Der Reiter und der Bodensee
Der Reiter und der Bodensee ist eine Ballade, die von Gustav Schwab im frühen 19. Jahrhundert verfasst wurde.
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Handlung [Bearbeiten]
Ein Reiter in Eile beabsichtigt, den Bodensee zu erreichen, und diesen mit einem Fährkahn zu überqueren. Es ist tiefer Winter, und so verpasst er das Ufer und überquert den zugefrorenen und verschneiten See unabsichtlich, weil er ihn für eine baumlose, unbebaute Ebene hält. Am anderen Ufer angekommen erkennt er die Gefahr, in der er gewesen ist. Während verschiedene herbei gekommene Leute ihn beglückwünschen und einladen, verliert der Reiter vor Schreck die Besinnung und fällt tot vom Pferd.
Redensart [Bearbeiten]
Als „Ritt über den Bodensee“ wird eine verwegene Tat bezeichnet, bei der dem Akteur erst im Nachhinein bewusst wird, wie riskant das Unterfangen war. In Unkenntnis oder Fehlinterpretation der Ballade wird diese Redensart auch gelegentlich falsch verwendet, nämlich wenn die Gefahr des Scheiterns schon im Vorfeld gesehen wird, ein hohes Risiko also bewusst eingegangen wird.
Sonstiges [Bearbeiten]
- Eugen Roths 1935 erschienene Gedichtsammlung Ein Mensch enthält ein Gedicht mit dem Titel Gefähricher Ritt, das auf die Schwabs Ballade Bezug nimmt. Eugen Roth schrieb das Gedicht 1933 und reflektierte darin die unsichere politische Zukunft zu Beginn des Dritten Reiches.
- Peter Handke veröffentlichte 1971 das Stück Der Ritt über den Bodensee.
- Die Ballade inspirierte den Bildhauer Peter Lenk zu seinem Werk Bodenseereiter in Überlingen.
Weblinks [Bearbeiten]
Text der Ballade bei lyrikwelt.de