Der Herrscher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Der Herrscher
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1937
Länge 99 Minuten
Stab
Regie Veit Harlan
Drehbuch Thea von Harbou und Curt J. Braun
Produktion Karl Julius Fritzsche für Tobis-Tonbild-Syndikat
Musik Wolfgang Zeller
Kamera Werner Brandes, Günther Anders
Schnitt Martha Dübber
Besetzung

Der Herrscher ist ein deutscher Film von Veit Harlan aus dem Jahr 1937. Er entstand nach Motiven von Gerhart Hauptmanns Schauspiel Vor Sonnenuntergang unter künstlerischer Oberleitung von Emil Jannings. Wegen der in ihm enthaltenen NS-Ideologie wurde er nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft als Vorbehaltsfilm eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Nachdem Matthias Clausen, Eigentümer eines Stahlwerks, Witwer geworden ist, stellt er Unfähigkeit und Raffgier bei seinen Direktoren fest. Entgegen dem Ratschlag seines Arztes, Urlaub zu nehmen, entscheidet er sich, die Führung seiner Fabrik selbst in den Händen zu behalten.

Bei seiner Arbeit verliebt er sich in seine neue junge Sekretärin Inken Peters und plant, sie zu heiraten und eine gemeinsame Zukunft zu verbringen. Seine Familie, bestehend aus zwei Söhnen und zwei Töchtern sowie den Ehegatten der ältesten Tochter und des ältesten Sohnes, sieht davon vorgeblich das Andenken der verstorbene Mutter beschädigt, wahrhaftig glauben sie aber das Familienvermögen bedroht. Sie begehren gegen den Vater auf. Dieser wirft sie aus dem Haus.

Clausen gibt seine Heiratspläne auf, doch seine Familie will sich ihrer Sache versichern und betreibt mit Hilfe von Anwalt Hanefeld ein gerichtliches Verfahren zu seiner Entmündigung. Nur sein jüngster Sohn verweigert seine Unterschrift unter den Antrag. Das Gericht gibt dem Antrag nicht statt. Zu einer Versöhnung mit seiner Familie kommt es nicht; Clausen enterbt sie und vermacht seine Stahlfabrik dem Staat.

[Bearbeiten] Anmerkungen

Im Film, der teilweise in der Gutehoffnungshütte in Oberhausen entstand, wird die Rolle des liberalen Verlegers aus Hauptmanns Drama mit dem Wirtschaftsführer eines Stahlwerks vertauscht.

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Der Herrscher wegen der in ihm enthaltenen NS-Ideologie von der alliierten Militärzensur verboten. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde er später als Vorbehaltsfilm eingestuft, dessen Aufführung nur eingeschränkt möglich ist. Die Aufführungs- und Verwertungsrechte liegen bei der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Emil Jannings wurde beim Filmfestival Venedig 1937 mit dem Preis für den besten Darsteller ausgezeichnet. Die Filmprüfstelle des nationalsozialistischen Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gab dem Film das Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll“.

[Bearbeiten] Kritiken

  • Die Zeitschrift Die Neue Literatur lobte im Mai 1938, die Erfüllung des unpolitischen Dramas mit echt politischem Gehalt sei gelungen: „Der Herrscher ist ein politischer Film, mehr noch, er ist ein politisches Kunstwerk. Der Film macht aus dem bürgerlichen Verleger einen nationalsozialistischen Wirtschaftsführer.“[1]
  • Karsten Witte schrieb in Film im Nationalsozialismus, die resignative Tendenz der Literaturvorlage sei hier durch Tatkraft abgelöst worden: „Harlans Film, vordergründig als Familienmelodram zu lesen, könnte man auch als Beitrag der Industrie zum Vierjahresplan von 1936 verstehen.“ Das Hauptthema der Vorlage, die Hörigkeit des Unternehmers zu seiner jungen Geliebten, sei von Thea von Harbou umgeschrieben worden. Der Unternehmer führe nun einen sympathischen Kampf gegen den Egoismus und Neid seiner eigenen Familie und verschenke sein Werk schließlich dem Staat und damit der Volksgemeinschaft. Das politische Happy-End wirke jedoch in heutiger Wahrnehmung aufgesetzt.[2]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zitat bei Karsten Witte: Film im Nationalsozialismus, in: Geschichte des deutschen Films, 2. Auflage 2004, S. 132
  2. Karsten Witte: Film im Nationalsozialismus, in: Geschichte des deutschen Films, 2. Auflage 2004, S. 132
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen