Der Gauner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Gauner
Originaltitel The Reivers
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Mark Rydell
Drehbuch Harriet Frank Jr.
Irving Ravetch
Produktion Irving Ravetch
Musik John Williams
Kamera Richard Moore
Schnitt Thomas Stanford
Besetzung

Der Gauner ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1969 von Mark Rydell. Das Drehbuch basiert auf dem Roman Die Spitzbuben von William Faulkner, der 1963 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Der Film wurde am 25. Dezember 1969 uraufgeführt. In Deutschland wurde der Film am 13. Februar 1970 erstmals im Kino gezeigt.

Handlung[Bearbeiten]

Die Familie McCaslin lebt 1905 in Jefferson, im US-Staat Mississippi. Der elf Jahre alte Lucius erwartet gespannt die Ankunft des neuen Familienautos, eines gelben Winton Flyers. Für die McCaslins arbeitet Boon Hogganbeck, der nun als Chauffeur tätig sein soll. Vater Maury und Großvater Boss werden bei einem Begräbnis in St. Louis erwartet. Lucius soll in der Obhut von Tante Callie zu Hause bleiben.

Lucius überredet Boon, mit ihm eine Spritztour in dem neuen Auto zu machen. Als sie auf dem Weg sind, taucht der Schwarze Ned auf. Der junge Mann, der von den McCaslins aufgenommen wurde, hatte sich auf dem Rücksitz des Autos versteckt. Die drei fahren nach Memphis, für den Weg dorthin brauchen sie 24 Stunden. Dort angekommen, macht sich Ned davon. Boon nimmt Lucius mit zu Miss Rebas Etablissement. Dort will Boon sich mit seiner Favoritin Corrie vergnügen. Corrie will aber ihren Beruf als Prostituierte aufgeben und heiraten.

Lucius übernachtet bei Corries Neffen Otis. Als Otis seine Tante eine Hure nennt, will Lucius ihre Ehre verteidigen. Bei dem Kampf erleidet er eine Stichwunde. Am nächsten Morgen erscheint Ned. Er hat das Auto für ein Rennpferd mit dem Namen Lightning verkauft. Um Boon zu beruhigen, erklärt er ihm, dass das Auto der Gewinn bei einem Pferderennen sein wird. Lightning soll dabei gegen ein anderes Pferd, Coppermine, antreten. Lightning scheint aber kein Renner zu sein. Erst als Ned in seiner Gegenwart ein Sardinensandwich isst, wird Lightning lebhaft. Er demoliert seinen Stall und stellt später einen Bahnrekord auf.

Sheriff Butch Lovemaiden ist ein Rassist und hasst Schwarze. Boon muss Ned gegen den Sheriff mit Gewalt verteidigen. Boon, Ned und Lucius werden verhaftet. Doch Corrie kann die drei befreien, als sie den Sheriff verführt. Boon wird deswegen wütend und verlässt Corrie im Streit. Lucius, der Corrie sehr gern hat, will nach Hause anstatt Lightning zu reiten. Erst als er den Winton an der Rennbahn sieht, ändert er seine Meinung. Das Rennen ist eng, Coppermine gewinnt durch Schummelei. Das neu gestartete Rennen gewinnt Lightning ohne Probleme. Nach dem Rennen erscheint Großvater Boss und bringt Lucius, Boon, Ned, das Auto und Lightning nach Hause.

Vater Maury will Lucius bestrafen. Boss kann seinen Enkel vor der Prügelstrafe bewahren. Er macht Lucius klar, dass er die Konsequenzen seiner Handlungen tragen muss. Lucius fühlt sich ermutigt und hört erfreut, dass Boon und Corrie heiraten werden. Ihr erstes Kind wollen sie nach ihm benennen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Winton Flyer ist kein reales Modell des US-amerikanischen Autoherstellers Winton. Das extra für den Film gebaute Modell wurde nach den Dreharbeiten von Steve McQueen für seine Automobilsammlung gekauft. Nach dem Tod des Schauspielers 1980 wurde es an das Peterson Automotive Museum in Los Angeles gegeben.

Während der Dreharbeiten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen McQueen und Regisseur Rydell. McQueen hielt sich nicht an die Vertragsvereinbarungen und nahm an einem Stock-Car-Rennen teil. McQueen hielt Rydells Arbeitsweise für schlecht und forderte dessen Ablösung. Erst die Intervention des Produktionsvorstandes brachte Ruhe in den weiteren Ablauf der Dreharbeiten. Rydell und McQueen arbeiteten nie wieder zusammen.[1]

Ellen Geer ist die Tochter von Will Geer, der in Deutschland besonders durch seine Rolle als Großvater in der TV-Serie Die Waltons bekannt wurde. Die Autoren des Drehbuchs, Harriet Frank und Irving Ravetch, sind ein Ehepaar. Als Regieassistent arbeitete Tim Zinnemann, der Sohn des Regie-Veterans Fred Zinnemann.

In der Originalversion wird die Handlung des Films von einem Erzähler aus der Sicht des jungen Lucius eingeleitet. Als Sprecher wurde Burgess Meredith engagiert.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films beschreibt die Produktion als „Verfilmung eines Romans von William Faulkner, erzählt aus der Perspektive liebevoll-verklärender Erinnerung und Altersweisheit, konventionell, aber mit handwerklichen Qualitäten inszeniert und gut gespielt“.[2] Die Zeitschrift Cinema bescheinigte dem Film eine „stimmungsvolle Südstaaten-Atmosphäre“ und beschrieb ihn als „charmante[n] Film mit nostalgischem Flair“.[3] Auch die Rheinische Post war voller Lob. Der Film sei eine „stimmungsvolle Komödie, die vor allem dank der guten Leistung von Steve McQueen prächtig unterhält“.[4]

Für Roger Ebert von der Chicago Sun-Times war der Film „erfreulich und aufrichtig“.[5] TimeOut London beschrieb den Film als „sonnig nostalgisch“.[6] Für Variety war der Film „hübsch unzüchtig, eine Art Walt Disney für Erwachsene“.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde für zwei Oscars nominiert: Rupert Crosse als bester Nebendarsteller und John Williams für die beste Filmmusik. Auch für den Golden Globe gab es zwei Nominierungen: für Steve McQueen als bester Hauptdarsteller und für Mitch Vogel als bester Nebendarsteller. Das Drehbuch wurde für den WGA Award der Writers Guild of America nominiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Faulkner: The Reivers. Englische Originalausgabe, Vintage Books, 1992, ISBN 0-679-74192-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Articles auf tcm.com
  2. Der Gauner im Lexikon des Internationalen Films
  3. vgl. cinema.de
  4. vgl. rp-online.de
  5. vgl. rogerebert.suntimes.com
  6. vgl. timeout.com
  7. vgl. variety.com