Der Igel im Nebel

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Dieser Artikel beschreibt einen Trickfilm. Für den Kurzspielfilm mit ähnlichem Titel siehe Igelchen (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Der Igel im Nebel
Originaltitel Ёжик в тумане
1988 CPA 5919.jpg
Produktionsland Sowjetunion
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1975
Länge 10:29 Minuten
Stab
Regie Juri Borissowitsch Norstein
Drehbuch Sergei Koslow
Musik Michail Mejerowitsch
Schnitt Natalia Abramowa

Der Igel im Nebel (russisch :Ёжик в тумане , Joschik w tumane) ist ein sowjetischer/russischer Zeichentrickfilm von Juri Borissowitsch Norstein (* 1941) aus dem Jahr 1975. Er wurde von dem Animationsfilmstudio Sojusmultfilm in Moskau hergestellt. Das Drehbuch stammt von Sergei Koslow, der auch ein Buch mit demselben Titel veröffentlichte.[1] 2006 erschien eine Neuauflage des Buches, bei dem sowohl Norstein als auch Koslow als Autoren angegeben waren.[2]

Handlung[Bearbeiten]

Der Film handelt von einem kleinen Igel, der auf dem Weg zu seinem Freund, dem Bären, ist. Wie in der einführenden Erzählung erklärt, treffen sich die beiden jeden Abend, um Tee aus dem Samowar des Bären zu trinken. Der Tee wurde auf einem Feuer aus Wacholderzweigen erhitzt. Während des Teetrinkens unterhalten sich Igel und Bär und zählen die Sterne.

An diesem Tag entscheidet der Igel, dem Bären Himbeermarmelade mitzubringen. Als der Igel hinausgeht, folgt ihm ein finster aussehender Uhu. Der Igel geht durch den Wald und begegnet einem schönen weißen Pferd, das im Nebel steht. Er ist neugierig, ob das Pferd ertrinken würde, wenn es in dem Nebel einschlafen würde. Der Igel entscheidet sich dazu, selbst in den Nebel zu gehen. Je tiefer er eindringt, desto dichter wird der Nebel, bis der Igel seine eigenen rosa Pfoten nicht mehr sehen kann.

Danach wechselt der Nebel und wird mal dichter, mal dünner. Wenn er dünner ist, erblickt der Igel kurz vage Silhouetten von Objekten und Lebewesen, die wieder verschwinden. Der Igel findet sich in einer surrealen und oft beängstigenden Welt voller Formen, nicht immer erkennbar, und verschiedener Lebewesen – von gefährlichen Raubtieren bis zu wohlwollenden Tieren, in einer Welt von Stille und Geraschel, von Dunkelheit, hohem Gras und bezaubernden Sternen wieder.

Der Uhu, der den Igel verfolgt hat, erscheint plötzlich neben ihm und johlt nur um wieder zu verschwinden, woraufhin der Igel ihn Psycho (russisch :псих ) nennt. Er ist erschrocken, aber seine Neugier zwingt ihn das Unbekannte zu entdecken. Zeitweise wird eine ferne unsichtbare Stimme hörbar, die dem Igel etwas zuruft. Der Igel erkundet einen großen hohlen Baum, dann bemerkt er, dass er die Himbeermarmelade verloren hat. Er trifft einen großen Hund, vor dem er sich erschrickt. Doch der Hund hilft ihm die verlorene Marmelade wiederzufinden.

Später fällt er in einen Fluss und glaubt, dass er ertrinken wird. Er treibt flussabwärts auf dem Rücken und wird schließlich von einem mysteriösen Flusswels gerettet. Dieser setzt ihn am Ufer ab. Der Igel findet sich am Lagerfeuer wieder, wo sein Freund Bär Tee kocht. Der Bär erzählt, wie besorgt er war, als der Igel nicht gekommen war. Er habe ihm zugerufen, aber es gab keine Antwort. Die beiden sitzen zusammen und als der Bär spricht und spricht, denkt der Igel wie gut es ist wieder zusammen zu sein.

Sprecher[Bearbeiten]

Sprecher des Erzählers war Alexei Wladimirowitsch Batalow, Marija Winogradowa sprach den Igel und Wjatscheslaw Newinny den Bären.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum von Kiew, Ukraine, wurde 2009 eine Statue des Igels errichtet.[4]

Der Film hatte einen großen Einfluss auf den Musikvideo-Regisseur und Filmemacher Michel Gondry. Dieser nahm Elemente des Films in das Musikvideo Human Behaviour von Björk (1993) auf. Anime-Regisseur Hayao Miyazaki zeigte sich von dem Werk Norsteins beeindruckt und bezeichnet Der Igel im Nebel als einen seiner Lieblings-Animationsfilme.[5]

Im Juli 2012 veröffentlichte die Band Samsas Traum in ihrem Märchenalbum Asen’ka ein Lied mit dem Titel Igel im Nebel, dass sich auf das Werk bezieht. Im Oktober 2012 erschien die Geschichte unter dem Namen Igelchen im Nebel als deutschsprachiges Bilderbuch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Clare Kitson: Yuri Norstein and Tale of Tales: An Animator’s Journey. Indiana University Press, Bloomington 2005, ISBN 0-253-21838-1.
  • Sergey Kozlov & Yuri Norstein: Hedgehog in the Fog. Rovakada Publishing, San Francisco 2010, ISBN 0-9845867-0-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Igel im Nebel. ukrwunderkind.de
  2. Ежик в тумане. ozon.ru
  3. "Hedgehog in the Fog" awards. norstheyn.ru
  4. Monument to “Hedgehog in Fog” appeared in Kyiv, UNIAN
  5. Hayao Miyazaki interview(auf englisch). Black Moon