Der Herr Gevatter

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Der Herr Gevatter ist ein Märchen (ATU 332, 334). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 42 (KHM 42).

Inhalt[Bearbeiten]

Ein armer Mann, Vater vieler Kinder, weiß nicht, wen er noch als Gevatter bitten soll. Auf einen Traum hin bittet er den ersten, der ihm vor dem Tor begegnet, um die Patenschaft. Der gibt ihm als Patengeschenk eine Flasche mit Wasser, mit dem er Kranke heilen kann, falls der Tod am Kopf eines Sterbenden und nicht an dessen Füßen steht. Der Mann wird berühmt und reich. Auch des Königs Kind kann er zweimal retten, aber beim dritten Mal versagt das Mittel, denn der Tod steht zu Füßen des Kindes, und das Kind stirbt. Als der Mann den Paten besuchen will, um ihn zu erzählen, wie es ihm mit dem Patengeschenk gegangen ist, sieht er in dessen Haus ein merkwürdiges Durcheinander. Auf der ersten Treppe zankt sich eine Schippe mit dem Besen, auf der zweiten Treppe liegen tote Finger, auf der dritten Totenköpfe und auf der vierten backen sich Fische selbst in einer Pfanne und tragen sich dann gebacken selbst auf den Tisch. Nach der fünften Treppe sieht er durchs Schlüsselloch den Gevatter mit Hörnern, der sich schnell ins Bett legt, als der Mann die Tür öffnet.

Die knapp erzählte Geschichte endet ziemlich abrupt: Der Mann bekommt Angst und läuft weg.

Vergleiche: KHM 43 Frau Trude, KHM 44 Der Gevatter Tod, KHM 43a Die wunderliche Gasterei, zur Gevattersuche auch die Anmerkung zu KHM 6 Der treue Johannes; Des Teufels Pate in Ludwig Bechsteins Deutsches Märchenbuch von 1845; siehe auch Lebenswasser.

Herkunft[Bearbeiten]

Das Märchen ist in der Kinder- und Hausmärchen seit der Erstauflage von 1812 nach Amalie Hassenpflug enthalten, seit der dritten Auflage ergänzt nach Ludwig Aurbachers Büchlein für die Jugend, weiter bei Grimm keine Anmerkung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. S. 244-245. Düsseldorf und Zürich, 19. Auflage 1999. (Artemis & Winkler Verlag; Patmos Verlag; ISBN 3-538-06943-3)
  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 81, 460. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Der Herr Gevatter – Quellen und Volltexte