Der Dschungel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Dschungel (The Jungle) ist ein sozialkritischer Roman des amerikanischen Schriftstellers Upton Sinclair.

Sinclair wurde 1904 durch Fred Warren für das sozialkritische Werk beauftragt. Zuerst erschien The Jungle als Serie 1905 in der sozialistischen Zeitschrift Appeal to Reason; der Erstdruck erfolgte 1906 bei Doubleday[1]; bereits im gleichen Jahr folgte die erste Übersetzung von H. zur Mühlen unter dem Titel Der Sumpf; weitere Übersetzungen folgten, etwa von I. Gronke 1974 unter dem Titel Der Dschungel.

Arbeiter reinigt eine Rinderhälfte in einem Schlachthof, Chicago 1909

Bei diesem Roman geht es um die Ausbeutung der Arbeiter und die hygienischen Missstände in den Schlachthöfen und Konservenfabriken in den Union Stock Yards Chicagos. Mit dem Beispiel einer Einwandererfamilie aus Litauen veranschaulichte Sinclair die katastrophalen Auswirkungen eines von Profitwahn und Korruption diktierten US-amerikanischen Kapitalismus im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Der Protagonist, Jurgis Rudkus, welcher den Archetypus des gutmütigen, unerfahrenen kleinen Mannes einnimmt, verliert nach einem Betriebsunfall seine Stelle in einem Schlachthof.

Dies löst eine Kettenreaktion aus, die zum Tod seiner Frau, zur Zerstörung der Familienbande und zu seinem eigenen unaufhaltsamen sozialen und physischen Abstieg führt. Nach seiner Gefängnishaft wird er zum Landstreicher und verfällt vorübergehend den Verlockungen der Mobster seiner Stadt.

Zum Schluss hin ergibt sich jedoch eine unerwartete Wendung: Rein zufällig gerät Jurgis in eine Sozialisten-Versammlung und erlebt dort gewissermaßen seine „Erleuchtung“. Von diesem Punkt an wird der Roman zu einem regelrechten Pamphlet mit sozialpolitischen Forderungen und Thesen.

In seinem Stil erweist sich das Werk als Mischung einer drastischen Sozialreportage mit einer von manchen als eindimensional empfundenen Handlung. Als indirekte Quelle für die Strömungen der amerikanischen Sozialreformer zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie als Paradebeispiel für die so genannten muckraking novels“, auf die sich heute zum Beispiel Michael Moore beruft, ist dieser Roman ebenfalls zu sehen.

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/USAappealR.htm