gehört seither zum Kanton Aargau, die Nachbargemeinden im Fricktal folgten 1803. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aufgrund des Gesetzes «zur Bekämpfung der Heimatlosigkeit» jenische Familien eingebürgert. Zwischen 1850 und 1980 nahm die Bevölkerung um mehr als die Hälfte ab, steigt jedoch seither wieder leicht an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Ruine Urgiz befindet sich nordöstlich des Dorfes auf einer Höhe von 577 m ü. M. auf einem schmalen und steilen Felsgrat, mehr als 120 Höhenmeter über der Talsohle. Die Mauerreste wurden 1996/97 freigelegt und konserviert.

Bis 1642 gehörte Densbüren zur Pfarrei Elfingen und ist seither eine selbständige Pfarrei. Die Reformierte Kirche Densbüren entstand zwischen 1552 und 1558. Das schlichte spätgotische Bauwerk steht etwas erhöht am Hang des Rüdlenbergs.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss mit rotem Bord grüne Tanne auf grünem Dreiberg.» Das im Jahr 1811 eingeführte Siegelbild zeigte ebenfalls eine Tanne auf Dreiberg, allerdings in blauem Feld und ohne Umrandung. 1949 erfolgte eine heraldisch korrekte Umgestaltung. Das rote Bord wurde gewählt, um Verwechslungen mit anderen Gemeindewappen auszuschliessen und um an die frühere Zugehörigkeit des Dorfes zum Bistum Konstanz zu erinnern.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 469 666 1167 934 826 772 715 664 596 717 721 708

Am 31. Dezember 2013 lebten 676 Menschen in Densbüren, der Ausländeranteil betrug 10,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 73,4 % reformiert und 15,7 % römisch-katholisch; 2,8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 98,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Aarau zuständig. Densbüren gehört zum Friedensrichterkreis Kirchberg, der die Gemeinden Biberstein, Densbüren, Erlinsbach und Küttigen umfasst.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Densbüren gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 270 Arbeitsplätze, davon 26 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 41 % im Dienstleistungssektor.[10] Fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Aarau oder in den Gemeinden des Fricktals. Am Herzberg befindet sich ein Tagungszentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Densbüren liegt an der Staffelegg-Passstrasse zwischen Aarau und Frick (Hauptstrasse 24). Zwischen diesen beiden Orten führt auch eine Postautolinie. Der Weiler Asp ist über eine kurze Stichstrasse erreichbar.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule, die Sekundarschule und die Bezirksschule können in Frick besucht werden. Die nächste Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 73–74.
  4. a b Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Michael Stettler, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen, Birkhäuser Verlag, Basel 1948, S. 140–142.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 139.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.