Der Musterschüler (1998)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Musterschüler
Originaltitel Apt Pupil
Produktionsland USA, Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Bryan Singer
Drehbuch Brandon Boyce
Produktion Jane Hamsher
Don Murphy
Bryan Singer
Musik John Ottman
Kamera Newton Thomas Sigel
Schnitt John Ottman
Besetzung

Der Musterschüler (Originaltitel: Apt Pupil) ist ein Thriller des Regisseurs Bryan Singer aus dem Jahr 1998. Der Film basiert auf der gleichnamigen Novelle von Stephen King, die von der krankhaften Freundschaft zwischen einem Teenager und einem flüchtigen Nazi-Kriegsverbrecher handelt.

Handlung[Bearbeiten]

In Los Angeles enttarnt Todd, ein Teenager mit fundierten Kenntnissen in deutscher Geschichte, einen Ex-SS-Mann und KZ-Aufseher, der ein zurückgezogenes Leben als angeblich ukrainischer Einwanderer führt. Er droht, Kurt Dussander, der jetzt unter dem Namen Arthur Denker lebt, an die Polizei auszuliefern, sofern dieser nicht detailliert seine grausamen Taten in den Konzentrationslagern verrät. Mit diesen Geschichten will Todd seine eigenen unterschwelligen Macht- und Gewaltphantasien befriedigen; er erleidet davon jedoch Alpträume und Visionen, in denen er sich selbst als Opfer in einer Gaskammer sieht. Gleichzeitig findet er Geschmack am faschistoiden Machtgebaren. So besorgt er eine SS-Uniform und zwingt den alten Mann, mit dieser Uniform vor ihm zu exerzieren.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich zwischen Todd und Denker eine Art komplizierte Beziehung wechselseitiger Macht- und Schamgefühle. Zunächst zwingt Todd Denker durch die Drohung ihn bei der Polizei anzuzeigen zum Erzählen, später will er zeitweise "abspringen", aber Denker erklärt ihm, dass es jetzt kein Zurück mehr gebe. Denker behauptet, er habe seinerseits ein belastendes Dossier über Todd erstellt; wer einen Naziverbrecher decke, stehe genauso in der öffentlichen Verachtung wie derjenige, der die Tat selbst begangen hat.

Auch bringt ihm Denker bei, dass Todd noch nicht das "Zeug" zu einem SS-Mann habe. Hierzu gehöre die Lust am Töten von Menschen, welche die absolute Machtdarstellung sei. Auf diese Weise motiviert Denker den Teenager dazu, einen Obdachlosen zu erschlagen. Zuvor fanden sowohl Denker als auch Todd heimliches Vergnügen an Tierquälerei.

Die "Freundschaft" endet, als Denker mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, wo sein Bettnachbar, ein KZ-Überlebender, sein Gesicht erkennt. Denker begeht daraufhin Selbstmord. Im nachfolgenden Medienrummel wird vom FBI auch gegen Todd ermittelt, aber da er "von allem nichts gewusst" habe, kommt er ungeschoren davon. Fortan gilt er als unschuldig und führt mit seinem dunklen Geheimnis - wie zuvor Dussander - eine bürgerliche Existenz.

Abweichung von der Novelle[Bearbeiten]

Der Film weicht insbesondere am Ende entscheidend von der Novelle ab und erzielt dabei eine stärkere Wirkung. Während bei King am Ende der Junge demaskiert wird, kommt er in dem Film davon und kann trotz der von ihm begangenen Straftaten und moralischen Verderbtheit den Schein des guten Schülers, der alle amerikanischen Werte verkörpert, aufrechterhalten.

Kritiken[Bearbeiten]

„Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Stephen King, die weit hinter der Radikalität und Sprengkraft der Vorlage zurückbleibt, vor allem weil sie den skrupellos mordenden Musterschüler zu einem lediglich fiesen Charakter verniedlicht. In Erinnerung bleiben nur die hervorragenden schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Vor allem dank der starken Leistung von Ian McKellen als alter Nazi-Scherge ist Regisseur Bryan Singer nach Die üblichen Verdächtigen erneut ein faszinierendes Werk gelungen. Dabei setzt er weniger - wie man bei einer Stephen King-Verfilmung vermuten könnte - auf Horrorelemente als auf eine genaue Charakterzeichnung. Das Ganze ist äußerst unkonventionell inszeniert, doch einige geschmacklose Szenen dürften bei dem einen oder anderen ein unwohles Gefühl erzeugen.“

prisma-online[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film gewann 1999 zwei Saturn Awards in den Kategorien Best Horror Film und Best Supporting Actor. In drei weiteren Kategorien wurde der Film nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Musterschüler im Lexikon des Internationalen Films
  2. Der Musterschüler. prisma TV Guide. Abgerufen am 6. März 2009.