Der öffentliche Feind

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Filmdaten
Deutscher Titel Der öffentliche Feind
Originaltitel The Public Enemy
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1931
Länge 83 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie William A. Wellman
Drehbuch Harvey F. Thew
Produktion Darryl F. Zanuck
Kamera Devereaux Jennings
Schnitt Edward M. McDermott
Besetzung

Der öffentliche Feind ist ein US-amerikanischer Spielfilm von William A. Wellman aus dem Jahre 1931. Er zählt heute zu den Klassikern des Gangsterfilms. Hauptdarsteller James Cagney erreichte durch den sehr erfolgreichen Film seinen Durchbruch und gehörte viele Jahre zu Hollywoods größten Stars. Berühmt wurde vor allem die Szene, in der Cagney seiner Freundin eine Grapefruit ins Gesicht schmettert.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film handelt von den beiden Freunden Tom Powers und Matt Doyle (James Cagney und Edward Woods), die schon als Kinder Diebstähle und Gaunereien für den Kleinganoven Putty Nose (Murray Kinnell) begehen. Toms älterer Bruder Michael (Donald Cook) hingegen ist von Anfang an ehrlich, was der Film immer wieder thematisiert. Michael hasst und verachtet Tom, weil dieser sein Geld mit Verbrechen verdient – Tom belächelt Michael, denn dieser habe im Krieg gegen die Deutschen ebenfalls getötet und seine Orden „nicht für’s Händchenhalten“ bekommen. Die schwache Mutter (Beryl Mercer) weigert sich, eindeutig Stellung zu beziehen. Einige Jahre später gibt Putty Tom und Matt die Chance größere Aufgaben zu übernehmen, indem er ihnen einen schwierigeren Auftrag anvertraut. Als bei diesem allerdings etwas schiefläuft, lässt Putty sie im Stich. Danach begeben sich die beiden Freunde zum Gangsterboss Paddy Ryan (Robert O’Connor), der ihnen auch sofort Arbeit verschafft. In der Prohibitionszeit ziehen die drei zusammen mit dem Gangster „Nails“ Nathan (Leslie Fenton) ein lukratives Geschäft mit dem Vertrieb von Bier auf. Tom und Matt bedrohen Kneipenbesitzer und zwingen diese, ihnen überteuertes Bier abzukaufen. Aber Tom und Matt übernehmen auch Mordaufträge: So werden diese z.B. auf Putty angesetzt, mit dem sie ihre Kindheit verbracht haben. Als dieser merkt, dass sie ihn ermorden wollen, bettelt er um sein Leben. Tom interessiert dies nicht und er erschießt Putty kaltblütig. „Nails“ Nathan, der die ganze Bande zusammenhielt, stirbt bei einem Reitunfall, woraufhin ein Bandenkrieg entbrennt. Paddy versucht, die Gang auf diesen Krieg vorzubereiten und die Bande vertraut ihm voll und ganz. Er verrät seine Gang jedoch an die Konkurrenz und Matt wird auf offener Straße von Mitgliedern einer rivalisierenden Gang niedergeschossen. Tom versucht Rache zu nehmen, indem er ein Feuergefecht im Hauptquartier der anderen Bande beginnt. Dabei wird er schwer verwundet und landet im Krankenhaus. Dort versöhnt er sich mit seinem Bruder, entschuldigt sich bei ihm und beschließt nach Hause zurückzukehren, wird allerdings aus dem Krankenhaus entführt. Eines Nachts, während die Mutter der beiden ein Zimmer für Tom zurechtmacht, wird die Leiche des Gangsters – in Decken gewickelt – an die Haustür gelehnt. Als Mike die Tür öffnet, fällt ihm sein lebloser Bruder mit einem vom Tod verzerrten Gesichtsausdruck entgegen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der öffentliche Feind war der erste Kassenerfolg von James Cagney, der ihn zu einem Star machte. Er verpasste ihm auch gleich das Image des harten Jungen, das ihm auch im weiteren Verlauf seiner Karriere erhalten blieb. Einen großen Anteil an diesem Image hatte die Szene dieses Films, in der Cagney seiner jungen Freundin (gespielt von Mae Clarke) eine halbe Grapefruit ins Gesicht drückte. Der Film wurde ein solcher Erfolg, dass er in New York am Times Square in einem Kino 24 Stunden lang, rund um die Uhr, gezeigt wurde. 1941 wurde der Film in einer neuen Version veröffentlicht, da inzwischen der Production Code inkraftgetreten war. Drei Szenen des Films wurden zensiert: Eine Szene, in der ein homosexuell wirkender Schneider auftaucht, eine Szene, in der sich Matt und Mamie im Bett wälzen und eine Szene, in der Tom von einer Frau verführt wird[1].

1954 erschien der Film erneut in einer neuen Version. Der Film beginnt mit einem Prolog, der sich von den Gangstern wie Tom Powers und Caesar "Rico" Bandello distanziert. Caesar "Rico" Bandello ist die Hauptfigur des Films Little Caesar (gespielt von Edward G. Robinson).

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Die Lebensgeschichte eines Großstadtgangsters. Ein episodisch aufgebauter, undramatisch erzählter Film mit dem in dieser Rolle berühmt gewordenen James Cagney. Der Film gilt heute als Beginn und erster Höhepunkt des klassischen amerikanischen Gangsterfilms.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film erhielt eine Oscarnominierung für das beste Drehbuch
  • 1998 wurde der Film ins National Film Registry aufgenommen
  • Das American Film Institute wählte die von James Cagney verkörperte Rolle des Tom Powers auf Platz 42 in der Liste der Top 50 Schurken aller Zeiten
  • 2008 wurde der Film vom American Film Institute auf Platz 8 der 10 besten Gangsterfilme aller Zeiten gewählt.

Referenzen in der Kultur[Bearbeiten]

  • 1960 spielte James Cagney die Hauptrolle in Eins, Zwei, Drei. In einer Szene droht er Otto (Horst Bucholz) an, ihm eine halbe Grapefruit ins Gesicht zu drücken.
  • In der Serie Die Sopranos sieht sich Gangsterboss Tony Soprano den Film Der öffentliche Feind an (Episode: Lebe wohl, kleine Livia).

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Der öffentliche Feind. Warner Home Video 2005

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Gallagher: The Warner Brothers Gangster Collection. In: Between Action and Cut. National Board of Review. February 2005. Abgerufen am 12. Juli 2011.

Weblinks[Bearbeiten]