Denzel (Automobilhersteller)

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WD 1500 von 1955
WD Super 1300 von 1957

Denzel war ein österreichischer Hersteller von Automobilen.[1][2]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Wolfgang Denzel war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg im Automobilgeschäft tätig. 1948[1][3] begann er in seinem Unternehmen an der Gumpendorfer Straße 19[4] im 6. Bezirk von Wien[3] mit der Entwicklung und der Produktion von Automobilen. Eine Quelle gibt an, dass das Unternehmen anfangs WD-Equipment hieß.[3] 1953 präsentierte er erstmals Fahrzeuge auf dem Genfer Auto-Salon in Genf.[1] Der Markenname lautete zunächst WD und ab 1957 Denzel.[1] 1959[3] oder 1960[1][2] endete die Produktion. Insgesamt entstanden etwa 65[5][6], etwa 300[1] oder etwa 350[2] Fahrzeuge. Etwa 28[6] oder etwa 50[1] Fahrzeuge existieren noch.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Das Unternehmen stellte sportliche Fahrzeuge her. Bei den ersten Modellen verwendete Denzel viele Teile vom VW Kübelwagen[1], so auch das Fahrgestell[2]. Die türlose[4] Karosserie des Viersitzers bestand aus Holz.[2] Der Motor leistete mit Hilfe von zwei Vergasern 33 PS.[4] Kurz danach bildete der Plattformrahmen des VW Käfer die Basis. Für den Antrieb sorgten Vierzylinder-Boxermotoren von Volkswagen. In vielen Fahrzeugen optimierte Denzel den Motor. So war der Hubraum vielfach auf 1281 cm³ oder 1290 cm³ erhöht.[2] Diese Motoren leisteten bis zu 64 PS.[2] Im Laufe der Zeit wurden mehr und mehr Teile des originalen VW-Motors durch eigene Teile ersetzt. Die Modelle ab 1951[2] oder 1952[3] erhielten ein leichteres Rohrrahmenfahrgestell. Die Karosserien bestanden nun aus Aluminium, was ebenfalls eine Gewichtsersparnis bedeutete.[2] Ab 1954 war ein Motor mit 1500 cm³ Hubraum lieferbar, der laut zweier Quellen von Porsche stammte[1][2]. 1956 ergänzte ein Coupé das Sortiment, das bisher aus Roadster und Cabriolet bestand.[2]

Den Großteil der Fahrzeuge machten die folgenden drei Modelle aus:

  • Seriensuper: 1281 cm³ Hubraum, 52 PS Leistung
  • Super: 1290 cm³ Hubraum, 64 PS Leistung
  • International: 1500 cm³ Hubraum, 80 PS Leistung.[3]

Autorennen[Bearbeiten]

Die Fahrzeuge wurden auch bei Autorennen eingesetzt. Hier einige erfolgreiche Einsätze mit Wolfgang Denzel am Lenkrad:

  • Sieg in der Klasse bis 2000 cm³ Hubraum im Februar 1949 bei der ÖAMTC-Wintertourenfahrt[4]
  • Klassensieg und 7. Rang im Gesamtklassement im Juni 1949 bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt[4]
  • Gesamtsieg 1954 beim Coupé des Alpes[3]
  • Klassensieg 1954 bei der Int. Österreichischen Alpenfahrt[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  • George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 1: A–F. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1. (englisch)
  • Wolfgang M. Buchta: Formel Ö. Rennwagen aus Österreich. Austro Classic Sonderheft Nr. 3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Denzel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Linz, Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.
  2. a b c d e f g h i j k Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile.
  3. a b c d e f g Bericht über Wolfgang Denzel auf www.kaeferfriseure.de (abgerufen am 5. Januar 2014)
  4. a b c d e f Buchta: Formel Ö. Rennwagen aus Österreich.
  5. Stückzahlen von der Ennstal-Classic GmbH (abgerufen am 5. Januar 2014)
  6. a b Stückzahlen von Karmann-Ghia-Lippe-NRW (abgerufen am 5. Januar 2014)