Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt

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Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt (spanisch El coronel no tiene quien le escriba) ist eine Erzählung des kolumbianischen Nobelpreis-Trägers Gabriel García Márquez. Sie entstand in den Jahren 1956 und 1957 und wurde erstmals 1961 veröffentlicht. Somit ist sie nach Laubsturm (La hojarasca) von 1955 die zweite Veröffentlichung des Autors, dem sechs Jahre später mit Hundert Jahre Einsamkeit (Cien años de soledad) der Durchbruch gelang.[1] Nach der Erzählung wurde eine Kurzprosasammlung von García Márquez benannt.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt zur Zeit der La Violencia in einem kolumbianischen Tropendorf, in dem aufgrund des herrschenden Militärregimes das tägliche Leben zum Erliegen gekommen ist. Der Oberst, ein Veteran aus dem Krieg der Tausend Tage, wartet gemeinsam mit seiner Frau auf die Bestätigung seiner Veteranenpension, die ihm seit 15 Jahren verwehrt bleibt. Seinen einzigen Besitz, den Kampfhahn seines erschossenen Sohnes, möchte er dennoch nicht verkaufen, sondern lässt ihn im Dorf kämpfen. Im Laufe der Zeit wird der Hahn für das Dorf zu einem Symbol für die Hoffnung und den Widerstand.[2][3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Anders als die meisten anderen Werke von García Márquez ist die Erzählung nicht dem Magischen Realismus zuzuschreiben.

In seiner Autobiographie Vivir para contarla schreibt der Autor, dass die Erzählung vom Schicksal seines Großvaters inspiriert war, der ebenfalls Oberst war, und die versprochene Pension nie erhalten hat. Weiterhin wird vermutet, dass auch die Arbeitslosigkeit des Autors im Jahre 1956 die Erzählung beeinflusst hat.

Verfilmung[Bearbeiten]

1999 wurde Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt unter der Regie von Arturo Ripstein verfilmt. Die Rolle des Oberst spielt Fernando Luján.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Márquez auf www.nobelpreis.org
  2. Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt beim Fischer Verlag
  3. Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt bei Literaturprogramme.de