Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen

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Aufnahme der Bangkoker Oper. Sopranistin: Sandra Partridge. 5. April 2006.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen ist die zweite Arie der Königin der Nacht in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Die Zauberflöte.

Die Arie[Bearbeiten]

Anfang der ersten Koloratur-Passage

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen, gewöhnlich abgekürzt als Der Hölle Rache, wird oft als die „Arie der Königin der Nacht“ oder auch „Rachearie“ bezeichnet, obwohl die Darstellerin der Rolle schon im ersten Akt mit der Arie: O zittre nicht, mein lieber Sohn auftritt, die im abschließenden Teil zahlreiche Koloraturen enthält.

Die Arie ist Teil des 2. Akts der Zauberflöte. Von Rachsucht getrieben, gibt die Königin der Nacht ihrer Tochter Pamina ein Messer und trägt ihr auf, ihren Rivalen Sarastro zu ermorden. Andernfalls verstoße und verlasse sie ihre Tochter Pamina. („Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen, so bist du meine Tochter nimmermehr.“)

Musik[Bearbeiten]

Die Arie ist in d-Moll geschrieben und für 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Fagotte, Horn 2 Hörner in F, 2 Clarini (Trompeten) in D, Pauken und Streicher instrumentiert. Die Tonart d-Moll hat bei Mozart oftmals dramatisch hochgeladene, düster-schicksalsschwere Bedeutung, wie beispielsweise in der Ouvertüre zu Don Giovanni oder im Klavierkonzert KV 466. Die Orchesterbegleitung fällt hier größer aus als bei O zittre nicht; bis auf die Posaunen ist das ganze Orchester beteiligt.

Der Hölle Rache ist als besonders anspruchsvolles Stück bekannt. Der Tonumfang geht über zwei Oktaven, vom f1 bis zum f3. Die Arie erfordert für die Sopransolistin eine besonders hohe Tessitur.

Text[Bearbeiten]

Das Libretto wurde von Emanuel Schikaneder geschrieben, der in der Uraufführung auch den Papageno spielte.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstoßen sei auf ewig,
Verlassen sei auf ewig,
Zertrümmert sei’n auf ewig
Alle Bande der Natur,
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur!

Der Text beginnt mit einem Vierzeiler im jambischen Pentameter – ungewöhnlich für die Zauberflöte, die zum Großteil aus jambischen Tetrametern besteht. Darauf folgen vier Verse im jambischen Trimeter, das abschließende Couplet besteht wiederum aus Pentametern. Das Reimschema ist ABAB-CCCD-ED.

Interpretinnen[Bearbeiten]

Die erste Sängerin, die die Arie auf der Bühne sang, war Mozarts Schwägerin Josepha Hofer, die zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt war. Es heißt, dass Hofer eine besonders bewegliche Stimme mit einem ausgeprägten hohen Register hatte. Um das zu zeigen, schrieb Mozart ihr die beiden Arien der Königin der Nacht „auf den Leib“.

In einem Brief aus dem Jahr 1840 schrieb der Komponist Ignaz von Seyfried:

„Am Abend des 4. Dezember lag Mozart schon in Fantasien und wähnte im Wiednertheater der Zauberflöte beyzuwohnen; fast die letzten, seiner Frau zugeflüsterten Worte waren: ‚Still! still! jetzt nimmt die Hofer das hohe F; – jetzt singt die Schwägerin ihre zweyte Arie: »Der Hölle Rache«; wie kräftig sie das B anschlagt und aushält: »Hört! hört! hört! der Mutter Schwur!«‘“[1]

Trivia[Bearbeiten]

Die Arie, gesungen von Edda Moser[2], gehört zu den ausgewählten Musikstücken, die als Beispiele für die Musik der Menschheit auf Voyager Golden Records aufgenommen wurden. Diese Datenplatten verließen an Bord der Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 das Sonnensystem[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsch, Otto Erich (1965) Mozart: A Documentary Biography. Stanford C
  • Englisch, Geog Heinrich (1967) „gest: A Community Biography“. Standfort Tod und Verzweiflung bei freunden!

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mozarts Fieberphantasien. Abgerufen am 28. Februar 2009.
  2. http://archive.org/details/ActIiDerHoelleRachemoserSawallisch
  3. Music From Earth auf der Seite von NASA. Abgerufen am 30. November 2011. (en)