Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
Originaltitel Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Damiano Damiani
Drehbuch Damiano Damiani
Fulvio Gicca Palli
Salvatore Laurani
Produktion Mario Montanari
Bruno Turchetto
Musik Riz Ortolani
Kamera Claudio Ragona
Schnitt Antonio Siciliano
Besetzung
Synchronisation

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert (Originaltitel: Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica) ist ein 1971 veröffentlichter italienischer Polit-Thriller von Damiano Damiani mit Franco Nero in der Hauptrolle. Alternativtitel ist die wörtliche Übersetzung des Originals, Das Geständnis eines Polizeikommissars vor dem Staatsanwalt der Republik.

Handlung[Bearbeiten]

Unter mysteriösen Umständen wurde Li Puma aus der Irrenanstalt entlassen. LiPuma verübt wenig später einen Anschlag auf den Bauunternehmer Lomunno. Lomunno ist zwar nicht anwesend, aber drei seiner Leibwächter werden getötet. Mit der Aufklärung des Falles werden Staatsanwalt Traini und Kommissar Bonavia beauftragt. Der junge norditalienische Staatsanwalt Traini muss erkennen, dass hinter dem Verbrechen viel mehr steckt, als er anfangs gedacht hat. Der Bauunternehmer steht in dunklen Verbindungen zu vielen wichtigen Würdenträgern der Stadt; mehrfach scheiterte seine Verhaftung am Verschwinden von Beweisen oder Zeugen. Traini, gesetzestreu, versucht alle rechtsstaatlichen Mittel auszuschöpfen; Bonavia, der seine Ideale längst verloren hat, erschießt schließlich Lomunno. Derweil wird Trainis Hauptbelastungszeugin Serena, die Schwester Li Pumas, in einen Neubau eingemauert.

Kritik[Bearbeiten]

„Spannender, sozialkritisch inszenierter Politthriller, auch durch seine künstlerische Gestaltung beispielhaft.“ urteilte das Lexikon des Internationalen Films.[1] Dominik Graf lobte den Film in der FAZ als Höhepunkt des Mafiafilms, der sich durch „grandiose Regie-Einfälle“ auszeichnet[2]. „Damiani hat nach Der Tag der Eule hier ein weiteres gelungenes Ergebnis dank eines soliden Skriptes und sich gut ergänzenden Darstellern abgeliefert“, schrieb Francesco Mininni[3] Die Segnalazioni Cinematografiche sahen einen „sorgfältig entlang der beiden Hauptfiguren entwickelte Geschichte, die filmisch sich nüchtern auf das Wesentliche beschränkt und einen gut dosierten Rhythmus beibehält“.[4] Die Pariser Zeitschrift „Cinema 72" bezeichnete den Film als transalpinen Polit Thriller der einem eigenen italienischen Filmgenre angehört, dass im europäischen Film ohne Beispiel ist. Der Filmkritiker Hans-Christoph Blumenberg führte in der Zeit aus, dass der Film sich jenseits pluralistischer Mutlosigkeit durch ihre moralische und politische Rigorosität auszeichnet. Damiani würde dem Publikum nicht einmal einen Hauch von Hoffnung gönnen. Die Aktionen seines Beamten — Detektiv, Richter und Henker zugleich — erscheinen völlig normal, logisch und schließlich sogar notwendig… Auf die Krise der italienischen Gesellschaft, auf Bomben in Mailand, Neofaschismus in Rom, Mafiaherrschaft im Süden reagiert Damiani mit wütendem Anarchismus, weit entfernt auch schon von den populärmarxistischen Tröstungen, mit denen Francesco Rosi seinen letzten Film „Il Caso Mattei“ enden ließ, die Chronik des Scheiterns und der Ermordung von Enrico Mattei. Und so erscheint es nur konsequent, daß Damiani eine Geschichte mit dem populären visuellen Vokabular einer durch und durch terroristischen Gattung erzählt, die mit Sergio Corbuccis „Il grande silenzio“ (Leichen pflastern seinen Weg) selbst in schwarzem Anarchismus kulminierte. Hektischer Montage-Rhythmus, brutale Zooms und suggestive Großaufnahmen lassen immer wieder an Italo-Western denken. Perverse Parallelen drängen sich auf, von Django ist der Weg nicht weit zu Feltrinelli.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde 1971 beim Filmfestival Moskau als bester Film und 1972 mit dem Étoile de Cristal als bester ausländischer Film gewürdigt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Sprecher der deutschen Fassung sind u.a. Norbert Langer (für Nero), Martin Hirthe (für Balsam) und Michael Chevalier.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert im Lexikon des Internationalen Films
  2. FAZ vom 2. Mai 2006
  3. Mininni, in: Magazine italiano TV.
  4. Segnalazioni Cinematografiche, Vol. LXV, 1970
  5. http://www.zeit.de/1972/42/ein-neues-genre
  6. Eintrag bei Synchronkartei