Der Postmann

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Postmann
Originaltitel Il Postino
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Michael Radford
Drehbuch Michael Radford
Produktion Mario Cecchi Gori
Vittorio Cecchi Gori
Gaetano Daniele
Musik Luis Enríquez Bacalov
Kamera Franco di Giacomo
Schnitt Roberto Perpignani
Besetzung

Der Postmann (Original: Il postino) ist ein Film von Regisseur Michael Radford, gedreht im Jahr 1994 auf der Liparischen Insel Salina vor der Nordküste Siziliens und auf der Insel Procida im Golf von Neapel.

Der Film basiert auf dem Roman Mit brennender Geduld (Originaltitel: Ardiente paciencia) von Antonio Skármeta.

Handlung[Bearbeiten]

Die Insel Salina

Il Postino spielt in den 1950er Jahren auf der kleinen Insel Salina. Der chilenische Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda, der hier mit seiner attraktiven, jungen Frau im Exil lebt, wird von Briefen seiner Anhänger überschüttet. Der schüchterne Fischer Mario Ruoppolo nimmt daher die Stelle als Privat-Briefträger Nerudas an und bringt ihm täglich Berge von Post ins Haus, darunter unzählige Liebesbriefe.

Zwischen den ungleichen Männern entwickelt sich langsam eine tiefe Freundschaft. Angespornt von Nerudas Erfolg bei Frauen beginnt Mario, dessen Gedichte zu lesen und sich von ihm in die Geheimnisse seines Erfolgs einweihen zu lassen. Neruda vermittelt Mario, der nie in die Schule ging, die Liebe zur Dichtung und Mario fasst schließlich den Mut, mit Nerudas Worten, die er als seine eigenen ausgibt, um die schöne und sinnliche, aber unnahbare Beatrice zu werben. Es gelingt ihm, sie für sich zu gewinnen. Sie feiern Hochzeit, wobei Neruda als Trauzeuge fungiert. Gleichzeitig erhält dieser die Nachricht, wieder nach Hause reisen zu dürfen.

Nach Jahren kehrt Neruda zu einem Besuch auf die Insel zurück. Ihm begegnet sogleich der kleine Sohn von Mario und Beatrice, dem die beiden aus Liebe und Respekt zu Neruda den Namen „Pablito“ gegeben hatten. Beatrice eröffnet dem unerwarteten Besucher, dass Mario seinen Sohn nie gesehen hat, da er vor dessen Geburt bei einem Handgemenge auf einer Demonstration der Kommunisten, für die sich Mario politisch begeisterte, ums Leben kam. Er hatte seinem Freund jedoch noch ein Geschenk hinterlassen. Inspiriert durch Nerudas damalige Bitte an Mario, die Schönheit seiner Heimatinsel zu beschreiben, hatte er ein Tonband mit verschiedenen Geräuschen, z. B. des Meeres, des Windes oder des kleinen Herzens von Pablito, hinterlassen. Außerdem hatte Mario ihm ein Gedicht gewidmet, das er bei der politischen Veranstaltung vortragen wollte, wozu es jedoch nicht kam.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde weltweit mit 18 Filmpreisen ausgezeichnet, darunter 1995 mit dem wichtigsten italienischen Filmpreis, dem David di Donatello. Für den Oscar wurde er 1996 insgesamt fünfmal nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik/Drama) und erhielt den Preis in der Kategorie für die beste Filmmusik.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Mit leiser Komik und die Unschuld seines Helden stilistisch spiegelnd, zeichnet der Film einfühlsam das Bild einer Männerfreundschaft abseits der Klischees. Politische Anklänge bleiben in der melancholischen Grundstimmung jedoch vage.“[1]

Weiteres[Bearbeiten]

Der Hauptdarsteller Massimo Troisi verschob eine dringend erforderliche Herzoperation, um den Abschluss der Dreharbeiten nicht zu behindern. Einen Tag nach Drehende erlitt er einen Herzinfarkt und verstarb daran.

Il Postino ist ein Remake von Ardiente paciencia (dt. Titel Mit brennender Geduld), den Skármeta 1983 im deutschen Exil realisierte. Gedreht wurde Ardiente paciencia in Portugal mit chilenischen Schauspielern. Der Darsteller von Neruda, Roberto Parada, kam für die Dreharbeiten direkt aus Chile. In der Romanvorlage spielt die Handlung in einem chilenischen Fischerdorf.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Postmann im Lexikon des Internationalen Films
  2. 128 Seiten. Ab S. 99 Kommentar, Interpretation, Bemerkungen zu den 2 Verfilmungen, Arbeitsvorschläge