Der Fänger

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Fänger
Originaltitel The Collector
Produktionsland USA, Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie William Wyler
Drehbuch John Kohn,
Stanley Mann,
Terry Southern
Produktion Jud Kinberg,
John Kohn
Musik Maurice Jarre
Kamera Robert Krasker,
Robert Surtees
Schnitt David Hawkins,
Robert Swink
Besetzung

Der Fänger ist ein US-amerikanisch-britischer Kriminalfilm aus dem Jahre 1965. Das Drehbuch des Films basiert auf dem Roman Der Sammler von John Fowles.

Handlung[Bearbeiten]

Freddie Clegg ist ein neurotischer Bankangestellter in London mit einer Vorliebe für das Sammeln von Schmetterlingen. Durch den Gewinn einer Fußballwette wird er finanziell unabhängig. Er kündigt bei der Bank und kauft sich ein Anwesen in Sussex. Das Haus richtet er in Erwartung eines Besuches ein. Freddie entführt die Kunststudentin Miranda Gray und schließt sie in einem Appartement im Keller ein. Er will sie so dazu bringen, ihn zu lieben.

Miranda ist verwirrt, weil Freddie weder Lösegeld für sie zu erpressen versucht noch sie sexuell belästigt. Sie versucht sich bei ihrem Entführer einzuschmeicheln und ihn zu verführen. Die Verführung scheitert jedoch, weil Freddie nun alle Achtung vor ihr verloren hat. Während Freddie sie in den Keller zurückbringt, schlägt sie ihn mit einer Schaufel. Bei dem Kampf wird der Heizofen im Keller zerstört. Freddie fesselt Miranda und lässt sie alleine in dem feucht-kalten Keller.

Danach fährt er in ein Krankenhaus, um seine Verletzung versorgen zu lassen. Eine Krankenschwester kümmert sich um ihn. Einige Tage später kehrt er zum Haus zurück. Er findet Miranda, die schwer unterkühlt ist. Freddie sucht nach einem Arzt, kehrt aber nur mit Medizin zurück. Miranda ist in der Zwischenzeit gestorben. Freddie fühlt keine Schuld und begräbt sie unter einem Baum.

In der letzten Szene sieht man Freddie, der mit seinem Wagen der Krankenschwester, die ihn behandelt hat, folgt.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films über den Film: „Mit routinemäßiger Perfektion inszenierter Film, an den sozialen und psychologischen Problemen seiner morbiden Geschichte wenig interessiert, jedoch spannend und mit guten schauspielerischen Leistungen.“[1]

Die Filmzeitschrift Cinema bezeichnet den Film als ein „Sanfter Horror mit grandiosen Hauptdarstellern. Fazit: Sehr ruhig, aber verstörend glaubhaft.“[2]

Die Abendzeitung zu dem Film: „William Wyler schlägt aus dieser Gänsehautstory ein Meisterstück perfekten Kinohandwerks. Fazit: Brillanter Neurosenschocker.“[3]

Bosley Crowther von der New York Times lobt, dass William Wyler einen zeitweise aufsehenerregenden und bezaubernden Film inszeniert habe. Doch er schaffe es nicht, mehr als einen leichten Thriller zu schaffen, der zum Ende hin in eine Pfütze Blut aufweicht. [4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Thriller wurde vielfach nominiert und gewann auch einige Filmpreise. Samantha Eggar wurde mit dem Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin in einem Drama ausgezeichnet. Nominierungen erhielt er in den Kategorien Bester Film (Drama), Beste Regie und Bestes Drehbuch. Regie, Samantha Eggar als Hauptdarstellerin und das Drehbuch wurden ebenfalls für den Oscar nominiert. Weitere Nominierungen gab es für den WGA-Award der Writers Guild of America und für den Goldenen Laurel für den Film (5. Platz) und Samantha Eggar (2. Platz).

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1965 gewannen Terence Stamp den Prix d'interprêtation masculine und Samantha Eggar den Prix d'interprêtation féminine, William Wyler wurde für die Goldene Palme nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Premiere hatte der Film im Mai 1965 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Der Kinostart in Deutschland fand am 11. Februar 1966 statt.

Gedreht wurde in England, hauptsächlich in der Grafschaft Kent und im Londoner Stadtbezirk Hampstead. Studioaufnahmen wurden in Hollywood in den Studios der Produktionsgesellschaft Columbia Pictures gedreht.

Weiteres[Bearbeiten]

Der Serienmörder Robert Berdella gab nach seiner Verhaftung an, von dem Film inspiriert worden zu sein.

Weblinks[Bearbeiten]

Literaturhinweis[Bearbeiten]

  • John Fowles: Der Sammler - übersetzt von Maria Wolff - Ullstein Taschenbuch, 2002 - ISBN 3-548-60224-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=24625
  2. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/der-faenger,1304117,ApplicationMovie.html
  3. http://www.djfl.de/entertainment/djfl/1100/110218.html
  4. http://movies.nytimes.com/movie/review?res=9902E0DC133CE733A2575BC1A9609C946491D6CF